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ABC Im Jahre 1914 von -> Granville Bradshaw als Motorenbaufirma gegründete Marke. Von der Flugzeugfirma Sopwith wurde 1919 die Konstruktion des 398 ccm-ohv Zweizylinder-Boxermotors im Doppelschleifenrahmen mit Viergang-Getriebe wieder aufgenommen. Das Motorrad - es könnte als Vorläufer der  -> BMW gelten - sollte in grossen Stückzahlen hergestellt werden, doch schon 1922 wurde die Produktion wieder eingestellt.! GBR
abnehmbarer Zylinderkopf Wegen Schwierigkeiten mit der Abdichtung waren in den ersten Jahren der Motorenentwicklung Zylinder und Kopf in einer Einheit gegossen. Am -> seitengesteuerten Motor brachte ein -> Sackzylinder indessen kaum Nachteile, weil die Ventile unter den Inspektionskappen leicht zugänglich waren. Erst mit dem Aufkommen von -> ohv-Motoren wurde der Zylinderkopf abnehmbar gestaltet, jedoch gab es noch in den dreissiger Jahren bei einfachen -> sv-Aggregaten untrennbare Ausführungen. *
Abreisszündung -> Magnetzündung !!! GBR
Absorptionsschalldämpfer Bei dieser Form der Schalldämpfung des Auspuffgeräuschs wird die Schwingungsenergie des Schalls durch Reibung vernichtet. Ein Einsatz aus Asbest, Stahl- oder Glaswolle im Topf erbringt die Dämpfungswirkung. *
Accumulatorzündung -> Batteriezündung. *
ACME -> Motorradgespanne der Extraklasse CHE
ACU Die Auto-Cycle Union ist die oberste Motorsportkommission für Motorräder in Grossbitannien. Als -> FIM-Mitglied ist sie Ausrichter der Meisterschaftsläufe. *
Additive Fachausdruck für Zusätze im Motoröl. Zum einen sind damit die gebräuchlichen chemischen Verbesserer gemeint, aber auch nachträglich hinzufügbare "Spezialmittel". *
Adler Die Firma Heinrich Kleyer in Frankfurt baute 1900 ihr erstes Motorrad, verlegte sich aber 1907 bis 1939 auf die Automobilproduktion. 1949 wagte man einen Neubeginn mit Zweitaktmodellen. Am bekanntesten sind die Zweizylinder geworden, so gilt etwa die MB 250 als vorbild für heutige Zwitakt-Twins aus Fernost. Die Produktion musste 1957 eingestellt werden, doch die Rennmaschinen Adler RS waren noch einige Jahre danach erfolgreich. *
Aermacchi Viele Betriebe der italienischen Flugzeugindustrie wandten sich nach 1945 dem Motorradbau zu. Bei Aermacchi in Varese begann man mit Last-Dreirädern, kurze Zeit danach erschienen auch die ersten Motorräder. Gemeinsames Merkmal aller Aermacchi bis 1974 ist der Einzylinder-Viertaktmotor mit liegendem Zylinder. 1960 wurde die Firma dem -> Harley-Davidson-Konzern einverleibt. In den sechziger Jahren baute Aermacchi erfolgreiche Rennmaschinen, doch die vier Welttitel 1974 bis 1976 wurden mit Zweitakt-Konstruktionen unter dem Namen Harley errungen. Seit 1979 ist die Firma unter dem neuen Namen Cagiva wieder ein selbständiges Unternehmen. *
AJS Im Jahre 1909 stellten die Gebrüder Stevens in Wolverhampton (England) ihr erstes Motorrad vor. Die Viertaktmodelle errangen bald grosse Beliebtheit, AJS wurde einer der wichtigsten Hersteller. 1923 konnte bei der -> TT mit der 350-ccm-ohv "Big Port" neben der 350er auch die 500-ccm-Klasse gewonnen werden. In den dreissiger Jahren war AJS der zweitgrösste britische Motorradproduzent, es gab eine Palette von 250 bis 1000 ccm. Nach dem Krieg baute man als Werksrennmaschiene den "Porcupine"-Zweizylinder und für Privatfahrer den berühmten "Boy Racer", mit denen man die grössten Erfolge, vor allem auf der -> Isle of Man, fortsetzen konnte. 1931 war AJS in den Besitz der Gebrüder -> Collier übergegangen. Die Produktion wurde nach Plumstead (London) verlegt. Als 1966 die inzwischen zur -> AMC-Gruppe gehörende Firma im Managanese Bronce-Konzern aufging, blieb der Name AJS auf Moto-Cross-Spezialmaschinen erhalten, die seit 1973 in Privatinitiative auf Bestellung gebaut werden. *
Albion Englische Getriebefirma, die vor 1939 auch Motorrad-Getriebe lieferte. *
Alfin-Zylinder Beim Alfin-Verfahren wird Stahl oder Gusseisen mit Aluminium giesstechnisch verbunden, wodurch ein Alu-Zylinder mit Grauguss-Laufbahn entsteht. Im Unterschied hierzu gibt es Leichtmetallzylinder, bei denen die Laufbahn nicht aufgetragen, sondern als gesonderte Laufbuchsen eingeschrumpft werden. *
Alkohol-Motor Die Verwendung von Betriebsstoffen wie Methyl-Alkohol (Methanol CH3OH) oder Äthyl-Alkohol (Äthanol C2H5OH) ermöglicht eine Heraufsetzung des Verdichtungsverhältnisses. Jene sind äusserst klopffest, besitzen aber keinen grossen Heizwert, der Verbrauch liegt dementsprechend hoch. Die auftretende grosse Verdampfungswärme (dreimal so hoch wie bei Benzin) gibt einen zusätzlichen Kühleffekt. Diese Treibstoffe sind heute nur noch bei Bahnrennen zugelassen. *
Alloy Engl. Bezeichnung für Legierung (vorwiegend Leichtmetall). *
Alternator Wechselstrom-Lichtmaschine. *
AMA Die American Motor Cycle Association ist die Motorradsport-Organisation der USA, sie wurde 1924 ins Leben gerufen und leitete nach dem bald folgenden Bruch mit der -> FIM die von Europa getrennte Entwicklung des amerikanischen Motorradsports. Erst seit 1970 kam es wieder zu einer internationalen Annäherung. *
Amac Engl. Vergasermarke, ab 1926 im -> Amal-Konzern. *
Amal Die engl. Vergaserfirma existiert seit 1926, sie entstand aus dem Zusammenschluss der Hersteller -> Binks, -> Brown & Barlow sowie -> Amac. Der Name leitet sich aus der Bezeichnung "Amalgamated Carburettors" (Vereinigte Vergaserhersteller) ab. Tochtergesellschaften gab es in Deutschland (-> Fischer-Amal) und gibt es heute noch in Spanien. *
AMC Die Firma -> Matchless übernahm 1936 die Geschicke von -> AJS. Zwei Jahre später (inzwischen war auch die Motorradabteilung von -> Sunbeam eingegliedert worden) gab man der Firmengruppierung den Namen Associated Motor Cycles (AMC). Nach dem Krieg traten anstelle von Sunbeam die Firmen -> Francis Barnett und -> James, 1953 auch Traditionsfirma -> Norton hinzu. Der Konzern kam in den sechziger Jahren in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde umorganisiert, um 1967 schliesslich in -> Norton-Villiers aufzugehen. Unter AMC firmierte auch ein französischer Hersteller von Einbaumotoren, der aber mit dem englischen Konzern nichts zu tun hatte. *
Ammeter Engl. Ausdruck für Ampèremeter. *
André-Dämpfer Lenkungsdämpfer in der Ausführung als Reibungsdämpfer, Nachrüstteil in den zwanziger und dreissiger Jahren. *
Anlasser -> Kickstarter. *
Anlasser, elektr. Ein kleiner Elektromotor, der die Kurbelwelle in Bewegung versetzt, wurde erstmals von Indian bei den Zweizylinder-Modellen von 1911 verwendet. Populär wurde diese Anlassvorrichtung durch die -> Dynastarter bei DKW und  Villiers. *
Anlasshilfen -> Zischhan, -> Dekompressor. *
Ansaugtrichter Um der Ansaugluft am Vergaser eine geordnete Stömung zu geben, brachte man schon in den dreissiger Jahren trichterförmige Verlängerungen am Lufteinlass an. *
Antriebs-Stossdämpfer Bei einem riemengetriebenen Motorrad kann die Elastizität des Leder- oder Gummi-Riemens die ruckartig einsetzende Motorleistung mildern. Bei Verwendung der Primärkette zu Getriebe wird deshalb auf den antreibenden Kurbelwellenstumpf eine Schraubenfeder gesetzt, die beim Antriebsruck zusammengepresst wird. *
Anzani, Alessandro italienischer Motorradpionier, später in Frankreich und England Hersteller von Automobil- und Flugmotoren. Seine V-Twins mit 1000 ccm und mehr waren nur vereinzelt in Motorrädern zu finden (-> Claude Temple, -> Stehermaschinen). *
Apfelbeck, Ludwig Österreichischer Motorenkonstrukteur. Verfechter des Vierventil-Prinzips. Er wurde durch seine Arbeiten an Horex- und BMW-Rennmotoren bekannt. *
Aprilia -> Motorradhersteller ITA
Ardie Arno Dietrich begann 1919 seine Motorradproduktion mit eigenen Zweitaktmotoren, ab 1925 jedoch gab es Ardie-Motorräder ausschliesslich mit -> JAP-Einbaumotoren von 250 bis 1000ccm. Anfang der dreissiger Jahre wurden Fahrgestelle aus Duraluminium-Profilen verwendet und auch Motoren von -> Bark, -> Küchen und -> Sturmey Archer. Nach dem Krieg nahm Ardie den Motorradbau mit eigenen Zweitaktern wieder auf. Die Produktion wurde im Jahre 1958 eingestellt, das letzte Modell war ein 350er Twin. *
Ariel Einer der Pioniere der englischen Kraftfahrzeugbranche. 1998 hatte Ariel mit -> De Dion-Dreirädern begonnen, vier Jahre später kamen Motorräder hinzu. Die Firma legte nie grossen Wert auf den Motorsport, man zog ein vielfältiges Programm an Gebrauchs-Motorrädern vor, mit denen gute Umsätze zu erzielen waren. Man befasste sich schon sehr früh mit dem Exportgeschäft; vor allem in Italien gehörte Ariel bis etwa 1935 zu den Marktführern. Ariel überraschte 1931 mit einem Vierzylinder -> "Square Four" als schwere Tourenmaschine. 1936 wurde -> Triumph von Ariel übernommen, doch nach dem Krieg konnte die Firma an den wirtschaftlichen Erfolg von einst nicht mehr anschliessen. Mit den 1958 herausgebrachten Zweitakt-Twins "Leader" und "Arrow" existierte der Betrieb in Selly Oak (Birmingham) noch bis 1966. Der Name Ariel tauchte 1970 auf einem nicht ausgereiften -> BSA-Dreirad noch einmal auf. *
Asbestschnur Eine in Asbest getauchte Schnur diente, um Benzinleitungen oder Auspuff gewickelt, früher oft als Wärmeschutz. Ausserdem kann man verschiedene Abdichtungen damit ausführen. *
Aschenbahn-Rennen -> Dirt-Track-Rennen. *
Assen Der Van-Drehnte-Kurs bei Assen ist die älteste und bekannteste holländische Rennstrecke, das dort ausgetragene internationale Motorradrennen wird "Holländische TT" genannt. Seit den zwanziger Jahren gibt es stets sehr viel Publikum. *
ATK-Motorcycles -> Motorradhersteller USA
aufgeladener Motor -> Kompressor. *
Ausfallachse Durchgehende Radachse, die beim Hinterrad herausgenommen werden kann, ohne dass man Bremse oder Antrieb abzunehmen braucht (-> Steckachse). *
Ausfallenden Die Radachse muss beim Vorhandensein von Ausfallenden zu Ausbau des Rades nur gelockert werden und lässt sich mit dem Rad nach hinten oder untern (Vorderrad) aus den Gabelenden herausziehen. *
Ausheber -> Dekompressor. *
Auslitern Mittels einer eingefüllten und danach abgemessenen Flüssigkeit wird bei einem Motor der Zylinderinhalt bzw. das Volumen des Verbrennungsraumes ermittelt. *
Auspuffklappe Urform eines Schalldämpfer. Am Ende des Auspuffrohrs befand sich eine federbelastete Klappe, die als schalldämpfendes Prallblech dienen sollte. Diese Vorrichtung wurde 1924 in der Schweiz verboten, weil sie keine effektive Schalldämpung brachte. *
Auspuffpfeife Einfache Signaleinrichtung früher Krafträder. In das Zündkerzengewinde wurde ein Zwischenstück eingeschraubt, welches mit einem Ventil versehen war. Dieses wurde von einem Seilzug geöffnet, um einen lauten Pfeifton zu erzeugen. *
Auspufftüte Trichterförmige Ausweitungen der Auspuffenden bei Rennmaschinen kamen in den zwanziger Jahren auf. Die Stömungsgeschindigkeit der Auspuffgase wird durch diese "Megaphone" erhöht, was jedoch nur bei hohen Drehzahlen von Vorteil ist. *
Ausschreibung Die Regeln und Zulassungsbestimmungen für eine Sportveranstaltung sind in der Ausschreibung angegeben, sie ist beim Veranstalter vor der -> Nennung anzufordern. *
Aussenbackenbremse Die Bremsbacken greifen hier aussen an der Bremstrommel ein (-> Klotzbremse); nicht selten war eine derartige Anordnung mit einer _> Innenbackenbremse kombiniert, so dass man an einer einzigen Trommel zwei voneinander unabhängige Bremsen hatte. *
Aussenbandbremse Funktion: ein mit Bremsbelag (Reibbelag) versehendes Stahlband (frühe Ausführungen hatten ein Lederband), um eine Bremstrommel gespannt, wird beim Betätigen angezogen. *
Ausweis-Fahrer Bei motorsportlichen Wettbewerben werden die Fahrer in zwei Kategorien eingeteilt. Fahrer mit einer längeren Erfahrung und entsprechenden Plazierungen erhalten von der Motorspoertbehörde die Berechtigung (Lizenz, heute A-Lizenz) zur Teilnahme an internationalen Veranstaltungen. Anfänger sind mit dem "Ausweis" (B-Lizenz genannt) nur bei nationalen Veranstaltungen, d.h. im Inland, startberechtigt. Gute Resultate ermöglichen einen schnellen Austieg zur Lizenz. *
Auto Union Als sich 1932 die Automobilfirmen Audi, DKW, Horch und Wanderer zum Auto Union-Konzern zusammenschlossen, wurden auch die DKW-Motorräder eine Marke der Auto Union. Als Zeichen erhielten sie das Signet der vier Ringe auf dem Tank. *
Automatisches Einlassventil Bevor das _> zwangsgesteuerte Einlassventil allgemeine Verbreitung fand, wiesen fast alle Viertaktmotoren einen "automatischen" Einlass auf. Das Ventil wurde durch den vom herabgehenden Koben verursachten Unterdruck geöffnet. *
Avus Abkürzung für Allgemeine Verkehrs- und Übungsstrasse, die berühmte, 1921 eröffnete Rennstrecke in Berlin. *
AWD -> Wurring. *
Azetylenlampen (Karbidlampen) Weitverbreitete Beleuchtungseinrichtung vor Einführung des elektrischen Lichts an Motorrädern. In einem Entwicklergehäuse lässt man Wasser auf das bevorratete Karbid tropfen, es entsteht dabei das brennbare Karbidgas. Mittels Kupferleitungen wird dies zum Lampengehäuse geführt und an einem Speckstein zur Entzündung gebracht. Gute Spiegel- sowie Streuglasgestaltung ermöglichten brauchbare Lichtausbeute. *
B & B Typenbezeichnung englischer Vergaser, hergestellt von -> Brown and Barlow, Zweischieber-Typ. *
B.D.C. Englische: Bottom dead centre = Unterer Totpunkt (UT). *
b.h.p. Englische Abkürzung für brake horse power (Brems-PS), Leistungsangabe für den Motor im Unterschied zu -> Steuer-PS. 1 b.h.p. = 1,0139 DIN-PS. *
B.S.F. Englisch: British Standard Fine = Britisches Feingewinde an Schrauben. *
Baggerschmierung -> Tauchschmierung. *
Bahnmotor In der Hauptsache werden bei Bahnrennen Motorräder mit Einzylinder-Viertaktmotoren gefahren, Ausnahmen bildeten die V-Twins von -> Indian, -> Harley, -> Excelsior oder die englische -> Douglas mit Boxermotor und in den zwanziger und dreissiger Jahren auch die Zweitakt-Scott. Das dominierende Aggregat ist seit annähernd 50 Jahren der 500-ccm-ohm JAP-Motor, zu dem sich nach 1946 der ähnliche -> ESO und in letzter Zeit verschiedene Kleinserienmotoren, vor allem aus englischen Betrieben, gesellten. Bahnmotoren waren stets hoch verdichtet und werden mit Methanol oder Alkohol betrieben. *
Bahnrennen Auf verschiedenartigen, künstlich angelegten Rundkursen, meist Ovale mit einer Streckenlänge zwischen 400 und 1000 Meter, wird eine besondere Art des Motorsports durchgeführt. Die Motorräder sind den Gegebenheiten durch entsprechende Umbauten angepasst. Es gibt Gras-, Sand-, Aschen-, Holz- und Zementbahnen. *
Ballonreifen -> Niederdruckreifen. *
Barbour Hersteller der bekannten englischen Motorradbekleidung aus imprägnierter (gewachster) Baumwolle, wird auch von der Firma Belstaff geliefert. *
Bark Deutscher Hersteller von Einbaumotoren in den dreissiger Jahren. Die 200- bis 600-ccm-Viertakter wurden von -> Ardie, -> Hercules und -> UT verwendet. *
Barr & Stroud Motorenfirma in Glasgow, die in den zwanziger Jahren als einzige Schiebermotoren für Motorräder herstellte (-> Drehschieber). *
Batavus Die holländische Fabrik Batavus begann 1911 mit dem Bau von Leichtmotorrädern. In den letzten 30 Jahren beschränkte man sich auf die Herstellung von Mofas und Mopeds. *
Batteriezündung Der Zündstrom wird bei dieser Anordnung von einer Batterie (bei höherer Drehzahl von  der Lichtmaschine) geliefert. Der Strom fliesst bei geschlossenem Unterbrecher von der Batterie in die Primärwicklung der Zündspule und baut dort ein Magnetfeld auf. Im Zündzeitpunkt lässt der Unterbrecher diesen Stromfluss abreissen, das Magnetfeld verschwindet und induziert in der Sekundärwicklung der Spule die zur Zündung notwendige Hochspannung, welche mit dem Zündkabel auf die Zündkerze geleitet wird. *
Bayerland Zwischen 1924 und 1930 existierte diese Motorradfabrik in München. Konstrukteur Anton Bayerlein baute JAP-Motoren von 250 ins 1000 ccm in seine Fahrwerke ein. *
Bayliss-Thomas Herstellerfirma der englischen -> Excelsior-Motorräder. *
Begrenzungsleuchte Eine solche (weisse) Lichtquelle ist an einem angebauten Seitenwagen gesetzlich vorgeschrieben, um die Fahrzeugbreite darzustellen. *
Beiwagen -> Seitenwagen *
Bekamo Unorthodoxe Zweitakter mit -> Ladepumpe, 1922 von -> Hugo Ruppe entworfen. Die ersten Bekamo-Motorräder wiesen einen Holzrahmen auf. Später wurde der leistungsfähige Bekamo-Motor bei anderen Firmen in Lizenz gebaut. *
Beleuchtung Ein Scheinwerfer mit weissem Licht und eine Rückleuchte mit rotem Lichtaustritt sind laut -> StVZO für Motorräder vorgeschriben. Bei Maschinen mit Erstzulassung vor dem 1.1.1954 müssen die Beleuchtungseinrichtungen kein -> Prüfzeichen aufweisen, so kann man auch mit einer dem Original entsprechenden -> Karbidbeleuchtung fahren, vorausgesetzt, sie ist in gutem Zustand und damit in der Lage, die geforderte Lichtstärke von 0,5 Lux über eine Entfernung von 100 Metern zu erbringen. *
Benelli Im Jahre 1911 wandten sich die sechs Gebrüder Benelli der Motorradfabrikation zu. Ihre Fabrik in Pesaro begann mit leichten Zweitaktern, machte dann auch mit Viertaktern grosse Fortschritte. 1934 gab es eine 175er Rennmaschine mit zwei obenliegenden Nockenwellen, diese Motorenbauart brachte Benelli bis in die fünfziger Jahre grossartige Rennerfolge. Mit leichten Motorrädern konnte die Firma auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der sechziger Jahre überstehen. Seit 1971 befindet sich Benelli zusammen mit -> Moto Guzzi im De Tomaso-Konzern. ITA
Benzin Aus Erdöl gewonnener Vergaserkraftstoff. Der Name hat indessen nichts mit Carl Benz zu tun; er stammt aus dem Arabischen. *
Benzinsiebe Diese sieht man häufig an alten Motorrädern; zum einen dienten sie bei dem früher öfters verschmutzten Kraftstoff als Filter, zu anderen fangen sie Rückstände von Ablagerungen aus dem Tank auf. *
Benzinuhr Dies ist keine Neuerung an scheren Motorrädern aus Japan, in den dreissiger Jahren war ein Kraftstoff-Anzeigegerät schon als (verspieltes) Zubehör erhältlich. *
Benzol Wie -> Benzin ein Kohlewasserstoff, jedoch von sehr hoher Klopffestigkeit. Bis in die dreissiger Jahre verkauften die Tankstellen Benzol-Benzin-Gemische (Bi-Bo) *
Bergrennen Eine der frühesten Motorsportarten war das Befahren von steilen und engen Bergstrassen. Es gelten hierbei besondere Regeln. Jeder Teilnehmer wird einzeln gestartet und fährt sozusagen gegen die Uhr. Bis zu zweiten Weltkrieg wurden auf allen grossen Alpenpässen solche Rennen abgehalten. (Klausen-Rennen) *
Best & Lloyd Englischer Spezialhersteller für -> Handöler, später lieferte diese Firma mechanische Ölpumpen. *
Beta -> Motorradhersteller *
Bianchi Edoardo Bianchi war 1897 einer der ersten Italiener, die sich mit dem Motorrad beschäftigten. Seine Firma avancierte bald zu einem der wichtigsten Hersteller des Landes. 1925 überraschte Bianchi mit einer dohc-350-ccm Rennmaschine, die auch von Tazio Nuvolari, dem berühmten Autorennfahrer, mit viel Erfolg gefahren wurde. Nach dem Krieg gab es von Bianchi fast ausschliesslich kleine Motorräder. Ende der fünfziger Jahre wurde noch einmal ein Werksrennteam gegründet. Die Firma schloss 1967 ihre Tore; der Name Bianchi wurde 1978 indessen von einem Moped-Hersteller wieder aufgegriffen. *
Bi-Bo In den dreissiger Jahren wurde bei Motorradrennen der Betrieb von -> Alkoholmotoren verboten. Die Motoren waren mit einem Benzin-Benzol-Gemisch (50:50) zu fahren, dies wurde scherzhaft Bi-Bo genannt. *
Bicizetta -> Motorradhersteller *
Biflex Bezeichnung einer frühen Form der Vorderradgabel. Zusätzlich zur Bewegung in der Senkrechten ist hier eine Feder auch in der Waagrechten wirksam. *
Big Port Bezeichnung für die erste ohv-AJS 350 ccm von 1923, so genannt wegen des dicken Auspuffrohrs. *
Bimota -> Motorradhersteller ITA
Bing Markenbezeichnung der Vergaserfabrik Fritz Hintermayr, Nürnberg. Vor dem Krieg hauptsächlich bei -> Ardie, -> Triumph, -> Victoria verwendet. *
Binks Englische Vergaserfabrik, 1927 im -> Amal-Konzern aufgegangen. *
Bismarck Unter diesem Namen wurden von 1904 bis 1956 in Radevormwald Motorräder hergestellt. In der ersten Periode bis 1908 verwendete man grossvolumige Einbaumotoren von -> Minerva, -> Fafnir und -> Anzani. Nach einem Neubeginn 1931 kamen -> Ilo- und -> Sachs-Motoren zu Einbau. *
Blackburne Die für ihre Einbaumotoren bekannte britische Firma begann 1908 mit dem Bau kompletter Motorräder. Als sie 1921 von -> OEC übernommen wurde, beschränkte man sich auf den Bau von Viertaktmotoren von 175 bis 600 ccm, die an viele Firmen wie -> Cotton, -> OEC oder -> Zenith geliefert wurden. *
Blattfeder Früher wurden bei vielen Vordergabeln an Motorrädern an Stelle einer Schraubenfeder Blattfederpakete verwendet. Blattfedern am Hinterrad gab es bei -> Indian und -> Megola. *
Blinker Richtungsazeiger *
Blockgetriebe -> Blockmotor. *
Blockmotor Motor und Getriebe waren im Motorradbau lange Zeit getrennt voneinander in separaten Gehäusen eingebaut (bie -> Norton sogar bis 1975). -> Wanderer sah bereits vor dem Ersten Weltkrieg ein gemeinsames Gehäuse vor und schuf damit die ersten Blockmotoren. Von der Konkurrenz wurden sie als zu schwer und "unsportlich" angesehen.
