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Bremsbeläge - Deine Lebensversicherung

Einwandfrei funktionierende Bremsen und damit auch Bremsbeläge sind lebenswichtig. Weil Bremsbeläge Verschleissteile sind, müssen sie öfter mal gewechselt werden. Wie geht man mit neuen Belägen um?

Eines vorweg: Arbeiten an der Bremsanlage sollten beim geringsten Zweifel am eigenen Mechanikerwissen immer dem Fachmann überlassen werden, denn der kleinste Fehler kann die Funktion der Anlage beeinträchtigen und tödliche Folgen für Fahrer, Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer haben.
                         
Jetzt zu den Bremsbelägen: Genau wie der Reifenluftdruck sollte die Belagsstärke der «Bremsklötze» regelmässig kontrolliert werden. Dazu guckt man von vorne auf Höhe der Bremszangen innen an den Gabelrohren an den Bremsscheiben entlang. Die meisten Beläge haben Schlitze und Verbrauchsmarken, die mit einiger Übung die restliche Dicke des Belages erkennen lassen. Hier gilt: Unterschreitet die Belagsstärke 1,5 mm, sind die Beläge auf jeden Fall zu tauschen. Der Grund: Bei geringer Belagsdicke können bei starken Bremsungen und der dabei entstehenden Hitze ganze Stücke ausbrechen. Zudem überhitzt die Bremse so eher, weil weniger Material auch weniger Hitze «puffern» kann. Da die Bremskolben mit zunehmendem Belagsverschleiss immer weiter aus dem Bremssattel in Richtung Bremsscheiben wandern, muss dieses Volumen durch Hydraulik-Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter oben am Handbremshebel ersetzt werden. Dort nimmt die Reservemenge entsprechend ab. Irgendwann kann bei zu geringem Flüssigkeitsstand Ebbe herrschen, die Bremse zieht beim Nachpumpen Luft an und fällt dann aus.                                 

Belag-Typen:
Der Belag – beziehungsweise die Beläge, denn ein Wechsel erfolgt sicherheitshalber immer paarweise oder bei einer Doppelscheibenbremsanlage im Vorderrad gleich an beiden Scheiben, also im Viererpack – wird also gegen einen neuen ausgewechselt. (Wie beschreiben wir ein andermal.) Im Normalfall werden bei Maschinen neueren Datums Sintermetallbeläge zum Einsatz kommen, wie sie serienmässig Verwendung finden. Sintermetallbeläge bestehen aus einem bei etwa tausend Grad gebackenen Metallpulver oder einer Mischung aus verschiedenen Pulvern (Eisen, Kupfer usw.). Sie haben unter anderem den Vorteil, dass sie bei Nässe relativ gute Bremswerte ergeben und gleichzeitig härter sind als organische Beläge.                                 

Durchsage:
Diese Beläge sind jetzt montiert. Wir fahren los. Worauf haben wir zu achten? Erstens gilt: Moderne Sintermetallbeläge können im normalen Strassenverkehr von Anfang an normal benutzt werden. Das heisst, sie bremsen von Beginn weg normal bei moderater Gangart. Und diese ist auch zu empfehlen. Denn wer mit völlig neuen Belägen als erstes aus 180 km/h eine Vollbremsung macht, dessen Bremsklötze «verglasen». An der Belagsoberfläche, die idealerweise immer dieselbe Rauheit aufweist und damit denselben Reibwert zwischen Belag und Stahlscheibe garantiert, verschmelzen die Körner des Metallpulvers zu einer glasig-glatten, harten Schicht. Diese bremst  schlechter, Bremsleistung und Dosierbarkeit nehmen stark ab Dies gilt erst recht für organische Beläge. Also: Kurven auf den ersten paar Kilometern anbremsen, aber nicht gleich Rossi spielen. Für keramische Beläge gilt dies ebenso.



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