BMW 1916 als Flugmotorenfabrik aus dem Zusammenschluss einiger Münchner Hersteller hervorgegangen, begannen die Bayerischen Motoren Werke 1921 mit dem Bau eines Motorrad-Aggregats. Der von Martin Stolle entworfene 500-ccm-Boxermotor wurde hauptsächlich an -> Victoria geliefert. 1923 wurde dann die erste eigene BMW vorgestellt, die von Max Friz konstruierte R32. Mit Rudolf Schleier, der ein Jahr später für die ohv-Variante R 37 verantwortlich war, begann auch der sportliche Einsatz der BMW-Maschinen. 1929 gab es die erste 750er BMW (R 62), von der auch ein mit Kompressor versehenes Rennmodell abgeleitet wurde. Ernst Henne errang damit seine ersten Weltrekorde. Zur gleichen Zeit fand der teilweise Übergang auf Pressstahl-Rahmen statt. 1935 verwendete BMW als erster Hersteller eine Teleskop-Vordergabel und ein Jahr später erschien mit der modernen R 5 erneut die Rohrrahmen-Bauweise. 1938 wurde die Hinterrad-Federung eingeführt. 1939 gewann Schorsch Meier auf der Isle of Man die 500-ccm-Klasse. Nach dem Krieg wurden die Modelle mit -> Geradweg-Hinterradfederung mit einigen Veränderungen bis 1955 weitergebaut, es gab auch wieder Werks-Rennmaschinen mit obenliegenden Nockenwellen. Die nächste Modellreihe mit dem -> Vollschwingen-Fahrwerk (z.B. R 69) wurde bis 1969 beibehalten. Zwei Jahre zuvor war die letzte Einzylinder-BMW aus dem Programm genommen worden. 1969 gab es wieder eine 750er, die 1973 auf 900 ccm und 1976 auf 1000 ccm vergrössert wurde. BMW beteiligte sich stets an sportlichen Wettbewerben, so dominierte die 500-ccm-BMW RS mit Königswellen-Boxermotor von 1954 bis 1974 in der Gespannklasse bei der Strassenweltmeisterschaft. DEU
Board-Track von 1908 bis 1926 wurden in den USA auf Holzbahnen mit einer Streckenlänge von 1/4 oder 1/3 Meile Motorradrennen gefahren. Die nicht ungefährlichen Veranstaltungen, bei denen dank stark überhöhter Steilkurven Rundenschnitte bis zu 160 km/h erzielt wurden, galten als eine grosse Publikumsattraktion. Es wurden Prestigekämpfe zwischen -> Indian und Harley-Davidson als auch zwischen den hochbezahlten Starfahrern ausgetragen. *
Böhmerland Längstes Serienmotorrad der Welt. Zwischen 1925 und 1938 baute Albin Liebisch in Schönlinde (Sudetenland) dieses dreisitzige (eine lange Sitzbank) Reisemotorrad. *
Bol d'Or 24-Stunden-Rennen für Motorräder auf dem französischen Le Mans-Kurs; es wird seit 1922 ausgetragen. *
Bonniksen Englischer Hersteller von Tachometern. *
Bosch Robert Bosch (1861-1942) entwickelte den 1904 patentierten Hochspannungs-Magnetzünder für Verbrennungsmotoren. Bosch-Magnete galten als Qualitätserzeugnis und wurden bei vielen in- und ausländischen Motorrädern eingebaut. Die Palette der Bosch-Erzeugnisse erfasste schon in der Frühzeit alle elektrischen Zubehörteile für Kraftfahrzeuge wie Scheinwerfer und Signalhörner etc. *
Bosch-Douglas Anfang der zwanziger Jahre wurde der 350-ccm-Längsboxer von -> Douglas bei Bosch in Deutschland in Lizenz gefertigt. *
Boss Hoss -> Motorradhersteller USA
Bowden-Dämpfer Besondere Art eines -> Lenkungsdämpfers, bei dem der Reibungsdämpfer nicht durch eine Schraube, sondern durch einen Seilzug verstellt. wird. *
Bowdenzug Seilzug mit Führung durch ein biegsames Schutzrohr, wobei dieses an beiden Enden fixiert ist und das Seil dadurch frei beweglich bleibt. *
Boy Racer Bezeichnung für die AJS 7 R, das von 1951 bis 1962 käufliche 350-ccm-Rennmodell. *
Bradshaw, Granville Englischer Motorenkonstrukteur, Schöpfer der -> ABC und ölgekühlter Einbaumotoren. *
Brampton Englischer Hersteller von Parallelogramm-Vordergabeln. *
Brands-Hatch Von 1928 bis 1950 wurden hier Grasbahn-Rennen gefahren. Danach wurde die inzwischen asphaltierte Piste zur bekanntesten englischen Rennstrecke. Der kurze, eckige Kurs erfordert spezielle Renntaktiken, wobei jedes Jahr ein "King of Brands" gekürt wird. *
Bremsen Krafträder müssen wie Automobile seit 1938 mit zwei voneinander unabhängigen Bremsen ausgerüstet sein. Aber auch ältere Motorräder, etwa solche mit -> Kardanbremse können zum Strassenverkehr zugelassen werden, falls sie die geforderte Mindestverzögerung von 2,5 m/sec. )auch mit Beiwagen, an dem keine Bremse zwingend vorgeschrieben ist) erreichen. *
Bremslicht Dieses war zwar von der -> StVZO vor 1961 nicht vorgeschrieben, jedoch zumeist vorhanden. Es empfiehlt sich indessen der Anbau auch bei älteren Maschinen, zumal die Leuchte an einem Motorrad vor Baujahr 1961 nicht bauartgenehmigt sein muss. *
Brennabor Die bekannte deutsche Automobilfabrik baute auch einige Male Motorräder, zuletzt mit 98-ccm-Sachs-Motor im Jahre 1940. => Das erste echte Brennabor-Motorrad ging 1903 aus Versuchsobjekten mit Hilfsmotoren hervor. Die Modelle besaßen Motoren der Firma Fafnir und Zedel. 1907 wurde erstmals die dreirädrige Brennaborette erwähnt. Die markanteste Änderung im Jahre 1912 war das hinten abfallende Rahmenoberrohr, wodurch eine sehr tiefe und sichere Sitzposition erreicht wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg beschränkte sich der Motorradbau auf Steher-Rennmaschinen für den Bahnrennsport. Zu Gunsten des Automobilbaus stellten die Brennabor-Werke die Motorrad-Produktion in den 1920er Jahren ein. Bis 1931: Ab dann wurden Leichtmotorräder mit 74 Kubikzentimeter Fichtel und Sachs-Motoren gefertigt, ab 1934 mit 98 Kubikzentimeter-Motoren von Fichtel und Sachs. Hinzu kam ab 1938 die kleine Saxonette. 1940 erschien eine komplette Eigenkonstruktion von Brennabor- die G 100, die bis 1942 produziert wurde. Dann ging wieder einmal die Rüstungsproduktion vor. *
Bridgestone Die grösste japanische Reifenfirma befasste sich zwischen 1952 und 1972 auch mit dem Motorradbau. Die letzten Modelle waren sehr schnelle Drehschieber-Zweitakter mit 250 und 350 ccm Hubraum. *
Britten -> Motorradhersteller NZE
Brooklands Erste künstliche Rennstrecke Europas, 1907 sudwestlich von London erbaut. Bis 1939 wurden auf dem 4,5 km langen Beton-Rundkurs eine Unzahl von Rennen ausgetragen sowie Rekordfahrten unternommen. Brooklands war der Mittelpunkt der britischen Motorsportszene. Die Bahn existiert noch heute, kann aber wegen Kriegseinwirkungen sowie verschiedener Umbauten nicht mehr genutzt werden. *
Brooklands-Topf Spezieller Schalldämpfer, der in -> Brooklands Vorschrift war. *
Brookssattel Oft als Sitz auf Rennmaschinen verwendeter Fahrradsattel. *
Brough-Superior George Brough galt als grosser Idealist unter den englischen Motorrad-Konstrukteuren. Er war bestrebt, das beste, zuverlässigste und schnellste Motorrad zu bauen. Die eleganten Maschinen mit den V-Twins von -> JAP, -> MAG und -> Matchless galten als die Luxus-Motorräder der zwanziger und dreissiger Jahre. 1939 stellte man die Kleinserien-Produktion ein. *
Brown & Barlow Englische Vergaserfirma, die bis zum Zusammenschluss mit -> Amal (1927) Zweischieber-Vergaser herstellte. *
Brozekopf Zylinderkopf aus Bronzelegierung zwecks besserer Wärmeableitung (z.B. bei -> Rudge- und -> Excelsior-Rennmaschinen). Auch als Brennraumeinsatz in einem Alu-Kopf. *
Brumm-Rudge Der Berliner Tuner Friedrich Brumm überarbeitete in den dreissiger Jahren mit grossem Erfolg die englischen -> Rudge-Vierventiler. Brumm-Rudges siegten bei zahlreichen Strassen- und Bahnrennen. *
BSA Der Waffenkonzern Birmingham Small Arms nahm 1906 auch Motorräder in sein Produktionsprogramm. Ein richtiges Volksmotorrad wurde die 250 ccm BSA "Round Tank" in den frühen zwanziger Jahren. Ebenfalls Bestseller waren die -> "Sloper"-Modelle. Nach dem zweiten Weltkrieg baute man mit der "Bantam" die DKW RT 125 erfolgreich nach und konnte auch mit Parallel-Twins nach -> Triumph-vorbild auf allen Märkten konkurrieren. Eine populäre Sportmaschine war die "Gold Star". 1951 wurde Triumph von BSA angekauft, doch in der Öffentlichkeit belebte der enge Konkurrenzkampf der beiden Marken noch lange Zeit das Geschäft. Aufgrund von zahlreichen Fehlern in der Firmenpolitik hatte man 1971/72 grosse Verluste hinnehmen müssen und die BSA-Cycles Ltd. wurde in das -> NVT-Konzerngebilde einverleibt, womit die Geschichte eines der grössten Motorradhersteller zu Ende ging. *
Bücker Von 1922 bis 1958 baute Bücker in Oberursel Motorräder mit angekauften Motoren. Zuletzt waren dies Ilo-Zweitakter mit 125 und 250 ccm, vor dem Krieg jedoch gab es auch Bücker-Maschinen mit grösseren -> MAG, -> Blackburn oder - JAP-Motoren. Ein bemerkenswertes Exemplar war die Bücker-Spoert von 1930 mit dem 1000 ccm JAP-Racing-Twin, zu jener Zeit das teuerste Motorrad im deutschen Angebot. *
Buell -> Motorradhersteller USA
Bulltaco Gegründet 1958 von Francisco Bulto nachdem er Montesa verlassen hatte, Bultaco baute 124cc Einzilinder- Gelände- und Rennmaschinen. Sammy Miller gewann von 1975 bis 1979 die Trail-WM. Danach baute man auch Enduros von 125-350-ccm. 1976, 1978, 1981 gewann man die Strassenweltmeisterschaft bei den 50-, und 125-ccm. 1983 Schliessung wegen internen Problemen. *
Burgess Absorbtionsschalldämpfer britischer Herkunft, der einen verengten, aber geraden Durchgang aufweist. *
Burman Englische Getriebefirma. Burman-Getriebe wurden vor allem bei -> AJS-Matchless und -> Vincent eingebaut. *
Busmar Britischer Seitenwagenhersteller, hauptsächlich grosse Ausführungen mit zwei oder drei Sitzen. *
Cagiva -> Motorradhersteller ITA
Calthorpe Britische Firma, die 1911 mit der Herstellung von Motorrädern mit -> JAP und -> Blackburne-Motoren begann. Berühmt wurde die "Ivory-Calthorpe" wegen ihrer elfenbeinfarbigen Lackierung. Die Firma schloss 1939 ihre Tore. GBR
Camshaft Englische Bezeichnung für Nockenwelle. Oftmals auch Ausdruck für ohc-Motoren ("cammy" Velo etc.). GBR
Cannondale -> Motorradhersteller ITA
Cantilever Hinterradschwinge in Dreiecksform, deren schrägstehende Federelemente am oder unter dem Sitz untergebracht sind. Diese heute wieder sehr populäre Bauweise fand sich schon vor 1914 bei Maschinen von -> NSU und -> Puch. *
Carburetter Englische Bezeichnung für Vergaser (amerikanisch: carburettor oder carburetor). *
Carcano, Giulio Konstrukteur bei -> Moto Guzzi, verantwortlich für die berühmten Rennmaschinen dieser Marke nach 1945. *
Caroll, Arthur Norton-Konstrukteur von 1930 bis 1935. Er schuf die Grundlage zu den langjährigen Rennerfolgen. *
CCM -> Motorradhersteller ITA
Chater Lea Die englische Firma (1900 bis 1937) verwendete eine grosse Zahl von Einbaumotoren der verschiedensten Hersteller. 1925 gab es aber auch einen eigenen ohc-Motor, entwickelt von -> Dougal Marchant. Chater Lea hatte im Export grosse Erfolge zu verzeichnen; die hochwertigen Maschinen fanden vor allem auch in Österreich und der Tschechoslowakei Anklang. *
Chopper Wörtlich "Zerhacker" (engl.), sind dies Motorräder mit langen Vordergabeln und starrem Rahmen. Mit ihnen begann Ende der sechziger Jahre in den USA ein Modetrend in der Motorrad-Szene. *
Chrom Etwa ab 1928 wurden ursprünglich vernickelte Teile Lenker und Armaturen zusätzlich mit einer Chromschicht überzogen. Diese Oberfläche ist leichter zu pflegen, weil sie nicht oxidiert. *
Claxon Mechanisches Signalhorn. *
Clément Der Franzose Adolphe Clément war nach -> De Dion der zweite Hersteller (seit 1897) von Einbaumotoren für Motorräder und Automobile. *
Clyno Die britische Firma begann 1911 mit dem Bau von Motorrädern, deren grossvolumige Motoren in Zusammenarbeit mit -> AJS entstanden. Populär wurde das Clyno-Gespann mit aufmontiertem Maschinengewehr, das im ersten Weltkrieg an die englische und russische Armee geliefert wurde. 1922 wandte sich Clyno ganz dem Automobilbau zu. *
Cockerell, Fritz Münchner Konstrukteur, der in den zwanziger Jahren in seiner gleichnamigen Firma Leichtmotorräder bis 170 ccm baute. Er verwendete Zweitaktmotoren mit liegendem Zylinder. *
Collier Die Brüder Harry und Charles Collier waren zu Anfang des Jahrhunderts die ersten erfolgreichen Motorrad-Rennfahrer Englands. Nach dem ersten Weltkrieg übernahmen sie -> Matchless, die Firma ihres Vaters. *
Columbus Deutscher Einbaumotoren-Hersteller, -> Horex. *
Condor 1901 nahm die Condor SA in Courfaivre im Nordwesten der Schweiz den Motorradbau auf. Nach der anfänglichen Verwendung von -> Zedel-Motoren ging man auf _> MAG und -> Villiers-Agregate über. Am bekanntesten wurden die Maschinen für die Armee und Polizei der Schweiz, BMW-ähnliche Zweizylinder-Boxer mit 580 ccm Hubraum, produziert in den fünfziger Jahren. Condor konnte auch viele Rennerfolge bei nationalen Meisterschaften in der Schweiz verbuchen. Das traditionsreiche Schweizer Unternehmen blieb ausserhalb der Landesgrenzen nahezu ungekannt. *
Cordgewebe In den Reifengummi eingelegte Fäden als Gewebeschicht im Unterbau. *
Cotton Diese englische Firma existiert seit 1920 und war von jeher sehr am Motorsport interessiert. Charakteristisch für die Motorräder mit verschiedenen Einbaumotoren - vor allem -> JAP und -> Blackburne - war der stabile Dreiecks-Rohrrahmen. In den siebziger Jahren gab es mit verschiedenen Geländemotorrädern eine Neubelebung. 1980 stieg Cotton wieder in den Strassenrennsport ein, verfing sich jedoch in wirtschaftlichen Problemen. *
Coventry Eagle Britische Firma, die von 1901 bis 1939 robuste, aber stets sehr moderne Motorräder mit verschiedenen englischen Einbaumotoren herstellte. *
Craig, Joe Konstrukteur und Rennleiter, von 1930 bis 1956 bei Norton in der Versuchsabteilung tätig. Sein Name ist untrennbar verbunden mit der -> Norton "Manx" und der -> AJS "Porcupine". *
CUNA-PS Italienische Art der PS-Angabe, dabei wird die Motorleistung ohne Luftfilter und Auspufftopf gemessen. *
Cycle Car Herkunftsmässig sind die Cycle Cars genannten englischen und französischen Kleinwagen der zwanziger Jahre mit den Motorrädern verwandt. Sie entstanden aus Dreirädern oder Motorradgespannen; aus symmetrisch angeordneten -> Tricycles wurden durch das Anfügen eines vierten Rades die -> Quadricycles. *
CZ Die tschechische Waffenfabrik begann 1932 auch Motorräder zu bauen, bis 1939 handelte es sich dabei um leichte Maschinen mit Zweitaktmotoren. Nach dem Krieg gab es auch Zweizylinder-Modelle mit 350 ccm. Für den Rennsport wurden verschiedene Viertaktmodelle entworfen. Seit einiger Zeit konzentriert man sich mehr auf Moto-Cross-Maschinen. Grosse Produktionszahlen werden vor allem durch die anspruchlosen Zweitakter mit 175 ccm erzielt. *
Daimler Der Automobil-Pionier Gottlieb Daimler gilt zugleich auch als der eigentliche Erfinder des Motorrads. As Versuchsträger für seinen Verbrennungsmotor baute er 1885 ein einfaches Holzfahrgestell mit zwei Rädern, dieses "Reitwagen" genannte Fahrzeug gilt als das erste Motorrad der Welt. Ws blieb bei diesem Einzel-Exemplar, da Daimler seinen Motor in einen Wagen einbauen wollte, das motorisierte Zweirad als eigene Fahrzeuggattung hatte er dabei noch nicht im Sinn. *
Dauerleistung Bis in die fünfziger Jahre gab es bei vielen Motorrädern zwei Leistungsangaben. Der Begriff Dauerleistung stand dabei für die grösste Nutzleistung, die der Motor über längere Zeiträume abgeben kann, ohne dass die Wärmebeanspruchung die zulässige Grenze überschreitet. *
Daytona Auf dem ebenen Sandstrand von Daytona, Florida fanden seit den dreissiger Jahren Motorradrennen statt, vorher diente die Sandpiste als Rekordbahn. Erst ab den sechziger Jahren wechselte man auf ein Beton-Oval über, wo heute das schnellste Motorradrennen der Welt, die 200 Meilen von Daytona gefahren wird. *
De Dion-Bouton Vor der Jahrhundertwende war die französische Firma De Dion-Bouton der erste Industriebetrieb der Kraftfahrzeug-Branche. De Dion-Erzeugnisse wurden in vielen Länder exportiert, so dass die meisten der Pionierfahr7zeuge mit zwei, drei oder vier Rädern mit französischen Motoren ausgerüstet waren. Die De Dion-Bouton-Dreiräder beherrschten in den Anfangstagen des Motorradsports die Szene. *
Decke Bezeichnung für den tragenden Teil der Bereifung, die sich auf den lufthaltenden Schlauch abstützt. *
Deflektor Aufsatz beim -> Nasenkolben. *
Dekompressionshahn -> Zischhahn. *
Dekompressor Um einen Motor leichter starten zu können, verringert man den Kompressionsdruck durch ein gesondertes Ventil (beim Zweitakter) oder durch leichtes Anheben des Auslassventils. *
Della Ferrera Die Firma wurde 1909 gegründet und galt bis in die dreissiger Jahre in Italien als Nobelmarke. Man beteiligte sich zwar auch an sportlichen Veranstaltungen, doch lag bei Della Ferrera der Schwerpunkt auf den Tourenmaschinen. *
Dell'Orto Italienische Vergaserfabrik. *
Delta Gnom Die bekannte österreichische Firma begann 1925 mit eigenen Zweitaktmotoren, zog aber später englische JAP-Aggregate vor. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte man zum Zweitakt-verfahren zurück und verwendete Motoren von -> Rotax, -> Puch, -> Ilo und HMW. 1955 wurde die Herstellung beendet. *
Desmodromik Anstelle einer Ventilfeder übernimmt ein nockengesteuerter Hebel das Schliessen des Ventils. Versuche wurden um 1956 bei Norton durchgeführt, 1958 führte Ducati dieses System bei Rennmotoren ein und verwendet es seit den siebziger Jahren auch bei Serienmaschinen. *
Diamant Diese Firma gehört zu den Pionieren in Deutschland. 1903 begann die Motorrad-Produktion mit -> Fafnir-Motoren. von 1908 bis 1926 gab es eine Unterbrechung der Fertigung, dann baute man Maschinen mit Kühne-Motoren, kurz darauf wurden die Elite-Werke übernommen. Ab 1929 stellte Elite-Diamant Opel-Motorräder her, welche wiederum von -> Neander stammten. Nach der Einstellung dieser Fabrikation wurden noch bis 1940 98er Sachs-Mofas gebaut. *
DIN-PS Motorleistungsangabe nach der Deutschen Industrie-Norm. Die Leistung wird hier mit allen im tatsächlichen Betrieb verwendeten Vorrichtungen wie Schalldämpfer, Luftfilter, Lichtmaschine und Kühlventilator am Kurbelwellenausgang gemessen. Die Angaben liegen 10 bis 25% unter der -> SAE-Leistung und etwa 5 bis 10% unter der -> CUNA Angabe. *
Direktantrieb Bevor man bei Motorrädern variable Übersetzungen und Kupplungen einführte, verwendete man einen starren Antrieb vom Motor auf das Hinterrad (z.B. bei der FN-Vierzylinder). Durch die Anwendung von Riemenantrieben wurde hierbei jedoch für eine gewisse Eigenelastizität gesorgt. *
Dirt Track Die Motorradrennen auf unbefestigtem Untergrund kamen vor dem ersten Weltkrieg in den USA auf, man führ auf 1,6 km (=1 Meile) langen Pferderennbahnen. Später wurden eigene Aschenbahnen für Motorräder geschaffen. In England wurden diese Rennen ab etwa 1927 auf 400-Meterbahnen gefahren, woraus das heutige -> Speedway entstand.
DKW Die grösste Motorradfabrik in den dreissiger Jahren wurde 1919 von dem Dänen J.S.Rasmussen im sächsischen Zwickau gegründet. "Das Kleine Wunder". Es folgten die ersten Motorroller "Golem" und "Lomos", doch erst mit leichten Zweitaktmaschinen mit 150, 175 und 200 ccm konnte Mitte der zwanziger Jahre der Durchbruch gelingen. Zu dieser Zeit entstand auch die erste der erfolgreichen -> Ladepumpen-Rennmaschinen. Mit der -> Schnürle-Umkehrspülung setzte sich DKW in den dreissiger Jahren an die Spitze der Motorradindustrie, die SB- und NZ-Modelle wurden Verkaufsschlager. Die DKW-Rennmaschinen mit den aufgeladenen Zweitaktmotoren beherrschten die 250-ccm-Klasse im internationalen Renngeschehen. Nach Kriegsende wurden DKW-Konstruktionen (RT 125) von etlichen ausländischen Herstellern kopiert. Die Zwickauer Fabrik baute nun -> IFA und später -> MZ-Motorräder. Die DKW-Modelle wurden ab 1949 in Ingolstadt hergestellt; mit den RT 125, 175, 200, 250 und 350 konnte man erneut grosse Erfolge erzielen. Neben -> NSU wurde DKW wieder zur beliebtesten Marke. Im Niedergang des Motorrads in Deutschland wurde die Marke 1957 verkauft und der -> Zweirad-Union angegliedert. DEU
dohc International gebräuchliche Bezeichnung für zwei obenliegende Nockenwellen (engl. double overhead camshaft). *
Doppelkolben Zweitaktmotoren von -> Garelli, -> Puch und -> Triumph-Nürnberg wiesen zwei Arbeitskolben auf, die einen gemeinsamen Verbrennungsraum hatten. Ein Kolben steuerte den Auslass-, der andere den Überströmvorgang. Das -> Gabelpleuel hält die Kolben entweder nebeneinander (Triumph) oder hintereinander (Puch). *
Doppelport Ein gegabelter Auslasskanal führt in zwei Auspuffkrümmer, eine Anordnung, die in den dreissiger und fünfziger Jahren eigentlich mehr ein Modegag war und weniger eine nutzbringende Einrichtung. *
Doppelrohrrahmen Durch Querrohre verbunden bilden zwei Rohrrahmenkonstruktionen ein stabiles Fahrwerk. Meist wird die Ausführung durch eine einzelne Oberrohrführung vereinfacht. *
Doppelzündung Schon früh experimentierte man mit der heute vor allem im Sport wieder aktuellen Doppelzündung. Zwei Zündkerzen pro Verbrennungsraum werden dabei von zwei voneinander unabhängigen Zündanlagen gezündet. *
Dot Heute die zweitälteste englische Motorrad-Marke. Die Firma verwendete stets Aggregate aus dem Einbaumotoren-Angebot fremder Hersteller und baute bis 1932 gute Gebrauchsmaschinen aller Hubraumklassen. 1948 wurde die Fabrikation wieder aufgenommen und bis heute sind Spezialmodelle für -> Moto-Cross und -> Trial im Programm, die nur noch auf Bestellung gefertigt werden. *
Douglas Solange sie Motorräder herstellte, also von 1907 bis 1956 hielt die Firma aus Bristol am Boxermotor fest. Im ersten Weltkrieg lieferte Douglas grosse Stückzahlen des 350-ccm-Modells an die Armee. Douglas war auch von Anfang an im Rennsport engagiert, vor allem auf der -> TT feierten die niedrigen 350-, 500- und 600-ccm-Renner grosse Erfolge. Douglas war die erste Firma, die spezielle Maschinen für -> Bahnrennen herstellte. In Deutschland war der Name untrennbar mit Grasbahnrennen verbunden. 1936 brachte Douglas ein Modell mit quergestelltem Motor und Kardanantrieb heraus. Diese Bauart fand aber erst nach dem Krieg den erhofften Absatz. *
Dowty-Oleomatic Die englische Firma Dowty war der erste Hersteller von hydraulisch gedämpften Federbeinen für Motorräder, sie fanden erstmals 1937 bei der -> Velocette KTT Mk 8-Rennmaschine Verwendung. Später baute man bei Velocette auch Telegabeln von Dowty ein. *
D-Rad In einer staatlichen Waffenfabrik in Berlin-Spandau wurden die stabilen, zuverlässigen D-Räder hergestellt. Konstrukteur -> Martin Stolle verband moderne Ideen mit bewährtem Design und die "Spandauer Springbäcke" waren sehr beliebt in Deutschland, auch bei Spoertveranstaltungen. 1933 wurde die Firma -> NSU angegliedert. *
Drag Racing Die in Amerika und England sehr populären Sprintrennen werden als Beschleunigungsprüfungen über eine Viertelmeile abgehalten. Diese spektakuläre Motorsportart wurde in England erstmals 1923 in Brighton durchgeführt, die bekannteste Veranstaltung waren vor 1939 die "Gatwick Speed Trials". *
Drahtreifen An die Stelle des Reifenwulstes, der diesen in der -> Flachbettfelge hält, tritt beim Drahtreifen ein einvulkanisiertes Drahtseil, das in der Tiefbettfelge den Reifen festhält. Diese Bauart war zwar auch schon in der Anfangszeit des Motorrads bekannt, setzte sich aber erst ab 1928 (zuerst in England) durch. *
Drehgriff Der Drehgriff mit geradliniger Seilführung im Lenkerrohr wurde zuerst bei -> Indian und -> Harley-Davidson in zweifacher Ausfertigung als Gas- und Luftregulierung anstelle von Hebeln angewandt. Der eigentliche Gasdrehgriff entstand erst, als die Vergaserbetätigung mit einem einzigen Zug eingeführt wurde (Einschiebevergaser). Eine weitere Drehgriff-Verwendung neben dem rechtsseitigen Gasgriff war verschiedentlich die eines Zündverstellers am linken Lenkerende. In den fünfziger Jahren löste der heute gebräuchliche Wickelgriff mit senkrechter Seilanlenkung vorhergehende Typen ab. *
Drehgriffschaltung Bei Mopeds und vor allem bei Motorrollern wurde ab 1946 die Getriebeschaltung mittels Seilzug und einem mit dem Kupplungshebel kombinierten Schaltdrehgriff eingeführt. *
Drehschieber Es gibt mehrere Arten von Drehschiebersteuerungen, beim Zweitakter wie auch beim Viertaktmotor. Bei dem von Charles Knight 1907 erfundenen Schiebermotor (-> Barr & Stroud) übernehmen senkrecht stehende Walzen die Rolle der Ventile. Eine zentrale, waagrecht im Zylinderkopf angeordnete Walze absolvierten bei Versuchen von -> Rudge und -> NSU die Gaswechselsteuerung des Viertaktmotors. Populär wurde der Plattendrehschieber, der bei Zweitaktmotoren den Gemischeinlass am Kurbelgehäuse steuert. *
Dreiecksrennen In der Motorsportbegeisterung der zwanziger und dreissiger Jahre wurden zwischen Ortschaften dreiecksförmige Rennkurse auf öffentlichen Strassen ausgeschildert. *
Dreikanalmotor Bezeichnung für den Zweitaktmotor mit je einem Ein- und Auslasskanal und dem Überströmkanal. *
Dresch Von 1923 bis 1939 existierte diese französische Firma. Ihre mit Einbaumotoren verschiedener einheimischer Hersteller sowie von -> MAG und -> JAP versehenen Motorräder waren in Frankreich weit verbreitet. *
Drosseln Um einen hochgezüchteten Motor standfester zu machen oder die Verwendung von niederoktanigem Kraftstoff zu ermöglichen, kann man durch Unterlegen von dickeren Dichtungen die Verdichtung verringern. Oder aber man verringert den Einlassquerschnitt und erreicht durch die geringere Gaszufuhr eine Herabsetzung der Drehzahl. Diese Vorkehrungen waren früher beliebt, um einen Sportmotor alltagstauglich zu machen. *
Druckumlaufschmierung Eine Pumpe am tiefsten Punkt der Ölwanne saugt das Öl an und pumpt es über ein verzweigtes System von Schmierleitungen zu den Schmierstellen im Motor. Von dort aus fliesst es zurück zum Pumpenreservoir. *
Druidgabel Parallelgabel aus dünnen Stahlrohren, deren Schraubenfedern nur vertikale Stösse aufnehmen. *
Ducati Zulieferbetrieb der Flugzeugindustrie, der 1950 zum Motorradbau überging. Markenzeichen dieser italienischen Firma wurden die Einzylinder-Modelle mit -> Königswelle von 125 bis 450 ccm. Bei Rennmaschinen wurde in der Ventilsteuerung -> Desmodromik angewendet, die später auch in Serientypen zu finden war. 1971 kamen die ersten V-Zweizylinder heraus, die heute das Rückgrat des Ducati-Programms bilden. ITA
Dunelt Englische Firma, die 1919 ein eigenes Zweitaktverfahren mit der Verwendung von Stufenkolben mit zwei unterschiedlichen Durchmessern herausbrachte. Ab 1929 gab es dann auch Maschinen mit -> Villiers und -> Python-Motoren. Die Herstellung wurde 1935 aufgegeben. *
Dunlop Im Jahre 1888 erhielt der Ire John Boyd Dunlop ein Patent auf den von ihm erfundenen Luftreifen, der bald die Vollgummi-Bereifung im Fahrradbau ablöste und auch bei der Einführung des Motorrades zur Verfügung stand. *
Dunstall Motorcycles -> Motorradhersteller USA
Duplex-Bremse Wie auch bei der -> Simplex-Bremse enthält diese Trommelbremse zwei Bremsbacken, jedoch sind dise durch je einen eigenen Bremsnocken gesteuert, so dass beide auflaufend wirken. *
Dürkopp Schon im Jahre 1901 baute diese Firma ihre ersten Motorräder und gehörte damit zu den aller ersten dieser Branche in Deutschland. Vier Jahre später hatte Dürkopp bereits eine Vierzylinder-Maschine im Programm, doch noch vor dem ersten Weltkrieg hatte man zugunsten des Automobilbaus die Motorräder aufgegeben. In den dreissiger Jahren gab es einige Moped-Modelle mit Sachs-Motoren, ab 1949 wurde mit Sachs- und Ilo-Motoren ein neuer Anfang im Motorradbau gemacht. Zwei Jahre später standen wieder eigene Zweitakt-Aggregate zur Verfügung. Ab 1959 rentierte sich der Motorradbau nicht mehr und Dürkopp konzentrierte sich ganz auf die Herstellung von Nadellagern. *
Düsenstock Bezeichnung für den Teil des Vergasers, der die Hauptdüse trägt. *
Dynastart Bei dieser bereits 1903 von -> Bosch entwickelten Anlage wirkt die Lichtmaschine zugleich als Anlasser (Lichtmagnetzünder). Vor allem an DKW-Motorrädern verbreitet. *
Earles-Gabel In England wurde die geschobene Langarm-Vorderradschwinge, wie sie auch die BMW-Modelle von 1955 bis 1969 aufwiesen, mit dieser Bezeichnung versehen. *
Earls Court In der Londoner Ausstellungshalle finden seit 1937 die wichtigsten Motorrausstellungen statt, die britische Industrie präsentiert hier steht's das neue Modellprogramm. *
Eaton-Pumpe Eine Ölpumpenbauart, bei der zwei gegenläufige Sternräder das Öl in das Umlaufsystem pumpen. *
Ecomobil -> Motorradhersteller *
Einbaumotoren Bis in die fünfziger Jahre gab es eine grosse Zahl von Motorradfirmen ohne eigene Motorenproduktion. Hersteller wie -> Fafnir, -> Minerva, -> JAP, -> MAG, -> Blackburne, -> Sachs oder -> Ilo boten ihnen eine grosse Auswahl von Einbauaggregaten an. Die Vielfalt der Motorradmarken in den zwanziger Jahren wie auch nach dem zweiten Weltkrieg wäre ohne die grosse Palette an Einbaumotoren undenkbar gewesen. In Italien beliefern heute noch die Firmen Minarelli und Franco Morini sowie Sachs aus Deutschland unzählige kleine Betriebe mit Einbaumotoren. *
Einhebelvergaser An Stelle der zwei Bedienungshebel für Luft und Gasschieber wird bei diesem Vergasertyp nur der Gashebel benötigt, der Luftschieber ist hierbei lastabhängig im Vergaser angekoppelt. *
Einspritzhahn Ein auf dem Zylinderkopf angebrachter kleiner Trichter mit einem Absperrhahn diente früher zur Starterleichterung, indem man dort etwas Benzin in den Verbrennungsraum fliessen liess. Einmal diente dies zur besseren Verdampfung zur ersten Zündung und zum anderen zur Lösung des des erkalteten und deshalb erstarrten Öls (-> Zischhahn). *
Einspurwagen Verschiedene -> Cycle Cars wurden in den zwanziger Jahren als Einspurwagen angeboten. Grundsätzlich nach Motorrad-Prinzipien gebaut, wiesen diese mit einer Karosserie versehenen Fahrzeuge seitliche Stützräder auf. In Deutschland wurde das Mauser-Einspurauto bekannt. *
Elefantentreffen Von Fahrern der Zündapp-Gespannmaschine "Grüner Elefant" 1958 eingeführtes jährliches Motorradtreffen. Es fand zunächst auf der -> Solitude statt, dann aber wurde der Nürburgring traditioneller Austragungsort. Wohl fühlten sich die Teilnehmer des winterlichen Treffens besonders im tiefen Februar-Schnee. Aus dem kameradschaftlichen Treffen eingefleischter Motorradfahrer wurde in den letzten Jahren indessen eine Massenveranstaltung. *
Elektrische Beleuchtung Die ersten elektrischen Scheinwerfer gab es bereits vor dem ersten Weltkrieg, doch wurden sie allgemein als unzuverlässig und nicht für Motorräder geeignet angesehen. Erst ab etwa 1928 wurden elektrische Beleuchtungsanlagen auch im Serienbau eingeführt, bis dahin waren sie nur als Sonderzubehör erhältlich. *
Elektron Die Leichtmetall-Magnesiumlegierung ist um 60% leichter als Aluminium und wurde schon Ende der zwanziger Jahre bei manchen Rennmotorrädern verwendet, charakteristisch ist der gelbe Schimmer dieses Metalls. Die Bezeichnung war vor 1939 für die Firma Elektron geschützt. *
Emaille In den zwanziger Jahren gab es an manchen Motorrädern emaillierte Lackflächen (Rahmen und Tanks). *
EMW Unter der Markenbezeichnung EMW (Eisenacher Motoren-Werke) produzierte die sowjetische Firma Awtowelo in Eisenach nach Ende des zweiten Weltkriegs Motorräder. Es gab bis 1957 ein 350-ccm-Motorrad, das dem BMW-Vorkriegsmodell R 35 entsprach. *
Enduro Dieser Begriff stammt aus dem Spanischen und bedeutet "Ausdauer". Ausgehend von den USA werden seit den frühen siebziger Jahren Geländemotorräder so bezeichnet. Besonderes Merkmal dieser Motorräder ist die Tauglichkeit sowohl für Querfeldeinfahrten als auch für die Strasse. *
Enduro-Rennen Geländerennen über Distanzen von 200 bis 3600 Kilometer. (Paris-Dakar) *
Entfield-Naben -> Royal Enfield. *
Entwickler -> Acetylenlampen. *
Ersatzschlauch Bei den früher sehr störungsanfälligen Reifen gehörte ein Ersatzschlauch zur ungedingten Ausrüstung des Motorrads. Es gab in der Anfangszeit sogar passende Lederetuis für die Unterbringung am Fahrzeug. *
ESO Die kleine tschechische Firma begann 1949 mit dem Bau von 500-ccm-Einzylindern zur Verwendung im -> Speedway. Sie wurde von -> Jawa übernommen, wo die Motoren weitergebaut und versuchsweise auch in Moto-Cross- und -> Geländemaschinen montiert wurden. Die heutigen Jawa-Speedwaymotorräder werden noch immer im ESO-Betrieb in Divisov gebaut. *
Europameisterschaft Von 1924 bis 1939 wurde in verschiedenen Hubraumklassen bei Straßenrennen ein Europatitel vergeben.  Dazu wurde bis 1937 jedes Jahr in einem anderen Land der »Große Preis von Europa- ausgeschrieben und der Sieger dieses Rennlaufs war zugleich Europameister. *
Evans Eines der wenigen amerikanischen Leichtmotorräder.  Das von 1919 bis 1924 gebaute 119ccm-Maschinchen war auch in Deutschland sehr beliebt und wurde von -> Stock in Lizenz gebaut. *
Excelsior Da es mehrere Motorradmarken dieses Namens gab, wurden die Motorräder der englischen Firma in Deutschland unter -> "Bayliss Thomas« verkauft.  Die Firma aus Coventry gehörte zu den englischen Pionieren des motorisierten Zweirads.  Man begann mit -> De Dion- und -> Minerva-Motoren und verwendete später -> JAP-Aggregate. Für Rennzwecke und später zur Serienverwendung entwarf man in den dreißiger Jahren verschiedene ohc-Modelle.  Nach 1945 gab es bei Excelsior nur noch Zweitaktmodelle mit -> Villiers-Motoren.  Die amerikanische Marke Excelsior war im Ausland als -> „Super X“, bekannt. Die 1908 gegründete Firma gehörte dem Zweiradimperium des Chicagoer Industriellen Ignaz Schwinn an und war der schärfste Konkurrent von -> lndian und -> Harley Davidson auf dem amerikanischen Motorradmarkt.  Wie diese beiden, stellte Excelsior-USA ebenfalls große V-Zweizylinder her.  Ab 1917 übernahm man den Bau der -> Henderson-Vierzylinder. 1931 beendete der Schwinn-Konzern seine Motorrad-Aktivitäten.  In den zwanziger Jahren gab es auch in Deutschland zweimal die Marke Excelsior, in Brandenburg und in München. *
Expansionsbremse Die -> Innenbackenbremse hieß früher auch Expansionsbremse, weil sich die Bremsbacken „ausdehnten“, wenn sie sich an die Bremsfläche anlegten. *
Expansionstopf Eine genau abgestimmte Auspuffanlage weist einen Expansionstopf auf, wo die Druckwelle der Auspuffgase unter Kontrolle gebracht wird.  Diese Konstruktionen entstanden in den fünfziger Jahren. *
Express Als einer der ersten deutschen Motorradhersteller (ab 1903) stattete Express die Maschinen mit -> Fafnir-Motoren aus.  Aber noch vor dem ersten Weltkrieg wurde ihre Produktion wieder eingestellt.  Nach verschiedenen Leichtmotorrädern in den dreißiger Jahren nahm man 1949 den Motorradbau mit -> Ilo-Motoren noch einmal auf.  Die Firma wurde 1957 der -> Zweirad-Union angegliedert. *
Eysink Erste holländische Motorradfabrik.  Schon 1899 begann die Produktion mit -> Fafnir- und ->  Minerva-Motoren.  Eysink-Motorräder gab es auch als in den Niederlanden montierte Fremdfabrikate, die sich dadurch gut verkaufen ließen.  Nach 1945 konzentrierte sich Eysink auf leichte Zweitakter mit -> Villiers-Motoren bis zur Aufgabe der Fertigung im Jahre 1956. *
Fafnir Die in Aachen ansässige Firma hatte von -> Werner die Lizenz zur Produktion von -> Einbaumotoren erhalten. Ab 1900 lieferte man relativ grosse Stückzahlen an die verschiedensten Motorrad-Hersteller. Von 1903 bis 1914 produzierte Fafnir auch komplette Fahrzeuge. *
Fahrrad-Hilfsmotor Kleine Motoren, die man in ein Fahrrad einbauen konnte, gab es schon vom Anfang der Motorradentwicklung an. Einen Höhepunkt erlebte diese Fahrzeugart in Deutschland nach 1945. Heute gibt es nur noch komplette "Motorfahrräder", die aber schon mehr als Mopeds anzusehen sind. *
Falcone Berühmtes Touren- und Behördenmotorrad von -> Moto Guzzi mit dem charakteristischen, liegenden 500-ccm-Einzylindermotor. *
Federbett-Rahmen Der von Rex Mc Candless (Bruder: Cromie McCandless - Testfahrer) geschaffene geschlossene Doppelschleifenrahmen wurde 1950 erstmals bei den Werksrennern von Norton verwendet. Das mit Telegabel und Hinterradschwinge versehene Fahrwerk erhielt seinen Namen wegen der gelungenen Abstimmung und dem Fahrkomfort. Bei Norton-Serienmodellen war der Rahmen bis 1969 zu finden. *
Feinstprofil In die Lauffläche eines Reifens werden mit einem Reifenhobel nachträglich feine Längsrillen eingeschnitten; diese für die Bodenhaftung förderliche Feinstprofilierung wird auch "Sommern" genannt und war früher weit verbreitet. *
Felber Österreichisches Seitenwagenfabrikat. Charakteristisch waren der kanuförmige Bug und der über das Vorderteil verlaufende Rahmenbügel. *
Felgenbremse Bis in die zwanziger Jahre hielt sich diese nicht gerade wirkungsvolle Vorderradbremse auch bei schwereren Motorrädern. An einer durch einen Seilzug betätigten Zange sind zwei Bremsklötze befestigt, die beidseitig auf die Felge greifen. *
Fensterkolben Manche Zweitaktmotoren weisen Kolben mit mehreren Durchbrüchen im Kolbenhemd auf, die das Einströmen in die Überströmkanäle ermöglichen. *
Ferodo Engl. Reibbelag-Hersteller (Brems- und Kupplungsbeläge). *
Fichtel & Sachs Deutscher Kugellager- und Zweitakt-Einbaumotoren-Hersteller (-> Sachs). *
Filter Man findet an Motorrädern bis 1939 nur vereinzelt Luftfilter für die Vergaserluft. Empfehlenswert ist aber auch heute noch ein Kraftstoff-Filter. *
FIM Internationaler Dachverband des Motorradsports. Die Organisation wurde 1904 als FICM (Fédération Internationale des Clubs Motocyclistes) ins Leben gerufen, die Änderung des Namens erfolgte 1952. *
Fischer-Amal Deutscher Lizenznehmer der englischen Amal-Vergaserfabrik. Fabrizierte bis in die fünfziger Jahre. *
Fischschwanz Am Auspuffende wurde früher oftmals eine Verengung des Rohrs zur Schalldämpfung angebracht; das abgeflachte Blechteil wurde Fischschwanz genannt. *
Flachbettfelgen Diese Felgenart hat keine Vertiefung im Felgenquerschnitt, es werden hier -> Wulstreifen aufgezogen. *
Flachriemen Die ersten Motorräder wiesen einen Flachriemen als Hinterradantrieb auf. Er war zumeist aus Leder gefertigt; es gab auch aus Lederstreifen geflochtene Riemen. Flatterbremse: Dem Flattern der Vordergabel wirkt man durch einen Lenkungsdämpfer entgegen. Früher, als diese noch als Reibungsdämpfer auf oder unter dem Lenkkopf ausgeführt und durch eine Flügelschraube oder ein Einstellrad zu verstellen waren, sprach man hier von einer Flatterbremse. *
Flexibler Beiwagen Um die auf den Motorradrahmen einwirkende starke Belastung im Beiwagenbetrieb etwas zu mindern, stellte man vor allem bei -> Harley-Davidson in den zwanziger Jahren Versuche mit einem halb-starr befestigten Seitenwagen an. Dabei wurde dieser mit zwei Kugelköpfen und einer als Verstrebung dienenden Blattfeder angeschlossen. *
Flüssigkeitsdämpfer -> Öldruckdämpfer. *
Flüssigkeitskühlung Nicht alle Motorräder waren stets luftgekühlt. So hatte etwa die erste -> Scott von 1909 wassergekühlte Zylinder, genau wie -> Opels Rennmaschine von 1922 und hochbelastete Renn-Zweitakter bis heute. Ölgekühlte Motoren gab es bei -> Bradshaw und -> Windhoff. *
Fluten Zur Anreicherung des Kraftstoff-Luft-Gemischs beim Startvorgang bringt man die Vergaserschimmerkammer durch Niederdrücken des Schwimmers zum Überlaufen, wodurch ein Benzinnebel im Mischrohr entsteht. *
Flying Merkel Amerikanisches Fabrikat fortschrittlicher Motorräder vor dem ersten Weltkrieg, zum Teil mit Hinterrad-Schwinge und Elektro-Starter. Es wurden nur wenige Exemplare der sehr teuren V-Zweizylinder bis ins Jahr 1915 produziert. *
FN Abkürzung für Fabrique Nationale des Armes de Guerre, Herstal, Belgien. Die Waffenfabrik begann 1901 mit der Produktion von Motorrädern. Dieses Unternehmen gehörte bis zur Schliessung der Motorrad-Abteilung im Jahre 1956 zu den wichtigsten der Branche. Berühmtestes Modell war die Vierzylinder-Kardanmaschine, die von 1903 bis 1926 angeboten wurde. FN war stets bestrebt, moderne Technik in die Serie einfliessen zu lassen und beschäftigte bekannte Konstrukteure wie -> Kelecom, -> Marchant und -> Patchett. Anfang der dreissiger Jahre wurden die Aktivitäten auf dem Sportsektor verstärkt und sogar eine Kompressor-Maschine zur Erringung des absoluten Weltrekords gebaut. Nach 1945 holte sich FN mit den schweren 500er-Einzylinder noch grosse Erfolge im Moto-Cross. *
Foede, Walter Als Versuchsleiter und Konstrukteur bei NSU war Froede an der Entwicklung der erfolgreichen Rennmaschinen der fünfziger Jahre beteiligt. *
Fottweg Die kleine Firma existierte zwischen 1921 und 1937 in München. Man baute leichte und sehr zuverlässige Motorräder, mit eigenem 175-ccm-Motor. Hauptabnehmer war die Bayerische Post, für die auch ein Lastendreirad gebaut wurde. *
Framo-Vergaser Die zum DKW-Konzern gehörende Fahrzeugfirma Framo lieferte die Motorradvergaser für DKW. *
Francis-Barnett Gegründet nach dem ersten Weltkrieg, baute diese Firma stets gute Gebrauchsmotorräder bis 350 ccm. Es wurden fast ausschliesslich -> Viliers-Motoren eingebaut. In den -> AMC-Konzern integriert, gab es Francis-Barnett-Motorräder noch bis 1964. *
Frankfürter Top In den fünfziger Jahren vorgestellter neuartiger Schalldämpfer aus Leichtmetall-Guss mit eingebautem Labyrinth, wo sich nicht nur die Schallwellen brachen, sondern auch die Auspuffgase gekühlt wurden. *
Fresser Als Folge mangelhafter Schmierung tritt - beispielsweise beim Kolben an der Zylinderwandung - erhöhte Reibung auf, wobei sich der Kolben "festfressen" kann. *
Friktionsdämpfer -> Reibungsstossdämpfer. *
Frischölschmierung Bei Zweitaktmotoren war es stets üblich, das Schmieröl dem Kraftstoff beizumischen, es gab früher jedoch schon Ausführungen mit einem separaten Ölvorrat und einer Ölpumpe, eine Bauart, die sich heute durchgesetzt hat. Auch bei Viertaktern gibt es eine Art Frischölschmierung (-> Verlustschmierung). *
Friz, Max Konstrukteur der ersten -> BMW-Motoren und -Motorräder in den zwanziger Jahren. Er baute den Boxermotor quer ein und verband ihn mit einem Kardanantrieb, womit er das bis heute beibehaltene BMW-Konzept schuf. *
Fussbretter Nicht nur am schweren amerikanischen Motorrädern fand man früher Fussbretter, sie waren für fast alle Motorräder lieferbar. *
Fusskupplung Die Betätigung der Kupplung mittels Fusshebel war in den Zwanziger und dreissiger Jahren vie vielen Motorrädern üblich. Bei schweren amerikanischen Reisemaschinen gibt es den Fusshebel noch immer. *
Fussschaltung Das erste mit dem Fuss zu schaltende Getriebe findet man an der -> Scott von 1909. Die Fussschaltung mit Ratschenmechanismus, wie sie heute verwendet wird, führte 1928 die britische Firma -> Velocette ein. *
Gabelpleuel Bei einem _ Doppelkolben-Zweitakter sind hier zwei Kolben an einem gemeinsamen Pleuel befestigt, das zwei Kolbenbolzenaugen aufweist. *
Gabelscheiden Zahlreiche deutsch Motorräder wiesen früher Trapezgabeln mit Gabelkörpern aus gepressten Blechprofilen auf. *
Gallone Englisches und amerikanisches Hohlmass: 1 gal (UK) = 4,55 Lt. / 1 gal (US) = 3,79 Lt. . Eine englische Gallone setzt sich zusammen aus vier Quarts, wobei 1 Quart 2 Pints entspricht. *
Gambalunga Die von -> Moto Guzzi gebauten 500-ccm-Einzylinder Rennmaschinen wurden in den fünfziger Jahren mit diesem Namen belegt, der auf italienische "Lang-Bein" bedeutet. *
Ganganzeige An vielen Motorradgetrieben fand man früher Markierungen mit einem Zeiger am Schalthebel, an denen man den eingelegten Gang ablesen konnte. *
Garelli 1913 konstruierte der italienische Rennfahrer Alberto Garelli seinen eigenen Zweitaktmotor, dabei verwendete er zwei Kolben zur Gassteuerung (-> Doppelkolbenprinzip). Garelli-Rennmaschinen galten bis zum Auftreten der DKW als schnellste Zwitakter. nach 1945 verlegte sich Garelli auf konventionelle schlitzgesteuerte Motoren, vornehmlich mit 49 ccm. *
GAS-GAS -> Motorradhersteller ESP
Gazda-Lenker Die Wiener Firma Gazda stellte in den zwanziger Jahren einen speziellen Motorradlenker her, der aus einem dunnen Blattfederpaket bestand und dadurch Fahrbahnstösse hervorragend abfangen konnte. *
Gebläsekühlung Viele der ersten 50-ccm-Mopeds in den fünziger Jahren in Deutschland wurden durch ein Luftgebläse gekühlt, Motorroller machten dieses System wegen ihrer Motrorabdeckung ebenfalls notwendig. Bei DKW wurden gebläsegekühlte Motoren mit 150 ccm und 200 ccm schon 1922 hergestellt. *
Geländefahrt Diese in Deutschland seit den dreissiger Jahren sehr geliebte Sportart wird stets als Langstreckenwettbewerb durchgeführt, wobei man Wert auf ein schwierigeres Gelände sowie gute Orientierungsfähigkeit legt. Es werden Sollzeiten vorggeben, die weder unter- noch überschritten werden dürfen. *
Geländemaschine Lange Zeit wurden Geländefahrten mit serienmässigen Motorrädern bestritten, erst in den dreissiger Jahren begann man spezielle Maschinen dafür zu bauen. Begnügte man sich damals lediglich mit anderen Reifen, Motorschutzschild und hochgelegter Auspuffanlage, so führte die Entwicklung nach dem Kriege immer mehr zum Spezial-Sportgerät. *
Gelenkscheibe Bei Kardanantrieb übernimmt eine Gewebe- oder Gummischeibe, auch Hardy-Scheibe genannt, die Verbindung von der Antriebswelle auf die Gelenkwelle zum Hinterradantrieb. *
Gemischschmierung Beim Zweitaktmotor wird dem Kraftstoff eine Dosis Schmieröl beigemengt, das bei der Vorverdichtung im Kurbelhaus alle Schmierstellen benetzt. *
Gemischtgesteuerte, gegengesteuerte Ventile -> Viertaktmotor. *
Generator Gasentwickler bei -> Azetylenbeleuchtung. *
George Dance-Kniekissen Der berühmte Sunbeam-Rennfahrer George Dance verwendete an seinen Maschinen spezielle Kniekissen am Tank, die ein abstützen nach vorne ermöglichten. *
Gepäckanhänger Einrad-Anhänger für Motorräder. Sie wurden zu Anfang der fünfziger Jahre angeboten. *
Geradseitreifen -> Drahtreifen. *
Geradwegfederung Diese bei BMW und Ariel im Serienbau sowie bei Nortons Rennmaschinen schon vor 1939 angewendete Hinterradfederung war nach dem Krieg allgemein verbreitet. Das Hinterrad wird dabei nur in vertikaler Richtung gefedert. Befriedigenden Fahrkomfort brachte erst die Schwinge (-> Schwingrahmen). *
Geschlossener Rahmen Bei dieser Konstruktion, die aus verlöteten oder verschraubten Elementen besteht, wird der Motor in den Rahmen eingebaut. Offene Rahmenkonstruktionen verwenden entweder den Motor als tragendes Teil oder er wird unter eine steife Rückgratführung eingehängt. *
Gespann Motorrad mit angebautem -> Seitenwagen. *
Getriebebremse -> Kardanbremse. *
Getriebebrücke Halteplatten am Rahmen oder ein spezieller Haltebügel, wo das Getriebe von unten eingehängt wird, nennt man Getriebebrücken. *
Getriebefette Zum Teil wurden früher Getriebe mit sehr zähflüssigen Schmiermitteln anstelle von Öl gefüllt. *
Gewinde-Systeme Bei metrischen Systemen bildet das Gewindeprofil ein gleichschenkliges Dreieck mit einem Winkel von 60 Grad an der Spitze. Bei den englischen (Whitworth) Gewinden beträgt der Winkel 55 Grad. *
Gezogenes Vorderrad Bei verschiedenen früheren Motorrad-Konstruktionen lag der Drehpunkt der Vorderradschwinge von der Radachse, so dass man von einem "gezogenen Rad" sprechen konnte. *
Gilera Von Giuseppe Gilera 1909 in Arcore gegründet, wurde dies eine der bekanntesten italienischen Motorradmarken. Stets waren die Gilera-Einzylinder Motorräder mit guter Leistung und gutem Disingn. Ab 1935 gab es die ersten Hinterradfederungen. Zu dieser Zeit entstanden auch die "Saturno", für lange Zeit das führende 500er Modell. Der Firmengründer war selbst Rennfahrer und 1936 wurde bei Gilera eine neue Rennabteilung eröffnet, die sich über zwanzig Jahre mit einem 500-ccm-Vierzylinder befasste. Mit diesem Motorrad konnten nach 1945 fünf Weltmeistertitel errungen werden. Als sich in Italien das Interesse auf kleinvolumige sportliche Maschinen verlegte, schloss auch Gilera sich dem Trend an und so gibt es seit einigen Jahren auch kleine Hubraumklassen. ITA
Gilet Herstal Die grosse belgische Firma begann 1919 mit Zweitaktmotoren, verlegte sich aber dann auf Viertakt-Einzylinder mit -> Blockmotor. Das Hauptgewicht lag dabei auf zuverlässigen Tourenmaschinen und Behördenmodellen. Nach 1945 konzentrierte man sich auf den Bau einfacher Zweitaktmaschinen. *
Girder-Gabel In England werden -> Parallelogramm-Vordergabeln mit einer zentralen Schraubenfeder Girder-Gabeln genannt. Es handelt sich dabei fast ausschliesslich um Gabelkonstruktionen aus dünnen Stahlrohren. *
Girdraulic Diese Bezeichnung wählte -> Vincent für die ab 1949 verwendete Paralellogrammgabel mit hydraulischer Dämpfung. *
Gleitschuh-Kolben -> Slipper-Kolben. *
Gleitschutz Bei Motorradreifen wurde früher die Profilierung der Lauffläche als Gleitschutz bezeichnet. *
Glührohrzündung Die erste Form der Gemischzündung am Verbrennungsmotor. Mit einem keinen Brenner wurde dabei ein Platinröhrchen zum Glühen gebracht, welches in den Verbrennungsraum des Zylinders ragte. Bei der Komprimierung des Gasgemisches führte dies zur Entzündung. Diese Vorrichtung war nicht regulierbar und störanfällig. *
Gnôme & Rhône Die fanzösiche Flugmotoren- und Panzerfabrik baute nach dem ersten Weltkrieg auch Motorräder, zuerst nach -> ABC-Lizenz, später eigene Viertaktmodelle. Ende der zwanziger Jahre entstanden, ähnliche BMW, Boxermotoren in Pressstahl-Fahrwerken. Die Firma legte keinen Wert auf Sportlichkeit, es blieb stets bei einfachen Alltags-Maschinen. nach 1945 konzentrierte sich Gnôme & Rhône auf preiswerte Zweitakt-Modelle. *
Goggo Die Landmaschinenfabrik Hans Glas im bayerischen Dingolfing brachte 1951 als erste deutsche Firma nach dem Kriege einen Motorroller auf den Markt. Der Goggo-Roller verkaufte sich anfangs sehr gut, 1955 wurde er vom Goggo-Kleinwagen abgelöst. *
Gold Star Berühmtes Einzylinder-Modell von -> BSA, in verschiedenen Varianten von 1938 bis 1963 produziert. Der Name stammt von dem Ehrenpreis für 100-mph-Motorräder in Brooklands. *
Goldener Helm Traditioneller Ehrenpreis bei verschiedenen internationalen Speedway-Rennen. *
Goodman, Percy und Eugene Die Gebrüder Goodman gründeten 1910 in Birmingham die Firma Veloce Motor Cycles; die später -> Velocette genannte Motorradmarke blieb 1971 in Familienbesitz. *
Göricke Die Bielefelder Fahrradfabrik Göricke war schon 1903 im Motorradgeschäft; die Firma stellt noch heute motorisierte Zweiräder her. Der Motorradbeu spielte immer eine untergeordnete Rolle, mehrfach wurde die Fabrikation unterbrochen, um in Blütezeiten wieder aufgenommen zu werden. *
Gradua-Übersetzung Die Firma Zenith brachte 1911 eine mittels eines langen Hebels verstellbare Riemenscheibe zur Veränderung der Antriebsübersetzung heraus. Der Abstand der konischen Scheibenhälften wurde verändert. *
Graetzin-Vergaser Deutscher -> Nadel-Düsenvergaser. *
Grand Prix -> Grosser Preis. *
Grand Prix-Vergaser Seit Anfang der fünfziger Jahre erhältlicher Rennvergaser von -> Amal. *
Grasbahnrennen Dies war in den dreissiger und fünfziger Jahren die populärste Motorsportart. Auf einem meist 800 m langen Oval, abesteckt auf einer ebenen Wiese, fanden Rennen mit leicht abgeänderten Serien-Motorrädern statt. Heute noch in England und Deutschland gefahren, rückten die Rennen im Laufe der Zeit näher an -> Speedway heran; es werden auch nur noch Spezialmaschinen eingesetzt. *
Greeves Die seit 1952 von dieser englischen Firma kommenden Motorräder zeichneten sich stets durch geglückte neue Konstruktionsideen aus, sie galten als die besten Exemplare aller mit -> Villiers-Motoren ausgerüsteten Motorräder. In letzter Zeit hat sich Greeves auf Spezial-Geländemodelle verlegt. *
Grenzlandring Schneller Rennkurs südwestlich von Rheydt, nahe der holländischen Grenze, der in letzter Zeit nicht mehr benutzt wird. *
Grindlay-Peerless Obwohl diese Marke für englische Verhältnisse nur relativ kurze Zeit existierte (1923-34), konnte sie sich durch einen hohen Qualitätsstandard einen tuten Namen machen. Mit -> Python-Motoren wurden auch Sportmaschinen gefertigt. Ansonsten gab es JAP-Modelle und schwere Tourenmaschinen mit -> Barr & Stroud-Aggregaten. *
Grosser Preis Das wichtigste Rennen jedes Jahres mit internationaler Beteiligung ist der prestigeträchtige Grosse Preis des jeweiligen Landes. Dies war eine werbewirksame Erfindung der ersten Veranstalter von Motorradrennen, die darin eine Konkurrenz zur -> TT sahen. Der erste "Grand-Prix" für Motorräder wurde 1920 in Frankreich ausgetragen. Bis 1938 wurde jeweils eines der europäischen Rennen als "Grosser Preis von Europa" ausgetragen, wonach sich die Klassensieger Europameister nennen durften. 1938 und 1939 wurden acht Grosse Priese zur Europameisterschaft gewertet. Nochmals aufgewertet wurden diese Rennen ab 1949, als die einzelnen Läufe zur Strassenweltmeisterschaft zählten. *
Grüner Elefant: die schweren Zündapp -> Wehrmachtsgespanne und auch Nachkriegsmaschinen mit Boxermotor (Typ KS 601) wurden von ihren Fahrern "Grüne Elefanten" genannt. *
Gummifederung Bei verschiedenen Motorrädern nach dem Krieg gab es Gummifederungen, so waren zu Beispiel an der Trapezgabel der ersten DKW RT 125 Gummibänder an Stelle der Schraubenfedern eingebaut. *
h.c.-Motor high camshaft (h.c.) bedeutet im Englischen die halbhohe Anordnung der Nockenwelle, die eine Verwendung kurzer Stösselstangen ermöglicht. Beispiele sind die -> HRD-Vincent und die -> Sunbeam von 1939. *
h.p. Horsepower ist die britische Bezeichnung für Pferdestärke. Damit ist im Unterschied zur Bremsleitung (b.h.p.) die Leistung nach der Steuerformel gemeint. Die Berechnung, die bis zum zweiten Weltkrieg Gültigkeit hatte, sah folgendermassen aus:

mm Zylinderbohrung hoch 2 X Zylinderzahl / 1613 = h.p.
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Haarnadelfeder In der Form einer Doppelwendel gewickelte Ventilfeder, bei der die Betätigungskräfte an den freien Enden angreifen. Pro Ventil werden meist zwei Federn verwendet, sie neigen weniger zu Eigenschwingungen und nehmen weniger Wärme auf. Vor allem wurden diese Ventilfedern bei Rennmotoren eingebaut. *
Hackenbremse Bei verschiedenen Motorrädern war früher der Fussbremshebel mit dem Absatz zu betätigen, was zu der Bezeichnung "Hackenbremse" führte, meist in Verbindung mit einer -> Klotzbremse. *
Halbschalen-Helm Die erste, in den zwanziger Jahren aufgekommene Art eines Motorrad-Sturzhelms wies als Kopfschutz eine Halbkugel aus Leder , Blech oder später Kunststoff auf. Die Seitenpartien des Kopfes wurden durch eine dicke Lederauflage geschützt. Berühmt war der englische Cromwell-Helm, der bis zum Anfang der siebziger Jahre noch im Handel war. *
Handöler Die Schmierung der Motorradmotoren musste man vor der Einführung von Mechanischen Ölpumpen mit einer Handpumpe bewerkstelligen. Es wurde ein Druck aufgebaut, der aus dem Pumpengefäss das Öl in die Schmierleitungen beförderte; in bestimmten Intervallen musste nachgepumpt werden. *
Handschaltung Zwar wurde die -> Fussschaltung mit dem heute üblichen Ratschenmechanismus schon 1928 erfunden, sie blieb jedoch lange Zeit nur sportlichen Motorrädern vorbehalten. Bei der Handschaltung befand sich der Schalthebel am Tank und bewegte sich nach Autovorbild in einer Kulisse. *
Handverstellung Bis n die fünfziger Jahre war bei Motorrädern die per Lenkerhebel verstellbare Zündung im Gebrauch, hier sprach man von einer "Handverstellung". *
Hängende Ventile von oben in den Zylinderkopf hineinhängende Ventile gab es im Motorradbau schon sehr früh, doch war diese Konstruktion bis in die dreissiger Jahre meist Sportmaschinen vorbehalten. Bestätigt werden die Ventile entweder über Stossstangen und Kipphebel von einer untenliegenden Nockenwelle aus oder direkt über eine obenliegende Nockenwelle. *
Hardy-Scheibe -> Gelenkscheibe. *
Harley Davidson Aus Amerikas vielfältiger Motorradindustrie im ersten Viertel des Jahrhunderts blieb nur die Firma Harley-Davidson übrig. 1903 von William Harley und den drei Brüdern Davidson gegründet, begann der Betrieb in den ersten Jahren mit kleinen Stückzahlen. Doch mit dem ersten V-Zweizylinder ging es ab 1911 steil bergauf, nach dem Ende des ersten Weltkriegs konnte man erstmals den Rivalen -> Indian überflügeln. Auf den amerikanischen Rennstrecken dominierten die Harley-Vierventiler mit unglaublichen Geschwindigkeiten. In Milwaukee entstanden in der Folgezeit eine grosse Zahl unterschiedlicher Modelle, auch Einzylinder und Boxer-Motoren waren darunter, doch dem V-Twin mit 1000 oder 12000 ccm wurde stets der Vorzug gegeben. 1930 wurden die bis dahin wechselgesteuerten Motoren von Seitenventilern abgelöst, die sich bis 1971 halten konnten, erstaunlicherweise auch als Rennmotoren. Legendär wurde das 750-ccm-Modell WLA im 2. Weltkrieg wegen seiner Bewährung im harten Einsatz. Das neu entstandene ohv-Modell bekam 1949 eine Telegabel und leitete damit die berühmte "Glide"-Serie ein. In den fünfziger Jahren entstand auch der -> Blockmotor der heutigen "Sportster". USA
HD-Öl Heavy-Duty-Öl kam nach dem zweiten Weltkrieg auf. Das verbesserte Motoröl wies mehrere chemische Zusätze auf, die seine Eigenschaften vermehrten. Vor allem wurde eine Reinigungswirkung des Öls dadurch erreicht, indem es gegenüber Ablagerungen im Motor aggressiv wirkt und diese in der Schwebe hält. Es ist indessen nicht empfehlenswert, HD-Öl in alten, noch nicht geöffneten Motoren zu verwenden. *
Hecker Früher weit verbreitete Marke in Deutschland, vor allem die Modelle mit ohv-JAP Motoren waren in den dreissiger Jahren sehr beliebt. Später gab es in Hecker-Motorrädern Ilo und Sachs-Aggregate. *
Hedström, Oscar Als -> Indian-Konstrukteur von 1901 bis 1913 schuf Hedström nicht nur die berühmten V-Twins, sondern auch Rennmaschinen mit Vierventilköpfen, sowie Vergaser und Zündanlagen für die ersten Indian. *
Heinkel Diese mit ihren Flugzeugkonstruktonen erfolgreiche Firma musste sich nach 1945 nach anderen Betätigungen umsehen. Von 1953 bis 1965 stellte Heinkel deshalb motorisierte Zweiräder wie den berühmt gewordenen Tourist-Roller oder das Mofa "Perle" her. *
Helicoil Gewindeeinsatz zur Reparatur von beschädigten Gewindebohrungen, zu Beispiel beim Kerzengewinde am Zylinderkopf. *
Helios Die Helios war eigentlich das erste BMW-Motorrad. Mit dem von BMW gebauten 500-ccmEinbaumotor, den nach -> Victoria verwendete, wurde die Helios 1921/22 komplett in den Münchner Betrieben der Bayerischen Motorenwerke gefertigt. *
Henderson William Henderson stellte 1911 ein Motorrad mit längs eingebautem Vierzylindermotor vor. Zuerst gab es die Maschine mit 1086 ccm, später auch mit 1301 ccm Hubraum. 1917 verkaufte Henderson die Konstruktion an -> Excelsior-Super X und schuf die sehr ähnliche ACE, die wiederum 1927 von -> Indian übernommen wurde. *
Hepolite Diese Firma ist bis heute der bedeutenste englische Kolbenhersteller. *
Hercules Die Nürnberger Firma Hercules hat seit der Aufnahme des Motorradbaus 1903 niemals eigene Motoren fabriziert. Man baute stets Motoren der einschlägigen Hersteller aus ganz Europa ein, bis 1939 hauptsächlich leichte sportliche Viertaktmodelle. Nach 1945 folgten Ilo-Motoren, dann legte man sich auf Sachs fest, und seit der Gründung der Zweirad Union im Jahre 1957 ist Hercules praktisch die Zweirad-Hausmarke von Fichtel & Sachs. 1973 baute man bei Hercules das erste Serienmotorrad mit Wankel-Motor. *
Highlander -> Motorradhersteller SWE
Hildebrand & Wolfmüller Das 1894 in München entstandene Fahrzeug wurde zum erstenmal "Motorrad" genannt, es war zugleich das erste in Serie gebaute motorisierte Zweirad der Welt. Man vermutet, dass bis 1897 nahezu 2000 Exemplare gebaut wurden. Die Konstrukteure Heinrich Hildebrand und Alois Wolfmüller leiteten somit die Entwicklung der Motorrad-Industrie. ein. *
Hillclimb Englische Bezeichnung für -> Bergrennen, das einen Hügel, immer steilerwerdend aufwärts geht. Das momentan berühmteste in Österreich stattfindende Rennen - Dachau! *
Hinterradfederung Schon ab 1908 gab es bei verschiedenen Motorrädern serienmässig eine Hinterradfederung, sogar die Schwinge war damals bekannt. Man verzichtete mit steigender Motorleistung jedoch wieder darauf, weil es mit der Spurstabilität und auch dem Antrieb Probleme gab. Endgültig durchsetzen konnte sich die Hinterradfederung erst nach 1945, nur in Italien hatte fast alle Motorräder bereits ab 1937 Hinterradfederung. *
Hochschulter-Felge Ende der dreissiger Jahre kamen bei Rennmaschinen Alu-Felgen auf, die eine höhere Felgenschulter zur Versteifung aufwiesen. In England wurden sie von Dunlop geliefert, heute gibt es nur noch italienische Borrani-Felgen dieser Bauart. *
Hockenheim-Ring Neben dem -> Nürburgring heute die zweite permanente Rennstrecke in Deutschland. Der Kurs bestand bereits in den dreissiger Jahren und wurde 19566 durch den Einbau des "Motodroms" abgeändert. *
Holden, Colonel H. Capel Er schuf 1895 das erste Vierzylinder-Motorrad und war 1907 der Erbauer von -> Brooklands. Holden gilt als einer der Pioniere des Motorradsports in England. *
Honda Seit Beginn der sechziger Jahre ist die 1948 von Soichiro Honda gegründete japanische Firma die absolut grösste Motorradfabrik der Welt. Der Gründer trug in der Anfangszeit massgeblich zur Volksmotorisierung in Japan bei. 1958 wurde in den USA durch geschickte Werbung eine neue Begeisterung für leichte sportliche Motorräder geweckt, durch Rennerfolge bei allen klassischen Strassenrennen in Europa wurden die technisch hochwertigen Honda-Maschinen schnell bekannt. Sensationelle 125-ccm-Fünfzylinder und 250-ccm-Sechszylinder liessen nicht nur die Rennbesucher staunen. Honda hatte Erfolg auf der ganzen Linie und zog dadurch in den frühen sechziger Jahren auch andere japanische Hersteller mit. 1966 mit der CB 450 und erst recht 1969 mit der Vierzylinder CB 750 wurde ein neuer Motorradboom entfacht, in dessen Folge das Motorrad nicht mehr als Transportmittel, sondern als Freizeit- und Sportgerät angesehen wurde. JPN
Horex Dieser von 1923 bis 19549 in Bad Homburg beheimateten Motorradfabrik trauern heute noch viele Viertakt-Freunde nach. Ihr Gründer Fritz Kleemann orientierte sich in seinen Konstruktionen oft an englischen vorbildern und schuf leistungsfähige, sportliche Modelle. Die Motoren wurden in den von Horex übernommenen Columbus-Werken gebaut und zum Teil auch als -> Einbaumotoren verkauft. 1934 kam ein hochmoderner Paralell-Twin mitobenliegender Nockenwelle ins Programm, diese 800er bewährte sich indessen nicht. Auch mit der Zweizylinder "Imperator", die in den fünfziger Jahren gebaut wurde, gab es Probleme. Das wohl bekannteste Horex-Motorrad wurde die 350 ccm "Regina". *
HRD -> Vincent. *
Hupe Die Messinghupe mit Gummiball wurde erst Ende der zwanziger Jahre von elektrischen Hörnern verdrängt, obwohl es diese schon länger gab. *
Hurth Getriebefirma in München, die in den zwanziger und dreissiger Jahren die meisten deutschen Motorradfirmen belieferte. Das typische Dreigang-Getriebe ähnelte stark dem englischen -> Burman-Getriebe. *
Husaberg -> Motorradhersteller SWE
Husqvarna Die schwedische Waffen- und Haushaltsgeräte-Fabrik Husqvarna begann 1903 mit -> FN und -> Moto-Reve-Motoren den Motorradbau, später wurden diese von englischen JAP-Aggregaten abgelöst. Bis 1930 gab es auch verschiedene V-Zweizylinder eigener Konstruktion mit 550 und 1000 ccm. Folke Mannerstedt schuf die berühmte 500-ccm-ohv-Rennmaschine mit Zweizylinder-V-Motor, die bis 1935 oftmals für Schlagzeilen sorgte. Neben den JAP-Sportmodellen gab es auch eigene ohv-Einzylinder. Nach dem Krieg verlagerte Husqvarna seine Aktivitäten von Strassenrennen zum Moto Cross, wo lange Zeit Viertaktmotoren nach englischem vorbild zu Einsatz kamen. Diese wurden Anfang der sechziger Jahre von den schnellen Einzylinder-Zweitaktern von 125 bis 450 ccm abgelöst, die in weiterentwickelter Form auch heute in den  Gelände-Spezialmodellen zu finden sind. ITA
Hydraulische Bremsen Motorräder hatten vor Einführung der Scheibenbremse nur vereinzelt hydraulische Bremsen. Rennmaschinen wie die Dreizylinder-DKW von 1954 wiesen sie mitunter auf. Ein Serienmotorrad mit hydraulischen Bremsen war die BDG 250 H von -> Triumph-Nürnberg aus dem Jahre 1952. *
Hyosung -> Motorradhersteller *
i.o.e. Internationale gebräuchliche Abkürzung für wechsel- oder gegengesteuerte Ventilanordnung, bei welcher das Einlassventil hängend über dem stehenden Auslassventil angeordnet ist (i.e.o. = engl: inlet over exhaust). *
Ib Englische Masseinheit: 1 lb = 0,454 Kg. *
IFA - (Industrieverwaltung Fahrzeugbau - 1950 bis 1956) Markennachfolger von -> DKW in den Zschopauer Betrieben (DDR). Bis 1956 wurden billige Zweitaktmaschinen in grossen Stückzahlen gebaut, bekanntestes Modell war die 350er mit Zweitakt-Boxermotor und Kardanantrieb. Unter Entwicklungsingenieur Walter Kaaden begann man den Bau erfolgreicher Rennmaschinen mit 125- und 250-ccm-Drehschieber-Zweitaktern. Die Marke verschwand 1960, an ihre Stelle trat ->MZ. *
Illichmann, Peppi Österreichischer Motorradkonstrukteur, der unter anderem die nach ihm benannte Hinterradfederung schuf. Die Geradwegfederung bewegt sich dabei kreisbogenförmig. *
Ilo Die Firma Ilo in Pinneberg bei Hamburg begann 1923 zunächst mit dem Bau kompletter Motorräder mit Einzylinder-Zweitaktmotoren. Nach zwei Jahren sah man aber in der Produktion von Einbau-Motoren (auch für Kleinwagen) für andere Hersteller ein besseres Geschäft. Nach 1934 war Ilo der grösste Hersteller von Motoren der Klassen 98 bis 250 ccm. Eine besonders geglückte Konstruktion war der 250-ccm-Zweizylinder von 1952. *
Immè Norogert Riedel schuf 1948 dieses unorthodoxe Motorrad. Die Immè hatte einen eiförmigen Motoroglock mit einbezogenem Zylinder (98-ccm-Einzylkinder und später 150-ccm-Twin). Die Hinterradschwinge bildete der Auspuff und auch das Vorderrad war einseitig aufgehängt. Das Konzept war seiner Zeit voraus und fand nicht ganz den erhofften Anklang; die Herstellung der Immè wurde nach drei Jahren wieder eingestellt.  *
Imperia Die Firma in Bad Godesberg war von 1928 bis zu ihrem Ende 1935 sehr stark im Sport engagiert. Man verwendete meist -> MAG und -> JAP-Motoren von 500-ccm Hubraum. Als Importbeschränkungen die Einfuhr von Motoren aus dem Ausland erschwerten, verwendete man als Übergangslösung Bark-Aggregate und machte sich an die Entwicklung eines unkonventionellen, eigenen Motors. Dies sollte ein Gegenkolben-Motor mit Kompressoraufladung werden, finanzielle Probleme verhinderten jedoch die Fertigung und brachten schliesslich das Ende für die beliebten Imperia-Motorräder. *
INA Hersteller von -> Nadellagern. *
Inch Englisches Längenmass, Zoll (1 in = 25,4 mm). *
Indian Die von George Hendee zusammen mit Oscar Hedström 1901 gegründete Firma war bis etwa 1917 die grösste Motorradfabrik der Welt, wies zeitweilig sogar eine höhere Jahresproduktion als Ford im Autobau auf. 1906 kam der typische amerikanische Motorradmotor, der V-Zweizylinder, ins Programm. Mit grossen Rennerfolgen (darunter ein Sieg auf der Isle of Man) wurde Indian auf der ganzen Welt berühmt. Gemeinsames Erkennungszeichen der Indian "Powerplus", "Scout" und "Chief", wie der berühmtesten Modelle hiessen, war die leuchtend rote Lackierung. In den zwanziger Jahren ging der Motorradverkauf in den USA drastisch zurück, doch Indian konnte mit anhaltenden Sporterfolgen bis zu zwei Drittel der Produktion im Export absetzen. 1927 wurde die ehemalige -> Henderson-ACE als Indian-4 ins Programm genommen, doch wirtschaftliche Schwierigkeiten liessen die Stückzahlern schrumpfen. Die Produktion wurde 1953 endgültig eingestellt. Der Markenname der berühmten Firma aus Springfield tauchte in der Folgezeit an verschiedenen Motorradkonstruktionen wieder auf, doch war diesen weder Erfolg beschieden noch standen sie in einem Zusammenhang mit der alten Firma. *
Innenbackenbremse Trommelbremse, bei der durch Betätigung des Bremsnockens die Bremsbacken mit dem Bremsbelag an die Innenseite der Bremstrommel gedrückt werden (-> Simplex-Bremse, -> Duplex-Bremse). *
Innenzughebel Parallel zu den heute noch gebräuchlichen Lenkerhebeln gab es früher Armaturen, bei denen das Hebelgelenk aussen am Lenker angebracht war und die Seilzüge innen durch den Lenker verliefen. *
Instrumente Geschwindigkeits- und Wegstreckenmesser kamen etwa seit 1904 in den Handel und galten bis in die späten dreissiger Jahre als Sonderzubehör. Vor allem bei englischen Motorrädern war häufig ein Ampèremeter zur Kontrolle der Lichtmaschinen-Leistung zu finden. Drehzahlmesser findet man vereinzelt in den dreissiger Jahren an Rennmaschinen, ihr serienmässiger Anbau erfolgte erst in den sechziger Jahren, hauptsächlich bei japanischen Motorrädern. *
Instrumentenbrett Als besonders luxuriös galt es in den dreissiger Jahren (hauptsächlich bei englischen Motorrädern), Anzeigeinstrumente wie Tacho und Ampèremeter oder Zeituhr sowie Licht- und Zündschalter auf einer im Tank eingelassene Konsole unterzubringen. Sonst wurde an dieser Stelle meist ein Werkzeug-Fach eingebaut. *
Internationale Fahrerlizenz Die nach Erfolgen im nationalen Sportgeschehen erhältliche Lizenz berechtigt zum Start bei Veranstaltungen im Ausland. *
Internationale Sechstagefahrt -> Sechstagefahrt. *
ISH Die erste russische Motorradfabrik wurde 1928 gegründet. In den Konstruktionen orientierte man sich an amerikanischen vorbildern. 1938 wurde eine 350 ccm-Zweitaktmaschine entworfen, die sich an DKW-Modelle anlehnte. Diese Maschine ist, stark überarogeitet, neben einem Zweizylinder noch heute im Programm. *
Isle of Man Insel in der Irischen See zwischen Irland und England. Seit 1907 wird dort das berühmteste Motorradrennen der Welt, die -> TT abgehalten. *
IWIS Markenzeichen für die in München von der Firma J.Winkelhofer & Söhne hergestellten Antriebsketten. Johann Winkelhofer ist einer der Söhne des -> Wanderer-Gründers. *
IWL 1952 entstand das Industrie Werk in Ludwigshafen aus dem IFA (Industrieverwaltung FAhrzeugbau) welche Haushalt-, Industrie-, und Landwirtschaftsmaschienen produzierten. 1953 kam ein Roller mit neu entwickeltem Rahmen und Karosseriekonzept, doch mit erprobten Elementen der RT 125 DKW/IFA. Mit der "Pitty" lief der erste IWL Roller 1955 vom Band. 1956 der "Wisel" SR56 mit optischer- sowie technicher Verbesserung, 1959 die SR59 "Berlin" mit 149 ccm, 1963 der "Troll 1" mit 9.5 PS und 1964 endete die Rollerproduktion. Danach wurden die IFA Lastkraftwagen "W50" produziert. *
James Die Firma wurde 1902 in Birmingham gegründet und verwendete in der Hauptsache Einbaumotoren von Villiers und Python. Doch gabe es auch hin und wieder einige Zweitaktkonstruktionen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde James im -> AMC-Verbgand integriert und lieferte bis 1964 Motorräder mit -> Villiers-Motoren oder eigenen (AMC) Zweitaktern. *
JAP Die Motoren von J. A. Prestwich aus Tottenham wurden zu einem Weltbegriff. Von 1904 bis 1908 stellte er auch komplette Motorräder her, verlegte sich aber dann ganz auf den Motorenbau. Von 200 bis 1000 ccm reichte die Palette; zwischen 1927 und 1933, der Blütezeit des Unternehmens, gab es mehr als 25 verschiedene Einbaumotoren von JAP. Nach dem Krieg wurde die Firma vom Zweitakt-Konkurrenten -> Villiers übernommen und es gab nur noch den 500-ccm-Speedway-Motor. Dieser Motor ist in England noch heute aus einer Kleinstserie erhältlich. *
Jawa Der tschechische Waffenfabrikant Janacek übernahm 1929 von -> Wanderer die Lizenz zum Bau der 500 K mit Pressstahlrahmen (Jawa = Janacek & Wanderer). Die ersten eigenen Konstruktionen der Firma waren leichte Zweitakter, die sich gut verkaufen liessen. Der englische Konstrukteur -> Patchett schuf neben einigen Rennmaschinen für Jawa auch eine neue Viertakt-Baureihe. Nach 1945 gab es mit den robusten 250- und 350-ccm-Zweitaktmodellen erneut grosse Erfolge. Verschiedene Rennmaschinen (Viertakter) und ein davon abgeleitetes Serien-Motorrad mit 500-ccm-Königswellen-Zweizylindermotor erfüllten indessen nicht die Erwartungen. Im Geländesport aber konnte sich Jawa stets gut behaupten, und die ausgereiften Serienmodelle liessen die Firma zum grössten Motorrad-Produzenten ausserhalb Japans werden - in erster Linie durch die Belieferung aller osteuropäischen Länder. CZE
John Bull Englischer Hersteller von Reifen, Fussrasten-, Lenker- und Kniekissengummis. *
Jonghi Schnelle französische Sportmaschine der dreissiger Jahre mit ohc-Einzylindermotor. ab 1945 baute Jonghi Zweitaktmodelle. *
Junior Class Englische Bezeichnung für die 350-ccm-Klasse bei Strassenrennen. *
Jurisch, Karl Konstrukteur der gleichnamigen Teleskop-Hinterradfederung und der Vollnabenbremsen, die in den fünfziger Jahren an viele Motorradhersteller in Deutschland geliefert wurden. *
Kabelbaum Bei der elektrischen Verdrahtung eines Motorrads werden die Kabel nicht einzeln verlegt, sondern zu Hauptsträngen miteinander verbunden. Das komplette Leitungsystem mit seinem zentralen Strang und den Abzweigungen nennt man wegen seiner Form Kabelbaum. *
Karbidlampen Azetylenlampen. *
Kardanantrieb Schon in der Frühzeit des Motorrades gab es Wellenantriebe zum Hinterrad. Bei der FN-4 von 1903 handelte es sich jedoch streng genommen nicht um einen Kardanantrieb, da hier eine starre Welle den Motor mit der Radnabe verband und kein Kreuzgelenk vorgesehen war. Es gab zu allen Zeiten Wellenantriebssystem parallel zur Kette. Einzig -> BMW hielt an diesem System seit 1923 ohne Ausnahme fest. *
Kardanbremse Nach Automobil-vorbild gab es bei den ersten BMW-Motorradmodellen eine Bremsvorrichtung an der Antriebswelle, die sowohl den Motor als auch das in Fahrt befindliche Fahrzeug abbremste. Ein Bremsklotz wurde dabei auf den an der Welle befestigten Bremsring gedrückt. *
Karkasse Beizeichnung für das Grundgerüst eines Gummireifens, das aus einem festen Gewebe (-> Cordgewebe) besteht und die Gummilauffläche in Form hält und versteift. *
Kawasaki Der japanische Schwerindustrie-Konzern begann 1949 mit der Herstellung von Motorrädern. Bis zur Mitte der sechziger Jahre wurden nur Leichtmotorräder bis 150 ccm produziert. Mit der Meguro 500 (einer BSA-Kopie) konnte man allmählich auch im Export Fuss fassen. Der Durchbruch gelang mit den 250- und 350-ccm-Drehschieber-Twins und vor allem mit der Dreizylinder-Zweitakt 500er "Mach I" von 1969. Neue Massstäbe setzte 1972 ein Vierzylinder mit 900 ccm. (GPZ) JPN
Keilriemenantrieb -> Riemenantrieb. *
Kelecom Fabrikat belgischer Einbaumotoren bis 1910. Firmeninhaber Paul Kelecom machte sich auch einen Namen als Konstrukteur bei anderen Motorradfirmen. *
Kettenantrieb In der Frühzeit des Motorrads wurden die meisten Maschinen mit Keilriemen versehen, der beim -> Direktantrieb ein gewisses Mass an Elastizität bot. Mit dem Aufkommen von Schaltgetrieben setzte sich der Antrieb mittels Rollenkette durch. Er bot wesentlich grössere Betriebssicherheit, da die Gefahr des Durchrutschens wegfiel und höhere Leistungen problemlos übertragen werden konnten. *
Kettengetriebe Bei dieser Getriebebauart stehen keine Zahnräder im Eingriff, die Kraftübertragung geschieht vielmehr mittels Rollenketten. Diese etwas elastischere Antriebsart wurde an Kardanmaschinen wie Zündapp KS 601 und Hoffman Gouverneur bevorzugt. *
Kettenkasten In einen Kasten eingekapselte Primär- und Sekundärketten gab es schon an der Sunbeam von 1912. Sie wurden so vor Staub und Feuchtigkeit gut geschützt. *
Kettenkrad Während des zweiten Weltkriegs von -> NSU entwickelte Kleinzugmaschine mit Laufkettenantrieb und Opel-Pkw-Motor. Die Bedienung war motorradähnlich, das einzelne Vorderrad wurde von einer Motorradgabel geführt und die Bedienungselemente waren am Motorrad-Lenker angebracht. *
KG Die Firma Krieger-Gnädig in Suhl/Thüringen baute in den zwanziger Jahren sportliche Motorräder. Hängende Ventile und Kardanantrieb fanden sich bei KG-Motorrädern schon 1921. Mehrfach wechselten die Besitzer und der Sitz der Firma, weshalb der Marke KG ein grösserer Erfolg vermutlich verwehrt blieb. *
Kickstarter Der erste Kickstarter fand sich 1909 an der ersten -> Scott, vorher musste man eine Maschine durch "Mitradeln" in Gang bringen oder man schob sie wie bei kupplungslosen Motorrädern einfach an. Der Begriff stammt aus dem Englischen: to kick = treten. *
King of the Road Handelsmarke der britischen Firma -> Lucas; sie ist auf allen ihren Karbidlampen zu finden, die Lucas neben den elektrischen Scheinwerfern bis in die zwanziger Jahre im Programm führte. *
Klotzbremse Bei der Klotzbremse wirkt ein einfacher Holzklotz (manchmal auch mit Bremsbelag) auf eine an den Radspeichen oder an der Felge befestigte Riemenscheibe. diese einfache Bremsart bedeutete in den frühen zwanziger Jahren schon einen grossen Fortschritt gegenüber der -> Felgenbremse. *
K-Motor -> Richard Küchen. *
Kneeler Mitte der fünfziger Jahre begann eine Umwälzung in der Konstruktion der Renngespanne. Der Fahrer sass nicht mehr auf dem Motorrad, er kniete auf dem niedrigen Fahrgestell. Der Begriff "Kneeler" wurde aus dem Englische übernommen. *
Kniekissen In den zwanziger Jahren führte -> George Dance Gummikissen an den Tanks zur Knieabstützung ein. *
Koehler-Escoffier Französische Firma, die sich in den zwanziger Jahren durch ihre leistungsfähigen ohc-Motoren auszeichnete. Es gab auch einen ohc-V-Twin von 1000 ccm. Das Werk wurde 1929 verkauft; anschliessend waren Koehler-Escoffier-Motorräder leicht modifizierte -> Monet-Goyon-Versionen. 1957 wurde die Produktion eingestellt. *
Kolbenpumpe Ältere Form der Ölpumpe mut auf- und abgehendem Kolben. *
Kolonialmodell Bis in die dreissiger Jahre gab es vor allem in England besondere Ausführungen von Motorrädern mit erhöhter Bodenfreiheit, breiterem Lenker und anderen Details, um sie für den Einsatz in unwegsamen Kolonialgebieten tauglich zu machen. *
Kompressor In den dreissiger Jahren wurden an Renn- und Rekordmaschinen bei verschiedenen Firmen Kompressoren angebaut, die durch den aufgebauten Druck die Füllmenge im Zylinder vergrösserten und dadurch eine Leistungssteigerung bewirkten. Am bekanntesten wurde die BMW 500 von 1939; die Bayerischen Motoren Werke hatten indessen bereits 1929 mit aufgeladenen Motoren Rennen bestritten. Versuche wurden auch in England (JAP, AJS, Velocette) und Italien (Guzzi, Gilera, Benelli und Bianchi) unternommen. 1951 und 1956 wurden mit einer Kompressor-NSU Geschindigkeitsweltrekorde gefahren. *
Konfektonäre Mit diesem umgangssprachlichen Ausdruck bezeichnete man die vielen Motorradhersteller, die ihre Motoren und verschiedene andere Teile von Zulieferern bezogen und das Motorrad nur zusammen "schneiderten". *
Königswelle Um eine obenliegende Nockenwelle anzutreiben, wurde oftmals eine stehende Welle mit zwei Kegelradsätzen - unten am Kurbelzapfen und oben an der Nockenwelle - benutzt. Berühmte Königswellen-Maschinen waren beispielsweise die Rennmotorräder von Norton und -> NSU. *
Konsul Berühmtes Motorradmodell von -> NSU. Die 350-ccm und 500-ccm-ohv-Motoren waren von 1950 bis 1955 im Programm. *
Konuskupplung der Kupplungskörper ist hier konisch geformt und wird durch Federdruck auf das ebenfalls konische Gegenstück auf der Getriebewelle gedrückt. Als Kupplungsbelag dienten neben Asbest- und Messingstreifen auch Lederstücke. *
Korbseitenwagen Vor 1920 gab es besonders luxuriöse Motorrad-Beiwagen aus Korbgeflecht, die sich aber nur zur Schönwetter-Ausfahrt eigneten, da sie in der Art eines Lehnstuhls vorne offen waren. *
Kork-Kupplung Statt Bronzescheiben oder speziellen Kupplungsbelagscheiben gab es auch Kupplungen mit Korkeinsätzen, die im Ölbad aufquollen und eine Reibwirkung erbrachten. *
Kosmos -> Motorradhersteller *
Krad Amtsdeutsch für Kraftrad. *
Kreidler Die Kreidler-Drahtwerke in Kornwestheim gehörten seit 1951 zu den Vorreitern der Idee der Kleinkrafträder mit 50-ccm-Motor in Deutschland. *
Krupp-Roller Der Krupp-Konzern baute zwischen 1919 und 1921 einen einfachen Motorroller. Der Motor sass dabei am Vorderrad, der Lenker war umlegbar. *
KTM Die österreichische Firma Kronreif und Trunkenpolz in Mattighofen (daher die Initialen) begann 1953 mit der Herstellung von Leichtmotorrädern und Rollern mit -> Rotax-Motoren. Es folgten verschiedene 50-ccm-Versionen mit -> Sachs-Motoren. KTM ist heute einer der führenden Produzenten von Geländemaschinen. AUT
Küchen, Richard Der vielseitig begabte deutsche Motorradkonstrukteur wurde Anfang der dreissiger Jahre durch seine dreiventiligen Königswellenmotoren, die an verschiedene Hersteller geliefert wurden, bekannt. Danach erstellte er zusammen mit seinem Bruder Xaver das Zündapp-K-Programm. Neben den Einheits-Pressstahlfahrwerken schuf er auch die berühmten Boxermotoren. Nach dem Krieg konstruierte Küchen die Victoria Bergmeister mit quergestelltem Boxermotor und die Hoffmann Gouverneur sowie den Opti-Motor, einen ohc-Twin mit 250 ccm. *
Kurzhuber Liegt die Zylinderbohrung deutlich über dem Mass des Kobenhubs, spricht man von einem Kurzhubmotor (Kurzhuber). *
Kurzleistung Die höchste erzielbare Leistung, die ein Motor mindestens 15 Minuten lang abgeben kann, liegt höher als die zur Verfügung stehende -> Dauerleistung. Nach dem Kurzleistungsbetrieb muss der Motor wieder einwandfrei im Dauerleistungsbetrieb weiterarbeiten. Heute wird zwischen beiden Begriffen nicht mehr unterschieden. *
Kurzschlussschalter Druck- oder Zugschalter, der den Unterbrecher des Zündmagneten kurzschliesst, damit der Motor zum Stillstand kommt. *
Kymco -> Motorradhersteller *
Labyrinthdichtung Dichtring, der eine Anzahl Gewindegänge besitzt, so dass austretendes Öl wieder zurückfliessen kann. *
Ladepumpe Ein zusätzlicher Kolben am Zweitaktmotor verdichtet durch Pumpbewegungen das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Kurbelhaus und ermöglicht dadurch einen grösseren Gemischdurchsatz. Diese Art der Vorverdichtung ist einem -> Kompressor beim Viertaktmotor gleichgestellt. Erstmalig angewendet wurde dieses Prinzip bei den -> Garelli von 1912, später folgten -> Puch und vor allem -> DKW in den dreissiger Jahren. *
Lambretta Nach der -> Vespa der zweite Motorroller aus Italien. Ende der vierziger Jahre entstand mit diesen beiden Marken ein riesiger Roller-Boom und zur Blütezeit spaltete sich die Weltanschauung der Roller-Fans in diese beiden Fabrikate. Die Lambretta war ein Produkt der Firma Innocenti und wird seit einigen Jahren nur noch in Spanien und Indien hergestellt. *
Lamellenkupplung Eine Kupplung aus mehreren angetriebenen Scheiben, zwischen denen sich die treibenden Kupplungsscheiben befinden. Durch Federdruck werden diese beim Einkuppeln aneinander gepresst. Man unterscheidet zwischen einer im Ölbad laufenden Stahllamellen-Kupplung und einer trockenen Kupplung mit z.B. Messing-Reibbelägen. *
Lands End Run Eine der ältesten Motorsport-Veranstaltungen in Europa ist die Zuverlässigkeitsprüfung über die längste Entfernung innerhalb Grossbritanniens, von Lands End an der Sudspitze Cornwalls bis John O'Groats im Norden Schottlands. *
Langhuber Man spricht von einem Langhubmotor, wenn beim Bohrung-Hub-Verhältnis der Wert für den Hub deutlich grösser ist als der Zylinderdurchmesser. *
Laurin & Klement Diese Motorradfabrik aus dem österreichisch-ungarischen Kaiserreich war in der Pionierzeit wohl am aktivsten in der ganzen Branche. Schon mit den ersten Maschinen beteiligte man sich 1899 an Fernfahrten. L & K-Maschinen hatten oft skurril gebogene Rahmenrohre, denn die Anordnung des Motors war noch nicht eindeutig festgelegt. Es gab Motoren mit einem, zwei oder vier Zylindern. 1908 ging die Firma zur Herstellung von Automobilen über. *
Laverda Seit 1950 baut die Landmaschinen-Fabrik in Breganze Motorräder. Zu den kleinen Maschinen bis 200 ccm kam ab 1966 der bekannte Zweizylinder mit zuerst 650 und heute 750 ccm Hubraum. ITA
Le Vack, Bert Englischer Renn- und Rekordfahrer, der auch als Konstrukteur (zum Beispiel bei -> Motosacoche) arbeitete. *
Lea Francis die englische Automobilfabrik baute zwischen 1911 und 1926 auch Motorräder mit -> MAG und -> JAP-Motoren. *
Lederkupplung -> Konsuskupplung. *
Lenkungsdämpfer Um ein Aufschaukeln der Lenkung zu unterbinden, brachte man schon in den zwanziger Jahren einen -> Reibungsdämpfer am Lenkkopf an. *
Levis Seit 1911 Englands führender Hersteller von Zweitakt-Maschinen, jedoch gab es in den dreissiger Jahren auch sportliche Viertaktmodelle. *
Lichtanlasser -> Dynastart. *
Lichtmagnetzünder Zündmagnet und Gleichstrom-Lichtdaynamo wurden oft kombiniert und mit einem gemeinsamen Zahnradantrieb versehen. Der Zusammenschluss ist aber rein mechanischer Art, bei beiden Apparate arbeiten elektrisch getrennt voneinander. *
Literleistung Mit dem Vergleichswert PS pro 1000 ccm gibt man die spezifische Leistung von Verbrennungsmotoren an. *
Lizenzfahrer Sportfahrer, der die -> internationale Fahrerlizenz besitzt und an Veranstaltungen im Ausland teilnehmen darf. *
L-Kopf Motorenbauart, bei welcher der Zylinderkopf L-förmig ausgebildet ist, die Ventile stehen hier parallel auf einer Seite. *
Lohmann Ein 1948 entstandener Fahrrad-Hilfsmotor mit Reibrollenantrieb, der 18 ccm Hubraum aufwies und als Selbstzünder arbeitete. *
Lohner Österreichischer Hersteller von Rollern, Leichtmotorrädern und Mopeds. *
Lucas Joseph Lucas Ltd. ist die älteste englische Kfz-Zubehörfirma und Lieferant elektrischer Ausrüstungen. *
Luftfilter Filter zur Reinhaltung der Vergaser-Ansaugluft kamen in den dreissiger Jahren vereinzelt bei Gelände-Wettbewerbsmaschinen auf. *
Lufthebel Ein mittels Lenkerhebel im Vergaser betätigter Luftschieber, auch Choke genannt. *
m.p.g. Englische Angabe des Kraftstoffverbrauchs: Meilen pro Gallone. Umrechnungsformel für Lt. pro 100 Km: 282,486 / mpg x l/100km *
m.p.h. Meilen pro Stunde. Eine engl. Meile entspricht 1,609 Km. *
Mabeco In den Jahren 1923 bis 1927 stellte die Firma Max Bernhardt & Co. in Berlin originalgetreue -> Indian-Kopien unter dem Namen Mabeco her. Die Motoren wurden von Siemens & Halske gebaut. *
MAG Einbaumotoren der Firma -> Motosacoche, Dufaux-Genf. *
Magdyno Englische Bezeichnung für -> Lichtmagnetzünder (Lucas-Typenbezeichnung). *
Magnat-Debon Die 1906 gegründete französische Firma die zuerst -> Moto-Reve-Motoren verwendete, nach dem ersten Weltkrieg aber ein eignes Programm an Zwei- und Viertaktaggregaten produzierte. Es wurden stets grosse Stückzahlen an Gebrauchsmaschinen für den einheimischen Markt hergestellt. 1930 kaufte -> Terrot die Firma auf, bis 1958 liefern die beiden Modellreihen parallel. *
Magnetzündung Die Erfindung der Magnetzündung brachte die notwendige Zuverlässigkeit der Zündanlage. Zuerst arbeitete man mit Niederspannungsanlagen, doch 1902 entwickelte Robert Bosch den Hochspannungs-Magnetzünder. Der in der Ankerwicklung (Primärwicklung) erzeugte Strom erfährt hier bei jeder halben Ankerumdrehung eine Unterbrechung, wobei das Magnetfeld umspringt und auf die ebenfalls auf dem Anker befindliche Sekundärwicklung einen hochgespannten Strom überträgt, der an der Kerze als Zündfunke überspringt. Bei der Niederspannungs-Magnetzündung, die es noch einige Jahre gab, ragte ein Unterbrechermechanismus in den Verbrennungsraum des Zylinders, der Strom wurde dort bei der Umdrehung des Magnetankers "abgerissen", daher auch der Name -> Abreisszündung. Die Magnetzündung ist vom Batteriestrom unabhängig, da ein eigener Wechselstrom erzeugt wird. *
Mahle Kolbenhersteller in Stuttgart. *
Maico Gegründet 1926, war Maico bis 1939 ein typischer -> Konfekionär, der vorwiegend Ilo-Einbaumotoren verwendete. Nach dem Krieg begann man mit eigenen Zweitaktmotoren. Der Niedergang des Motorradgeschäftes in Deutschland ab 1957 brachte Maico wie so viele anderen  fast zum Zusammenbruch, doch die Spezialisierung auf den Geländesport sowie die Lieferungen der MB 250 an das deutsche Militär ermöglichten ein Überleben. Heute stellt Maico hauptsächlich Gelände- und Moto-Cross-Maschinen her.  *
Malaguti -> Motorradhersteller ITA
Mantelsicherung -> Reifenhalter. *
Manx Mit diesem Namen wurden Norton-Werksrennmaschinen belegt, weil sie ihre meisten Erfolge auf der Isle of Man errangen. Die ab 1951 erhältlichen Production-Racer mit Doppelnocken-Motor und Federbettrahmen erhielten auch im Katalog die Bezeichnung "Manx". Sie zählen bis heute zu den berühmtesten und erfolgreichsten Rennmotorrädern. *
Manx Grand Prix Seit 1923 wird auf der Insel Man ein zweites Motorradrennen zusätzlich zur -> TT abgehalten. Der MGP findet jedes Jahr in der ersten Septemberwoche statt und ist einem englischen -> Ausweisfahrer-Feld vorbehalten. Inoffiziell galt der MGP als Prüfung zur TT-Teilnahme der englischen Nachwuchsfahrer. *
Marcellino, Giovanni Motorenkonstrukteur bei -> Garelli und ab 1923 bei -> Puch. Er schuf die ersten Doppelkolben-Zweitakter mit Ladepumpe. *
Marchad, Dougalv Erfolgreicher englischer Motorenkonstrukteur bei -> Blackburne, -> Motosacoche und -> FN. *
Marelli italienische Marke der Fahrzeug-Elektrik. *
Mars 1903 baute Mars mit -> Fafnir- und -> Zedel-Motoren die ersten Maschinen, doch berühmt wurden die Marke 1920 mit der "Weissen Mars", einem schweren Motorrad mit Kastenrahmen und 956-ccm-Maybach-Motor. Nach 1928 lief eine kleine Produktion mit verschiedenen Modellen weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam mit der "Stella" erneut ein unkonventionelles Design von Mars. *
MAS Die italienische Firma Motocicli Alberto Seiling fabrizierte von 1020 bis 1956 zuverlässige Viertakt-Gebrauchsmotorräder. 1929 wurde eine seitengesteuerter Paralleltwin vorgestellt. *
Maserati Die berühmte Renn- und Sportwagenfirma stellte zwischen 1953 und 1961 in kleinem Umfange auch Motorräder her. Bekannt wurden die 50- und 125-ccm-Zweitakt-Mschinen. *
Matchless die berühmte britische Motorradfirma versah ihre erste Maschine 1899 mit einem -> De Dion-Einbaumotor. Parallel zu eigenen Aggregaten verwendete man später noch andere Fremdmotoren, so von -> JAP und -> MAG. Firmeninhaber waren Harry und Charles Collier, die vor 1914 zu den erfolgreichsten englischen Rennfahrern auf ihren eigenen maschinen zählten. Die Fabrik in Plumstead bei London wies stets ein umfangreiches Programm auf, Sportmaschinen wie Tourenmotorräder umfassend. 1931 übernahm Matchless -> AJS, beide Marken liefen bis 1966 parallel. Mit der 350-ccm-Militär-Matchless G3L wurde die Teleskopgabel populär. 1948 kam ein 500-ccm-Paralleltwin. heraus. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich die Einzylindertypen, mit denen auch Erfolge im -> Moto-Cross und -> Trial erzielt wurden. Aus einer Serienmaschine wurde mit der G 45 die berühmte Renn-Zweizylinder entwickelt. Als 1966 die Umfirmierung zu Norton-Villiers erfolgte, lief die Marke Matchless noch für ein weiteres Jahr. Die Produktion wurde 1967 endgültig eingestellt. *
Maudes Trophy Preis der britischen Motorrad-Industrie für besondere Leistungen. In diesem Wettbewerb versuchten Teams auf Serienmotorrädern Leistungsfähigkeit und Stehvermögen zu beweisen, indem sie Fernfahrten oder mehrstündige Geschwindigkeitsprüfungen unternahmen. Die Maudes Trophy wurde 1965 zum letzten Male vergeben. *
Max Modellname für die 1953 erschienene 250-ccm-NSU, die eine Reihe neuartiger Details aufwies. *
Mc Candless Die Brüder Rex und Cromie Mc Candless entwickelten 1950 den berühmten -> Federbettrahmen. *
Mc Evoy Diese englische Firma existierte nur drei Jahre (1925-1929), sie erlangte grossen Rum mit ihren Renn- und Sportmaschinen mit 1000 ccm- JAP- und -> Anzani-Motoren. *
Mechanical Marvel Die vierventilige 350-ccm-Rennmaschine von -> Excelsior aus dem Jahre 1933 wurde wegen ihres komplizierten Steuerungsmechanismus "mechanisches Wunder" genannt. *
Megaphon Trichterförmig erweiterter Auspuff an Viertaktmotoren, um Leistungsgewinn durch bessere Strömung zu erzielen. Erstmals wurden damit Mitte der dreissiger Jahr bei Rennmaschinen die geraden Rohre abgelöst. *
Megola Dieses skurrile Motorrad mit dem Fünfzylinder-Sternmotor im Vorderrad war eine Entwicklung Fritz Cockerells (-> Cockerell). Die 550-ccm Maschine wurde von 1921 bis 1925 gebaut und Rennmodelle erreichten nahezu 140 km/h. *
Mehrscheibenkupplung -> Lamellenkupplung. *
Messing In der Zeit vor 1930 waren verschiedne Motorradteile aus Messing, neben Karbidlampen und Ballhupen auch Lenkerhebel und teilweise Vergaser. *
Methanol -> Alkohol-Motor. *
Miller Englische Motorrad-Lichtanlagen, hauptsächlich bei -> Velocette zu finden. *
Miller-Balsamo Einer der führenden italienischen Motorrad-Hersteller (1921-59). Neben den schweizerischen -> Moser-Motoren verwendete man Rudge-Python-Motoren, die man in Lizenz herstellte und auch an andere Firmen in Italien lieferte. *
Mineralöl Motorenschmieröl wird durch die Destillation von Erdöl gewonnen. Im Unterschied zu pflanzlichen Motorenölen (-> Rizinus) verharzt es nicht. *
Minerva Die belgische Firma Minerva lieferte vor 1914 Motoren in grossen Stückzahlen an Motorradfabriken in Frankreich, Italien, England und Deutschland. Es wurden auch einige komplette Maschinen produziert. *
Mischantrieb Nachdem sich kurz vor dem Ersten Weltkrieg bei Motorrädern Schaltgetriebe durchzusetzen begannen, wollte man auf den gewährten -> Riemenantrieb dennoch nicht ganz verzichten. Es gab deshalb häufig Motorräder mit einem Primärantrieb mittels Rollenkette und einem Riemen zum Hinterrad. *
ML Hersteller der "Maglita"-Zündlichtanlagen. *
MM Ein italienischer Hersteller, der bis 1964 kleine schnelle Viertaktmotorräder baute, in den dreissiger Jahren sehr aktiv im nationalen Sportgeschehen. *
Mofa Früher bezeichnete man als Motorfahrrad ein normales oder speziell verstärktes Fahrrad mit eingebautem Hilfsmotor. So zählten auch die 98-ccm-Msxhinchen mit eingehängtem Motor aus der Vorkriegszeit zu den Mofas, beispielsweise die NSU-Quick. *
Monark Neben -> Husqvarna die zweite schwedische Motorradfabrik. Ausser Motoren von -> Villiers und -> Sachs wurden auch einige Viertakter gebaut, zuletzt in den fünfziger Jahren für Moto-Cross-Maschinen. *
Mondial -> Motorradhersteller *
Monet Goyon Mit -> MAG-Einbaumotoren war Monet Goyon in Frankreich in den dreissiger Jahren der grösste  Hersteller sportlicher Motorräder. Der Verkauf beschränkte sich dabei fast ausschliesslich auf den Inlandsmarkt, weshalb auch die Motorräder in en Nachbarländern so gut wie ungekannt blieben. Dei Firma existierte noch bis 1957. In den frühen dreissiger Jahren war -> Koehler-Escoffier zu Monet Goyon gekommen; einige Modelle beider Marken waren seither identisch. *
Monoblock Erster Amal-Vergaser in Einblockbauweise mit integrierter Schwimmerkammer, gebaut in den fünfziger und sechziger Jahren. *
Montesa Spaniens erste grössere Motorradfabrik. Gegründet 1945, fertigte Montesa zuerst ausschliesslich 125-ccm-Zweitackter, darunter auch Rennmaschinen. Heute liegt das Hauptgeschäft bei speziellen -> Trial und -> Geländemodellen. *
Moore, Walter William Konstrukteur der ersten Königswellen-Norton von 1927. Ab 1930 bei NSU, wo er neben den Königswellen-Rennmaschinen auch Serienmotoren entwarf. *
Morini Alfonso Morini begann 1945 seine Motorrad-Fabrikation, zuerst mit 125-ccm-Zwitaktern. Bekannt wurde die leine italienische Firma mit den schellen 175- und 250-ccm-ohc-Maschinen; die "Rebello" legte Anfang der sechziger Jahre den Grundstein zu den berühmten 250-ccm-Werksrennern. heute baut Morini wieder leichte und sehr schnelle Sportmaschinen. *
Moser Die heute fast vergessene Schweizer Firma baute von 1905 bis 1935 eine Reihe sportlicher Motorräder. Die leistungsfähigen Viertaktmotoren wurden auch an viele andere Hersteller als Einbaumotoren geliefert. *
Moto Guzzi die berühmteste Motorradfabrik Italiens wurde 1921 von Carlo Guzzi und Giorgio Parodie gegründet. In Mandello del Lario bewies man stets technischen Einfallsreichtum, wenn auch das charakteristische 500er Modelle mit dem liegenden Einzylindermotor bis heute im Programm blieb. Furore macht Moto Guzzi stets mit Rennmaschinen. Zuerst blieb man beim Einzylinder, abgewandelt mit vier Ventilen oder Königswelle. Versuche wurden mit kompressorgeladenen Drei- und Vierzylinder unternommen, 1927 gab es bereits eine Hinterradschwinge. 1935 gewann Stanley Woods mit der 500 ccm "Weitwinkel" (einem 120 Grad-V-Zweizylinder) die erste 500er-TT auf einer nichtenglischen Maschine. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb Guzzi den Rennsport mit grossem Aufwand, im Windkanalentstanden Verkleidungen und es gab neben den  schnellen Einzylindern einen Reihenvierzylinder mit Kardanantrieb. 1957 kam als grosse Sensation eine 500-ccm-Rennmaschine mit acht Zylindern. Die 500er "Falcone" bildete stets das Rückgrat im Verkaufsprogramm, sie war auch bei ital. Behörden im Einsatz. Mit der V7, einer scheren Zweizylinder-Reisemaschine, begann 1966 ein neuer Abschnitt bei Moto Guzzi. ITA
Motobecane Heute mit der Herstellung von Mofas und Mopeds einer der bedeutendsten europäische Produzenten, war Motobecane von 1922 an mit grösseren Motorrädern stets Frankreichs prominenteste Motorradfabrik. Es gab neben einfachen Zwei- und Viertaktern auch zwei Vierzylinder-Modelle. *
Motobi 1951 verliess Giovanni Benelli die Firma seiner Brüder, um sich selbständig zu machen. bis 1974 gab es Motobi-Maschinen mit dem charakteristischen eiförmigen Viertaktmotor, "Kraftei" genannt. *
Moto-Cross Geländerennen auf einem kurzen Rundkurs. Es wird auf Zeit gefahren, hohe Rundenzeiten werden durch schwieriges Gelände verhindert. Entwickelt hat sich Moto-Cross in den dreissiger Jahren in England aus den herkömmlichen Geschicklichkeits- oder Zuverlässigkeitswettbewerben im Gelände. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dies Sportart auch auf dem Kontinent populär und seit 1955 gibt es internationale Meisterschaften. *
Motom Ein italienisches Leichtmotorrad mit 98 ccm Hubraum, das in den fünfziger Jahren in grossen Stückzahlen verkauft wurde. *
Motorenbauarten Einzylinder, Parallel-Twin, Parallel-Zweizylinder, V-Motor, V-Twin, Boxermotor, V-Vierzyliner, Reihen-Drei-/Vier-/Fünf-/Sechs-Zylinder *
Moto-Reve Französisch-, Schweizerischer Einbaumotorenhersteller vor dem Ersten Weltkrieg. *
Motorsportbehörde Die zentrale Verwaltung aller Motorsportereignisse, Koordination, Überwachung, Ergebnisauflistung etc. liegt in den Händen des Dachverbandes der veranstaltenden Vereine. *
Motosacoche Die grösste und bekannteste Schweizer Motorradfabrik, Motosacoche Acacias Genève begann in Genf bereits 1899 mit der Produktion von Motoren, die sich in Fahrräder einbauen liessen. Bis 1930 baute man fast ausschliesslich wechselgesteuerte Motoren, darunter auch einen 1000er V-Twin. Neben eigenen kompletten Motorrädern wurden von Motosacoche auch viele andere Firmen mit Einbaumotoren versorgt, auf diesem Gebiet war die Firma MAG eine grosse Konkurrenz zu JAP. Berühmte Konstrukteure wie -> Bert Le Vack oder -> Dougal Marchand waren bei Motosacoche angestellt, letzterer schuf die schnellen ohc-Rennmaschinen. Der bekannteste Einbaumotor wurde der MAG D 50 ohv-500 ccm-Sportmotor von 1931. Nach dem Krieg konnte man an die frühere Bedeutung nicht mehr anschliessen und produzierte nur noch einige Gebrauchsmotorräder mit 250-ccm-Viertaktmotoren, darunter auch -> Richard Küchens Opti-Zweizylinder. *
Mousetrap-Vergaser Binks-Rennvergaser in den frühen zwanziger Jahren mit dem charakteristischen Korb am Lufteinlass, der wie eine Mausefalle (engl.: Mousetrap) aussah. *
Münch -> Motorradhersteller *
MV Agusta Die Flugzeug- und Hubschrauberfabrik Agusta begann 1946 mit dem Motorradbau, um nach dem Krieg freigewordenen Kapazitäten zu nutzen. Die Produktion erreichte nie grosse Stückzahlen, es waren vielmehr die Rennmaschinen, die den Namen MV Agusta berühmt machten. Zu den 125- und 250-ccmRennern mit Einzylinder-dohc-Motoren gestellte sich 1950 die berühmte Vierzylinder 500er. Das private Hobby des Grafen Agusta brachte der Firma nicht weniger als 39 Weltmeistertitel ein. Die Rennabteilung wurde 1967 geschlossen, als sich die Viertaktmotoren nach dem gegenwärtigen Reglement als nicht mehr konkurrenzfähig erwiesen hatten. ITA
MZ Nachfolgefirma von -> DKW in Zschopau. Die Firma hiess erst -> IFA und wurde dann im Motorradwerke Zschopau umbenannt. neben anspruchslosen Zweitakt-Strassenmodellen gibt es bei MZ auch erfolgreiche Renn- und Geländemaschinen. DEU
Nadeldüsenvergaser Die mit dem Gasschieber verbundene Düsennadel hängt bei dieser Vergaserbauart in die Nadeldüse und steuert dort den Durchfluss. *
Nadellager Von Ing. G. Hoffmann 1922 erfundenes Lager kleinster Dimension für hohe Beanspruchung (z.B. Pleuellager). *
Nasenkolben Auf dem Kolbenboden befindet sich beim Nasenkolben eine unsymmetrische Kuppe, die den Spülstrom im Zweitaktmotor in eine bestimmte Richtung lenkt. Er führt eine gewisse Trennung von Frisch- und Abgas herbei. *
Nasssumpfschmierung Wird der Ölvorrat eines Viertaktmotors in der Ölwanne unterhalb des Kurbelgehäuses mitgeführt, spricht man von einem Nasssumpf (-> Trockensumpfschmierung). *
Natrium-Ventile Zur besseren Wärmeableitung mit Natrium gefüllter Ventilschaft. Verwendung bei Rennmotoren seit den frühen fünfziger Jahren. *
Neander Von 1924 bis 1929 baute Ernst Neumann-Neander ungewöhnliche Motorräder mit verschiedenen Einbaumotoren. Die Fahrzeuge hatten kadmierte Rahmen aus Stahlprofilen. -> Opel nahm zeitweilig eine Lizenzproduktion der Neander auf. *
Nebenluft Durch Undichtigkeiten am Vergaser oder Ansaugstutzen kann durch den Unterdruck zusätzliche Luft eintreten und die Gemischzusammensetzung ändern, was gefährliches Abmagern des Verbrennungsgases zur Folge hat. *
Nenngeld Teilnahmegebühr, die zum Start berechtigt. *
Neracar Ein nach Automobilbauprinzipien gefertigtes Motorrad, in den zwanziger Jahren von Carl A. Neracher in den USA gebaut. Dei Maschine wies einen besonders niedrigen Rahmen und Achsschenkellenkung auf. *
Neumeyer, Fritz Gründer und Inhaber der -> Zündapp-Werke, die noch heute im Familienbesitz sind. *
New Hudson Die englische Marke gab es von 1909 bis 1957, doch grössere Bedeutung hatte sie lediglich in den zwanziger Jahren, als beispielsweise -> Bert Le Vack für die Konstruktion verantwortlich war. *
New Imperial Die von 1903 bis 1939 bestehende englische Firma begann den Motorradbau mit -> JAP-Aggregaten; ab 1925 stellte man auch eigene Motoren her (Viertakter), Die mit grossem Erfolg in Strassenrennmaschinen verwendet wurden. *
Nickel Bis etwa 1928 waren Blankteile an Motorrädern wie Lenker, Griffe, Streben, Auspuffrohre oder Schraubenköpfe vernickelt. Diese Oberfläche zeigt einen etwas matteren Glanz und ist pflegebedürftiger als Chrom, doch sollte bei der Restaurierung eines alten Fahrzeuges nicht darauf verzichtet werden. *
Niederdruckreifen Im Unterschied zu frühen -> Pneumatiks, die fast ausschliesslich Hochdruckreifen waren und mit 2,5 bis 4 atü aufgepumpt wurden, ist der Ballon- oder Niederdruckreifen, der Mitte der zwanziger Jahre aus Amerika kam, ein elastischerer Reifen, der breiter gebaut ist und mit Drücken bis zu 2 atü gefahren wird. Kautschukmischungen höherer Strapazierfähigkeit machten die Umstellung möglich. *
Nimbus von 1920 bis 1957 stellte die dänische Firma Fisker & Nielsen ein Motorrad mit längs eingebautem Vierzylindermotor her. Ein weiteres Charakteristikum der Nimbus war der Rahmen aus Facheisenprofilen. *
Nockenrollen anstelle der Stössel gibt es verschiedentlich auch Rollen, die an den Stossstangen angebracht sind und die Bewegung von Nocken übertragen. *
Noris-Zündlicht Kombinierter Zündmagnet und Lichtmaschine der Firma Noris in Nürnberg. In den dreissiger Jahren an vielen deutschen Motorrädern zu finden. *
Norton Motorräder dieser Marke waren 73 Jahre in ununterbrochener Reihenfolge am Start der -> TT. Schon der Gründer James L. Norton legte grossen Wert auf die Sportlichkeit seiner Motorräder und stets waren leitende Mitarbeiter der Firma selbst am Start von Wettbewerben. Eher konservativ in Konstruktion und Design, beherrschten die Königswellen-Maschinen aus Joe Craigs Rennabteilung über 20 Jahre lang die Rennstrecken. Ab 1949 gab es auch Zweizylinder-Tourenmodelle, deren Hubraum im Laufe der Zeit bis auf 828 ccm aufgestockt wurde. Ab 1953 gehörte die britische Traditionsmarke dem -> AMC-Konzern an und geriet damit in die Verwicklung der englischen Motorrad-Industrie. 1977 verliessen die letzten Norton die Fabrik. GBR
NSU Die Motorräder aus der "Neckarsulmer Strickmaschinen Union" waren in ihrer Konstruktion stets richtungweisend. Bei den ersten Maschinen ab 1901 verwendete man noch -> Zedel-Motoren. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden NSU-Wechselgetriebene Hinterradfederungen, Vorbild für viele andere Hersteller. In den zwanziger Jahren wurden zumeist anspruchslose Gebrauchsmotorräder gefertigt, doch mit der Verpflichtung des englischen Konstrukteurs -> Walter W. Moore gab es auch wieder NSU-Sportmaschinen. Ihren Höhepunkt erlebte die Firma in den fünfziger Jahren, als in Strassenrennen die "Rennföxe" und "Rennmäxe" die 125- und 250-ccm-Kasse dominierten und die Neckarsulmer bis etwa 1955 die grösste Motorradfabrik der Welt waren. 1957 gab man den Motorradbau zugunsten der Automobile auf. *
Nürburgring Deutschlands berühmtester Rundkurs. Die Eifel-Rennstrecke wurde 1927 eröffnet und ist mit 28,265 Km Länge bis heute die längste permanente Rennstrecke. Mit seinen 174 Kurven gilt der "Ring" als schwierige und gefährliche Strecke für den Neuling, vergleichbar mit der anderen klassische Strassenrennstrecke au der -> Insel Man.
NVT Norton-Villiers-Triumph, staatlich gefördertes Fusionsgebilde, in dem 1973 die gesamte britische Motorradindustrie aufgegangen war. Die -> BSA-Gruppe (BSA, Triumph, Ariel, Sunbeam) wurde der -> AMC-Gruppe (Norton, AJS, Matchless, Villiers, James, Francis-Barnett) angegliedert. Zwei Jahre später folgte der Konkurs. Die ausgegliederte Arbeiterkooperative in Meriden (Hersteller der -> Triumph-Motorräder) blieb als einziger Betrieb erhalten. *
Obengesteuert Motoren mit hängenden Ventilen werden im allgemeinen auch als "obengesteuert" bezeichnet. Es wird dabei nicht unterschieden, ob es sich um einen ohv- oder ohc-Motor handelt. *
Obenöl Bis in die zwanziger Jahre gab es am Viertaktmotor kaum Schmierleitungen zum Zylinderkopf. Ventilführungen und der Ventilmechanismus wurden innerhalb der kurzen Wartungsintervalle mit der Ölkanne versorgt. Zusätzliche Schmierung erreichte man mit der Beifügung eines speziellen Öls zu Kraftstoff, welches sich im Verbrennungsraum abschied und die Ventilführungen benetzte. Als Zusatz diente das Obenöl vor allem auch im Winter, da es bei niedrigen Temperaturen sehr lange dauerte, bis das zähe Motoröl an alle Schmierstellen gefördert wurde.  *
Oberflächenvergaser Die Aufbereitung des zündfähigen Gemischs für die ersten Verbrennungsmotoren geschah in einem Verdampfungsbehälter, wo die mit Luft vermischten Kraftstoffdämpfe aufstiegen und vom Motor angesaugt werden konnten. *
OEC Frederick Osborne baute schon ab 1901 Motorräder mit -> Minerva-Motoren. Aber erst 1920 wurde nach einer längeren Unterbrechung eine Produktion in grösserem Stil mit Blackburne-Motoren begonnen. OEC-Maschinen waren an mehreren Weltrekordversuchen beteiligt, bekannt wurde die britische Firma aber hauptsächlich durch die besonderen Rahmen, bei denen an Stelle des Steuerkopfs die Lenkachse bis zur Radnabe reicht. OEC kehrte in den dreissiger Jahren wieder zum konventionellen Design zurück und verwendete JAP- und Matchless-Motoren. *
Ogar Die tschechische Firma baute von 1934 bis 1950 in der Hauptsache sehr sportliche 250-ccm-Zweitakter. Der heute noch verkaufte Jawa 350-ccm-Twin stammte von Ogar, die Firma war inzwischen dem Staatsbetrieb Jawa angegliedert worden. *
ohc Internationale Bezeichnung für obenliegende Nockenwelle (engl.: over head camshaft), -> Viertaktmotor. *
ohv Internationale Bezeichnung für im Zylinderkopf hängende Ventile (engl.: over head valves), -> Viertaktmotor. Über die Lage der Nockenwelle wird hier nichts ausgesagt. *
OK-Supreme Auch diese englische Firma existierte bereits ab 1901. Man verwendete bis in die dreissiger Jahre keine eigenen Motoren. Mit den 250 ccm-Modellen beteiligte man sich stets an der -> TT. Bekannt schnell waren die eigenen ohc-Modelle, die bis 1939 parallel zu den JAP-Versionen erhältlich waren. *
Öldruckdämpfer Stossdämpfer, die in ihrer Wirkung auf dem Öldruck beruhen, gibt es seit Ende der dreissiger Jahre. Dabei ist im Stossdämpferkörper ein Ölvorrat vorhanden, der durch die Bewegung eines Kolbens zusammengedrückt wird, die Dämpfungswirkung ermöglicht das langsame Überströmen des komprimierten Öles durch Ventile. Öldruckdämpfer arbeiten nach dem Teleskop-Prinzip. *
Page, Val Konstrukteur bei -> Ariel, verantwortlich für fast alle Modelle dieser Marke seit den zwanziger Jahren bis 1964. *
Pannonia Von 1951 bis in die siebziger Jahre wurden unter diesem Namen in Ungarn äusserst zuverlässige 250-ccmMotorräder mit Ein- und Zweizylinder-Zweitaktern produziert. *
Panther (P&M) Nach ihren Gründern Jonah Phelon und Richard Moore wurde die Motorradfabrik in Yorkshire als P & M bezeichnet. Im Jahre 1900 wurden dort die ersten Motorradmotoren gebaut, bereits vier Jahre später überraschte man die Branche mit einem Zweigang-Getriebe und war so mit -> NSU in Deutschland der erste Hersteller von Wechselgetrieben für Motorräder. Zum Markenzeichen wurde bald der schräg nach vorne geneigte Einzylinder, diese Bauweise wurde bis zu den letzten 650er Modellen von 1965 beibehalten. In den dreissiger Jahren produzierte man bei Panther exklusiv für einen grossen Londoner Händler ein Programm mit 250- und 350-ccm-Sportmodellen, doch das Hauptgeschäft blieben stets die schweren, drehmomentstarken Einzylinder (500er und 600er), die hauptsächlich für den Gespannbetrieb verwendet wurden.v *
Parallelogrammgabel Die Standardbauweise der Motorradvordergabeln bis ca. 1945 bestand aus einer Radführung mittels zweier Gabelscheiden, die parallel zu Steuerkopf durch beidseitig angebrachte Schwinghebelpaare bewegt wurden. Das Schwing-Parallelogramm wurde dabei entweder von einer zentralen Druckfeder oder durch aussenliegende Zugfedern abgefedert. Die Gabeln waren sehr stabil und wartungsfreundlich, mit Reibscheiben-Dämpfern versehen, brachten sie eine gute Strassenlage. *
Paralleltwin -> Motorenbauarten. *
Parilla Die keine italienische Fabrik (1946-1967) baute in der Hauptsache schnelle ohc-Maschinen zwischen 125 und 250 ccm. Das Design wechselte häufig und man reagierte stets sehr schnell auf die Marktanforderungen. Die Nürnberger Victoria-Werke bezogen 1957 ein 175-ccm-Aggregat von Parilla. *
Patchett, George William Englischer Motorradkonstrukteur, der für -> BSA, -> Brough Superior und -> Mc Evoy arbeitete. Ab 1930 war er für die gesamte Modellreihe von -> Jawa verantwortlich. *
Pendelgabel Einfache Form der Vordergabel, bei welcher der Drehpunkt dicht unterhalb des Steuerkopfs sitzt. Meist war eine horizontale Feder angebracht. Die Gabel wies grosse Eigenflexibilität auf und hatte keine guten Federungseigenschaften. *
Pendelseitenwagen -> Schwenkergespann *
Peugeot Die französische Firma Peugeot gilt als Pionier sowohl im Automobil- als auch im Motorradbau. Ab 1899 stellte Peugeot Ein- und Zweizylindermotoren verschiedener Hubraumgrössen her, die man in eigene Motorräder einbaute, aber auch an andere Hersteller lieferte. So war die erste TT-Siegermaschine (Rem Fowlers Norton) mit einem Peugeot-V-Twin von 762 ccm bestückt. Schon 1913 gab es bei Peugeot eine Rennmaschine mit zwei obenliegenden Nockenwellen, die bis in die zwanziger Jahre verwendet wurde. Später konzentrierte man sich auf Gebrauchsmotorräder mit Zwei- und Viertaktmotoren, wobei Peugeot in den zwanziger und dreissiger Jahren ein sehr umfangreiches Programm zu bieten hatte Peugeot baut seit 1960 nur noch Mofas, Mopeds und Roller. *
Pint Englisches Hohlmass: 1 pt = 0,568 Lt. *
Pleuelstange Technisch korrekter Ausdruck für das Pleuel. *
Pneumatiks Frühere Bezeichnung für Luftreifen (fanzösisch: pneumatiques). *
Porcupine 1947 brachte AJS eine neue Rennmaschine mit einem geneigt eingebauten Zweizylindermotor an den Start. Wegen der engen Zylinderverrippung und den stachelähnlichen Kühlrippen am Zylinderkopf wurde sie "Stachelschwein" (engl.: Porcupine) genannt. *
Premium-Öl Da Motoröl früher (vor der Einführung des HD-Öls in den fünfziger Jahren) keine chemischen Zusätze enthielt, war es nach Gebrauch durch erneute Raffination wiederzuverwenden, solche Zweit-Raffinate, genannt Sekundar-Öle waren als Schmierstoffe für Motorräder nicht geeignet. Wegen der höheren Belastung eines luftgekühlten Motorradmotors benötigte man Premium-Öle in hohen Viskositätsstufen (SAE 40 oder 50). Es empfiehlt sich heute noch, bei ungeöffneten alten Motoren ein unlegiertes (Einbereichsöl ohne Zusätze) Motoröl zu verwenden. *
Puch Seit 1903 baute man in der ältesten Motorradfabrik Österreichs in Graz grosse Ein- und Zweizylinder-Viertakter, mit denen sich zahlreiche Sporterfolge herausfahren liessen. Von 1923 bis 1970 stellten Doppelkolben-Zweitakter das Hauptprogramm Puchs dar; 1928 gab es indessen noch einmal einen Viertakter mit 500-ccm-Motor von JAP. Ebenfalls einen Viertaktmotor hatte die 800er von 1936. Mit einer Ladepumpe versehen, waren die Zweitakter schon ab 1924 sehr erfolgreich. Aus der Serienfertigung kommen heute lediglich 50-ccm-Maschinen. *
Python Unter dieser Handelsmarke vertrieb -> Rudge-Whitworth in den dreissiger Jahren einige seiner vierventiligen Aggregate als Einbaumotoren. Sie wurden vor allem nach Italien zu -> Miller-Balsamo geliefert, aber auch -> Zündapp hatte zu jener Zeit ein Python-Modell im Programm. *
Quadrant Die kleine englische Firma existierte von 1901 bis 1929 in Birmingham. Obwohl man eine ganze Palette von Motorrädern mit eigenen Motoren von 250 bis 1000 ccm produzierte, blieb der grosse Markterfolg aus. *
Quadricycle In der Entwicklungsreihe des motorradähnlichen Dreirads (-> De Dion) über die -> Tricars hin zum Automobil stellt das Quadricycle die Nahtstelle dar. An die Dreiräder mit Heckmotor fügte man dabei ein zweites Vorderrad an und stellte von der Steuerkopflenkung auf Radlenkung um. Wie alle -> Cyclecars gehörte auch diese Fahrzeuggattung bis in die zwanziger Jahre in Frankreich und England zu den Motorrädern, da sie steuerrechtlich als ein Motorrad mit Seitenwagen behandelt wurde. *
Raleigh Seit nahezu 100 Jahren Englands grösste Fahrradfabrik, stellte Raleigh von 1899 bis 1933 auch Motorräder her. Die Motoren bezog man von der zum gleichen Unternehmen gehörenden Firma -> Sturmey-Archer. Raleigh-Rennmaschinen wurden vor allem auf der Isle of Man erfolgreich eingesetzt. *
Rat-Trap Scherzhafte Bezeichnung ("Rattenfalle") für einen frühen Rennvergaser der Firma -> Binks, der einen sehr langen, trompetenförmigen Ansaugtrichter besass. *
Reibungsstossdämpfer Federungsstösse wurden vor Einführung der Öldruckstossdämpfer Ende der dreissiger Jahre durch zusammengepresste Reibscheiben gedämpft, die entweder an den Gelenken der Gabel eingebaut waren oder nach Autovorbild als Scherendämpfer nachträglich angebaut werden konnten. Ebenfalls als Reibungsdämpfer arbeiteten die -> Lenkungsdämpfer am Steuerkopf. *
Reichsfahrt In den zwanziger und dreissiger Jahren wurde in Deutschland jedes Jahr eine Langstrecken-Stassenprüfung für Autos und Motorräder abgehalten, die durch das ganze Land führte. Beliebt war dabei auch die Teilnahme von Fabrikmannschaften. *
Reifenhalter In die Felge eingeschraubter Haltebügel, der ein Abspringen des Reifens sowie das Verrutschen auf der Felge verhindern soll. *
Reifenhobel -> Feinstprofil *
Remor, Pietro Konstrukteur der berühmten -> Gilera- und -> MV-Agusta-Vierzylinder-Rennmaschinen. *
René Gillet Französische Firma, die seit 1898 Motorräder baute, vornehmlich schwere V-Zweizylinder-Maschinen für Polizei und Millitär. Später kamen leichte Zweitakter hinzu. René Gillet-Motorräder (die Firma schloss 1957) erfreuten sich in Frankreich eines ausgezeichneten Rufes. *
Rennbrötchen Umgangssprachlicher Ausdruck für das zusätzliche, am hinteren Schutzblich angebrachte Sitzkissen, das ein Zurückrutschen und Flachlegen des Rennfahrers erlaubte. *
Rennkerzen Für die hohe Belastung eines Rennmotors gibt es spezielle, hochbelastbare Zündkerzen mit sehr hohem Wärmewerten. Zum Starten und Warmfahren der Motoren werden Kerzen mit normalen Wärmewerten benutzt. *
Rennöl Das heute nochz bei Bahnmotoren verwendete spezielle Motoröl auf pflanzlicher Basis (Rizinus) galt bis zum Vordringen der Zweitakter im Rennsport als besttaugliches Öl für Rennmotoren. Es hält höheren Temperaturen stand als ein Mineralöl gleicher Viskosität. *
Rex (Rex-Acme) Um 1900 gehörte Rex zu den wichtigsten Motorradherstellern Grossbritanniens. Beliebt waren vor allem die grossen V-Zweizylinder, doch es gab auch andere Bauvarianten. Wurden zuerst eigene Motoren verwendet, so wechselte man in den zwanziger Jahren auf -> Blackburne über. Rex musste später einen Rückgang des Geschäfts hinnehmen und stellte 1933 den Motorradbau ein. *
Riemenantrieb Bei frühen Motorrädern gab es weder Getriebe noch Trennkupplung, man verwendete zum Antrieb des Hinterrades Riemen aus Leder oder mit Textilfasern verstärktem Gummi. Es gab Flach-, Keil-, Glieder- oder Zahnriemen. Trotz der Störungsanfälligkeit war der Riemen wegen seiner weichen Kraftübertragung beliebt, so dass es noch lange -> Mischantriebe gab. *
Ritzel Umgangssprachlicher Ausdruck für das kleinere Kettenrad am Kurbelwellen- und Getriebeausgang. *
Rizinusöl -> Rennöl *
Roller Motorräder mit extrem kleinen Laufrädern nennt man Motorroller. Seit der Einführung der -> Vespa und -> Lambretta gilt die Blechverkleidung als weiteres Charakteristikum. Der Roller-Boom in den fünfziger Jahren veranlasste auch viele deutsche Firmen zur Konstruktion eines derartigen Fahrzeugs; es gab die Adler-Contessa, Dürkopp-Diana, Maicoletta, Zündapp-Bella sowie Roller von -> Heinkel und -> Goggo. *
Rotax Im zweiten Weltkrieg errichtete -> Sachs in Gunskirchen in Oberösterreich ein Montagewerk. In den fünfziger Jahren ging das Unternehmenh in den Besitz der Firma -> Lohner, für die man weiter Einbaumotoren herstellte. Ab Mitte der sechziger Jahre wurden auch Motoren für Schneemobile nach Kanada geliefert, die dortige Firma Bombardier übernahm schliesslich Rotax, wo nun seit 1973 auch wieder Motorradmotoren erzeugt werden. *
Rover Die englische Automobilfabrik stellte zwischen 1902  und 1925 auch Motorräder her. Bekannt und beliebt waren sie wegen ihrer erstklassigen Verarbeitung. *
Royal Enfield Bereits 1898 begann man in der englischen Waffenfabrik Royal Enfield Dreiräder mit De Dion- und Motorräder mit Minerva-Motoren zu bauen. Enfield-Maschinen gehörten bald zu den beliebtesten auf dem englischen Markt. Ab 1925 verwendete man nur noch Motoren eigener Herstellung. Das wohl bekannteste Modell war die 500er "Bullet", die es seit den dreissiger Jahren bis 1959 gab. Den zuverlässigen Motorrädern ging der Ruf voraus: "Made like a gun". GBR
Rudge-Whitworth (Rudge) Auch dieses Unternehmen in Covertry gehörte zu den Grossen in der Fahrradbranche, als es 1911 den Motorradbau aufnahm. Ein Jahr später überraschte man die Motorrad-Szene mit der Rudge-Multi, die eine variable Übersetzung des Riemenantriebs aufwies. 1924 fing mit dem Vierventilmotor ein neues Rudge-Kapitel an, das Motorrad bekam jetzt ein konventionelles Viergang-Getriebe. Ab 1927 begann die rudge ihren Siegeszug auf Rennstrecken und Speedwaybahnen. Von 1930 bis 1935 ergab sich mit den unter dem Namen Python angebotenen Einbaumotoren ein vorzügliches Geschäft. Firmeninterne Probleme bereiteten den Rudge-Motorrädern 1940 das Ende. Die schnellen Vierventiler für Rennen und Strasse waren auch auf dem Kontinent weit verbreitet, sie genossen einen legendären Ruf. *
Rumi Obwohl diese italienische Firma von 1949 an nur elf Jahre existierte, wurden ihre schnellen 125-ccm-Zweitakt-Zweizylinder schon fast zur Legende. *
Ruppe, Hugo Konstrukteur der ersten -> DKW-Zwitaktmotoren, später der -> Bekamo-Ladepumpen-Motoren. *
Sachs Die Kugellager- und Fahrradteile-Firma Fichtel & Sachs produzierte ab Anfang der dreissiger Jahre auch kleine Zweitaktmotoren als Fahrradhilfsaggregate und für Leichtmotorräder. Der 98-ccm-Sachsmotor war bis etwa 1952 das meistverwendete Zweirad-Aggregat in Deutschland. In dieser Zeit wurden auch 125- und 150-ccm-Motoren hergestellt und an viele Motorradfirmen geliefert. Zu einem führenden Motorenlieferanten schwang sich Sachs durch die 50-ccm-Maschinen auf, heute ist -> Hercules (die Firma gehört seit 1957 ebenfalls zum Sachs-Konzern) der Hauptkunde. *
Sackzylinder Wegen der auftretenden Dichtungsprobleme wurden Zylinderköpfe früher in einem Stück mit dem Zylinder gefertigt. Bei seitengesteuerten Motoren hielt sich diese Bauart wegen ihrer Einfachheit noch bis in die dreissiger Jahre. *
SAE-PS Die Leistungsmessung der amerikanischen Society of Automotive Engineers sieht eine PS-Angabe, gemessen ohne Zusatzaggregate, vor. *
Sangster, Jack Englischer Motorradkonstrukteur und Direktor bei -> Ariel und -> Triumph in den dreissiger Jahren.  *
Sarolea Die dritte grosse belgische Marke nahm 1898 die Fabrikation von Motorrädern und Einbaumotoren auf. Sarolea-Maschinen waren stets im englischen Stil aufgebaut und sehr sportlich gehalten. In den dreissiger Jahren gab es ein mit ohc-Maschinen ausgestattetes Werksteam. Nach 1945 arbeitete man mit der belgischen Konkurrenz eng zusammen und produzierte bis 1957 verschiedene Modelle mit Zweitaktmotoren. *
Satteltank Bis in die zwanziger Jahre war der Kraftstoffbehälter beim Motorrad kaum je ein Styling-Objekt gewesen. Als man aber neue Formen ersann und auch den Inhalt vergrössern wollte sowie die Rahmenbauarten geändert wurden, kam man auf eine Tankform, die auf das obere Rahmenrohr gelegt wurde. Dabei wurde der Behälter in zwei Teile geteilt, die neben dem Rohr hingen. Ab 1927 stellten sukzessive alle Hersteller auf die neue Form um. *
Schalldämpfer Obwohl es bis in die dreissiger Jahre kaum Geräuschlimits gab, musste jedes Motorrad zur Strassenzulassung einen Auspufftopf aufweisen, der das Auspuffgeräusch wenigstens etwas mindern vermochte. *
Schaltgetriebe Mit dem Motor verbundene Getriebe mit der Möglichkeit zum Wechsel der Antriebsübersetzung setzten sich im Motorradbau erst kurz vor dem ersten Weltkrieg durch. Seit etwa 1908 gab es aber schon Zweigang-Hinerradnaben bei -> NSU und P&M (-> Panther). *
Schauinsland Bekannte Bergrennstrecke bei Freiburg/Schwarzwald. *
Schebler Amerikanische Vergasermarke. *
Scheinwerfer Elektrische Scheinwerfer kamen in der Automobilbranche um 1912 auf, in Deutschland durch Bosch, Zeiss und Goerz, in England bei Lucas und Miller. Komplette Elektro-Sets inklusive Lichtmaschine wurden bald im Sonderzubehör angeboten, doch die -> Azetylenanlagen liessen sich nur schwer verdrängen. Erst ab 1928 wurde die elektrische Beleuchtung an Motorrädern allgemein üblich, vorher war sie teuren Luxusmodellen vorbehalten. *
Schieber-Motor -> Drehschieber. *
Schleicher, Rudolf Konstrukteur bei -> BMW. Er schuf die ersten -> Kompressor-Rennmaschinen. *
Schleuderschmierung Bei dieser Schmierungsart sind an den Kurbelwangen Schleuderbleche angebracht, die das Öl in besondere Schmiertaschen schleudern, von wo aus es an die Schmierstellen gelangt. *
Schmierung Die Schmierung der bewegten Teile in einem Verbrennungsmotor ist seit der Pionierzeit laufend weiterentwickelt worden. Man unterscheidet folgende Schmiersysteme:

1. Verlustschmierung. Hier wurde anfänglich mit einer Handpumpe, später mit einer mechanische Ölpumpe, das Öl zu den Schmierstellen geführt.

2. Umlaufschmierung. Mit dem Aufkommen der mechanischen Ölpumpen entwickelte man eine Rücklaufmöglichkeit durch einen zweiten Pumpmechanismus. Auf diese Weise wird der gesamte Ölvorrat ständig im Umlauf von und zu den Schmierstellen gehalten.

3. Gemischschmierung. Bei Zweitaktmotoren wird das Öl dem Kraftstoff beigemischt. Bei der Verdichtung im Kurbelgehäuse benetzt es die Schmierstellen.
*
Schnüffelventil Ältere Bezeichnung für das -> automatische Einlassventil. *
Schnürle-Umkehrspülung 1925 von Dr. Adolf Schnürle erfundenes Spülverfahren für Zeitaktmotoren. Die Spülschlitze sind so angeordnet, dass die einströmenden Frischgase gegen die dem Auspuffschlitz gegenüberliegende Zylinderwand gedrückt werden. Sie richten sich dort auf und strömen zum Zylinderkopf. In dem meist halbkugelig ausgeformten Brennraum kehren sie ihre Richtung um . -> DKW wendete dieses Verfahren ab 1932 an und liess es patentieren. Nach Erlöschen des Patents übernahmen fast alle Zweitaktmotoren-Hersteller das Schnürle-System. *
Schubstangen Die obenliegende Nockenwelle der -> NSU-Max wurde mittels Schubstangen gesteuert. ("Ultramax"-Steuerung). *
Schüttoff Die Werkzeugmaschinen-Fabrik Schüttoff in Chemnitz baute 1924 bis 1933 qualitativ hochwertige und sehr leistungsfähige Motorräder mit Viertaktmotoren von 200 bis 500 ccm. Bekannt wurden vor allem die 350er bei vielen Wettbewerbsfahrten. *
Schwenkergespann Um den Drift eines Seitenwagengespanns in Kurven zu vermindern, ersann man für Renngespanne eine Vorrichtung zur Kurvenneigung des Seitenwagenrades. Perfektioniert wurde diese Bauart bei Bahnrennen, wo sie aber 1973 verboten wurden.
Schwingrahmen Die heute übliche Rahmenbauart der Hinterradschwinge mit Federbeinen wurde 1937 erstmals von -> Velocette gezeigt und setzte sich ab 1948 allgemein durch. Gefederte Hinterräder waren vor 1939 in Italien bereits weit verbreitet.
Schwingsattel An dem nach vorne verlängerten Sattelgestell wird bei einem Schwingsattel der Motorradsitz mit einer Achse befestigt, wodurch er - abgestützt mit Schraubenfedern oder Gummibändern - Fahrbahnstösse durch Mitschwingen mildern kann. *
Schwungradlichtmagnetzünder In einer Spule wird durch die Drehbewegung des Schwungradmagneten Wechselstrom erzeugt, den man nicht nur zur Zündung verwendet, sondern auch als Stromquelle für die Beleuchtung. Diese Bauart hat sich vor allem bei kleinen Motorrädern seit den fünfziger Jahren gut bewährt. *
Scott Alfred Angas Scott gilt als einer der begabtesten Konstrukteure in der Geschichte des Motorrads. Sein erstes Modell von 1908/09 wies eine ganze Reihe neuartiger Details auf. Es war ein wassergekühlter Zweitakt-Parallel-Twin mit fussgeschaltetem Zweigang-Getriebe, erstmalig mit einem Kickstarter. Die Vordergabel war eine frühe Version der -> Teleskopgabel. Der Zweitaktmotor wies eine derart überlegene Leistung auf, dass man der Scott anfangs durch besondere Zulassungsregeln den Start bei Sportveranstaltungen erschweren wollte. Die Firma blieb diesem Motorenprinzip stets treu und hatte schon bald eine treue Kundenschar, die stets den seidenweichen Lauf und das gute Durchzugsvermögen hervorhoben. 1935 stellte Scott einen sensationellen Reihen-Dreizylinder, ebenfalls ein wassergekühlter Zweitaktmotor, vor. Der Markenname existiert noch heute, doch Motorräder baute man bis in die sechziger Jahre nur noch auf Bestellung. bis 1979 fertigte der Engländer George Silk in kleinster Serie ein sehr modernes Motorrad mit einem von der Scott abgeleiteten Motor. *
Scottish Sixdays Eine der härtesten Motorradprüfungen der Welt, ein -> Trial über sechs Tage. Es wird seit 1010 alljährlich im schottischen Hochland ausgetragen. *
Scott-Trial Ein Betriebsausflug des -> Scott-Werks im Jahre 1914 wurde zum Vorläufer der späteren -> Moto Cross-Rennen. Erstmalig wurde dabei durch unwegsames Gelände querfeldein gefahren und zwar im Unterschied zu den herkömmlichen -> Trials auf Zeit. *
Scrambler Geländewettbewerbe nach Art des -> Moto Cross bezeichnet man in England und USA als Scrambling. Alle geländetauglichen Motorräder wurden in den fünfziger und sechziger Jahren Scrambler genannt. *
Seitenwagen Die ersten Motorräder und -> Tricycles waren als Sportfahrzeuge für den Einpersonenbetrieb gedacht. Zur Personenbeförderung musste man sich andere Lösungen einfallen lassen. So wurden Anhänger an das Motorrad gehängt oder anstatt des Vorderrads ein -> Vorsteckwagen am Steuerkopf des Rahmens befestigt. Als beste Möglichkeit erwies sich jedoch kurz nach der Jahrhundertwende die seitliche Anbringung eines Korbsessels mit einem Stützrad. Durch die asymmetrische Montage dieses dritten Rades wurde die Manövrierfähigkeit des Motorrades am wenigsten eingeschränkt. Das Seitenwagen-Gespann wurde in der Folgezeit zu einem vollwertigen Verkehrsmittel, das erst in den fünfziger Jahren durch den Kleinwagen abgelöst wurde. *
Senspray Englische Vergasermarke in den zwanziger Jahren. *
Sertum Zwischen 1931 und 1951 wurden diese schweren, zuverlässigen Motorräder in Mailand hergestellt. Bekannt waren hauptsächlich die seitengesteuerten Ein- und Zweizylinder mit 500 ccm. *
Simmerring ein Dichtungsring, um Wellen oder Achsen gegen Schmiermittel-Verlust sicher abzudichten. Er besteht aus einem Stahlblechgehäuse, in das eine Kunststoffmanschette eingesetzt ist. Eine Schraubenzugfeder, die um diese Manschette federnd angebracht ist, drückt sie leicht auf die abzudichtende Welle. *
Simplex-Bremse Innenbacken-(Trommel-)-Bremse mit einem auf- und einem ablaufenden Bremsbacken. Schwächere Bremswirkung als bei der -> Duplex-Bremse. *
Simson Diese Firma im Thüringischen Suhl stellt seit 1939 Leichtkrafträder mit 39 und 74 ccm her. In diesen Hubraum-Kategorien beteiligte man sich auch mit internationalem Erfolg. *
Slipper-Kolben Bei dieser Kolbenbauart, die bei Rennmotoren (Viertakt) zum Einsatz kommt, ist der Kolbenschaft auf den Druckseiten kreuzkopfartig ausgebildet und stützt sich mit geraden Steigen gegen die Bolzenaugen ab. Durch die Kürzung trägt nur ein schmaler Streifen am Zylinder. Auch Gleitschuhkolben genannt. *
Sloper Die englische Bezeichnung für dei Motorenbauart mit nach vorn geneigtem Zylinder diente nicht nur als Modellbezeichnung für die 1927 vorgestellte 500-ccm-Maschine von -> BSA. Abgesehen davon, dass -> Panther stets solche Motoren gebaut hatte, löste die BSA in England eine Sloper-Mode aus. Es folgten Versionen von -> AJS, -> Ariel, -> Triumph und vielen anderen Marken. *
Smiths Englischer Instrumentenhersteller; Tachometer, Drehzahlmesser und Ampèremeter an fast allen englischen Motorrädern stammten von Smiths. Weltruf erlangten die von 1930 bis 1960 gefertigten Chronometric-Versionen wegen ihrer Gang-Genauigkeit. *
Sommern -> Feinstprofilieren von Gummireifen. *
Sozius Beifahrer auf dem Motorrad. Für ihn gab es früher einen eigenen Sattel oder ein Sitzkissen auf dem hinteren Kotflügel. *
Speedway Diese Motorsportart geht zurück auf das Jahr 1902, als man in den USA die ersten Motorradrennen auf Pferderennbahnen abhielt. Je nach Beschaffenheit der Bahnen (Gras, Asche oder Sand) sowie der Rundenlänge (bis zu einer Meile) entwickelten die Fahrer besondere Fahrtechniken und damit auch speziell geeignete Fahrzeuge. Als ab 1927 in England die Fahrer im Querdrift mit speziellen Maschinen (-> Douglas, -> Scott, -> Rudge) auf einer 400-m-Bahn fuhren, war das Speedway als eine Art der -> Dirt-Track-Rennen geboren. *
Spritzvergaser 1893 von Wilhelm Maybach entwickeltes Vergasermodell, bei welchem erstmals Kraftstoff durch eine Düse in den Ansaugkanal gesprüht wurde. *
Square Four 1931 stellte -> Ariel ein ungewöhnliches Vierzylindermotorrad vor, bei dem die Zylinder im Quadrat angeordnet waren und der Motor zwei Kurbelwellen aufwies. Die Maschine wurde mit einigen Änderungen bis 1958 produziert. *
Standard Von Wilhelm Gutbrod 1925 gegründet, wurde dies eine der erfolgreichsten deutschen Marken der zwanziger und dreissiger Jahre. Verwendete man erst JAP-Motoren, so wechselte man später zu MAG-Aggregaten über. Sehr beliebt war die obengesteuerte 500er, Modell BS 500. Es gab auch eigene ohc-Motoren, etwa bei dem Modell "Feuergeist" aus der Standard-Rex-Serie. Nach dem Krieg wurde die Produktion nach ein paar erfolglosen Versuchen nicht mehr aufgenommen. Auch die Schweizer Tochterbetriebe wurden geschlossen. *
Standmagnet Senkrecht eingebauter Zündmagnet, wie ihn viele deutsche Motorräder der zwanziger und dreissiger Jahre aufwiesen (Bosch-Zünder mit hufeisenförmigem, offenem Magnet). *
Steckachse Die Radachse ist in diesem Fall durch die Gabelenden oder Rahmenenden sowie die Radnabe hindurchgesteckt und an einem Ende mit einer Mutter gesichert. Sie lässt sich in ihrer Gesamtlänge herausziehen und erleichtert dadurch den Radausbau. *
Stecktank Die herkömmliche Tankbauart bei Motorrädern bis etwa 1927 sah einen mehr oder weniger rechteckigen Behälter vor, der unter das Oberrohr des Rahmens gehängt oder zwischen diesem und einer zusätzlichen Strebe, dem Tankrohr, eingeschoben wurde. *
Steher-Maschinen Schrittmacherdienste bei den Fahrrad-Steherrennen leisten Motorräder mit der berühmten, hinten angebrachten Abstandsrolle. Bis in die sechziger Jahre wurden zu diesem Zweck riesige "Fossilien" verwendet, Spezial-Motorräder mit Motoren mit Hubräumen bis zu zwei Liter (meist von -> Anzani). *
Steib Die Steib-Seitenwagen aus Nürnberg erfreuen sich noch heute weltweiter Beliebtheit, obwohl die Fabrikation schon 1955 eingestellt wurde. Seit 1928 baute man - im Unterschiede zu den Engländern - ein relativ kleines Programm verschiedener Seitenwagen und konnte vor allem in den fünfziger Jahren damit grossen Umsatz machen. BMW als Hersteller kompletter Gespanne bis in die sechziger Jahre fertigte nach 1955 die Seitenwagen nach Steib-Konstruktion in eigener Regie. *
Steilwandfahrer Heute noch gelten bei Volksfesten Akrobaten auf Motorrädern, mit denen sie eine zylindrische Holzbahn befahren, als Attraktion. Die Zentr4ifuglakraft drückt dabei Mann und Maschine an die senkrechte Wand. Wegen ihres gleichmässigen Laufs bevorzugen Steilwandfahrer auch heute noch die "Police-Scout" von -> Indian aus den Zwanziger Jahren. *
Steuer-PS -> H.P. *
Stock Die Berliner Firma begann 1924 mit der Lizenzproduktion des amerikanischen -> Evans-Leichtmotorrades. 1929 stellte Stock eine Reihe eigener Motoren vor, die man in Doppelschleifenfahrwerke einbaute und mit Kardanantrieb ausstattete. Die Kardan-Stock wurde bis 1933 bebaut. *
Stolle, Martin Der Motorradkonstrukteur war am Entwurf des ersten -> BMW-Motors beteiligt, schuf aber 1921 seine eigene Version des Längsboxers, der als ohv-Aggregat bei -> Victoria Verwendung fand. 1927 bis 1932 war Stolle für die -> D-Rad Modelle verantwortlich, um 1933 wieder zu Victoria zurückzukehren. Die unorthodoxe Zweizylindermaschine KR 8 war sein Werk, bevor er sich der Automobilbranche zuwandte. *
Stossdämpfer Eine erste Stossdämpfung an Motorrad-Vordergabeln versuchte man durch die Trennung von Stoss- und Druckfedern zu erreichen. Durch scheibenförmige oder konische -> Reibungsdämpfer gab es in den frühen zwanziger Jahren eine Verbesserung. Hydraulische Dämpfer sah man 1937 an der Werks-Velocette auf der -> TT, die eine Hinterradschwinge mit Federbeinen aufwies. *
Stossstangenmotor ohv-Motor, bei dem die Ventilbetätigung von den Nocken mittels Stössel und Stossstangen auf die Kipphebel im Zylinderkopf übertragen werden. Da man sowohl einen ohv- als auch einen ohc-Motor als "obengesteuert" bezeichnet, ist der Begriff "Stossstangenmotor" zur genaueren Unterscheidung vorzuziehen. *
Sturmey Archer Englische Getriebefirma, die von -> Raleigh übernommen wurde und auch -> Einbaumotoren herstellte. Nach dem Rückzug des Raleigh-Konzerns aus der Motorradbranche 1933 übernahm -> Norton die Getriebefertigung von Sturmey Archer für den Eigenbedarf. *
SUM Deutsche Vergasermarke, die bis in die fünfziger Jahre existierte. *
Sunbeam Die John Marston Company in Wolverhampton machte sich einen Namen mit erstklassigen Fahrrädern und später mit Autokühlern. 1912 stellte Sunbeam sein erstes Motorrad vor, eine 500er mit Dreigang-Getriebe und verkapseltern Kettentrieben. Von Anbeginn beteiligte man sich am Motorsport und nahm als erste englische Firma auch an Rennen auf de3m Kontinent teil lange Zeit hielt man am seitengesteuerten Motor fest, doch auch die ab 1924 gefertigten ohv-Modelle entsprachen dem Ruf die qualitativ besten Einzylinder-Motorräder auf dem Markt zu sein. nach 1931 wechselte die Motorradabteilung mehrmals den Besitzer, 1946 kam eine neue Sunbeam mit längs eingebautem Zweizylindermotor und Kardanantrieb auf den Markt, die Marke gehörte nunmehr dem -> BSA-Konzern an. *
Super X -> Excelsior USA. *
Supersportmaschine In England und zu manchen Zeiten auch in Deutschland in Italien war es üblich, die Entwicklung der Rennmotorräder eng im Zusammenhang mit der Serienfertigung zu vollziehen. So gab es nicht nur Rennmodelle, die für den Privatfahrer käuflich zu erwerben waren, sondern meist auch leicht abgewandelte Versionen, Supersport genannt, für die Strassenzulassung. *
Suzuki Diese japanische Motorradfabrik existierte bereits vor dem zweiten Weltkrieg, international in Erscheinung trat sie aber erst in den sechziger Jahren. Mit spektakulären Rennerfolgen wurde das Angebot an Serienmaschinen publik gemacht. Suzuki produzierte ausschliesslich Zweitakter und erreichte einen hohen Reifegrad, vor allem bei den Dreizylinder-Modellen. 1975 wurde ein Wankel-Motorrad vorgestellt, seit 1977 baut Suzuki hauptsächlich hochwertige Viertakter. JPN
sv Internationale Bezeichnung für seitlich stehende Ventile bei einem -> Viertaktmotor (engl.: side valves). *
Swallow Englischer Seitenwagen-Hersteller. Aus der Firma ging die Automarke Jaguar hervor. *
T.D.C. Englisch: Top dead centre = Oberer Totpunkt (OT). *
Taglioni, Fabio Konstrukteur, seit 1954 bei Ducati, schuf die desmodromische Ventilsteuerung der Rennmotoren ab 1956 und später der Strassenmodelle. *
Tauchschmierung Das Schmieröl läuft bei der Tauchschmierung vom Tank direkt in das Kurbelhaus, von dessen Boden es leine Schaufeln an den Kurbelwangen fördern und an die Schmierstellen der Lager und Gleitflächen schleudern (-> Schleuderschmierung). *
TEC Triumph Engineering Company (Coventry, England) -> Triumph. *
Teleskopgabel Bei dieser Vordergabel gibt es keine Hebel, vielmehr schieben sich zwei Rohre ineinander, die Federn sind innerhalb des Stand- und Gleitrohrs untergebracht. Erfunden hat diese Bauart -> Alfred A. Scott bereits 1909. -> BMW brachte mit der verbesserten Form von 1935 den Durchbruch für die Telegabel. -> Matchless führte 1943 mit der Teledraulic-Gabel ihre hydraulische Dämpfung ein. *
Temple Claude Temple führ ab 1925 auf speziell vorbereiteten -> OEC-Motorrädern Rekordversuche in -> Brooklands und auf anderen Strecken. Es handelte sich bei den von Temple selbst entworfenen Fahrzeugen meist um 1000-ccm-Versionen mit einem ohc-Rennmotor von -> Anzani. Bis 1930 führen auch andere Fahrer diese Temple-OEC genannten Spezialmodelle. *
Terrot Einst grösster Motorradhersteller Frankreichs (1901-1960). In den zwanziger Jahren gab es auch Rennsportaktivitäten bei der Firma aus Dijon. Bis auf einige Ausnahmen mit -> JAP oder -> Blackburne-Aggregaten stelle Terrot stets eigene Viertakt-Motoren her. *
Tiger-Gabel Deutsches Fabrikat einer Rohr-Parallelogrammgabel. *
Titan Motorcycles -> Motorradhersteller GBR
TIZ - (Taganrogsky Instrumentalny Zavod), Taganrog, Rostov, Soviet Union) Russisches Motorrad. Das prunkstück wahr die AM600 (Nachbau einer BSA Sloper), gebaut von 1935 - 1943. 1-Zylinder, 4-Takt, SV 595 ccm mit 16 PS. Dazwischen gab es div. expermente wei TIZ 6 und TIZ 7 oder TIZ 50 und TIZ 51. Die TIZ Kometa 1 und TIZ BN 1200 mit 34 PS. *
Tornax Die Wuppertaler Firma Tornax baute seit 1925 sportliche Motorräder mit -> JAP-Motoren von 350 bis 1000 ccm. Als Mitte der dreissiger Jahre die importierten Aggregate nicht mehr zur Verfügung standen, verwendete man -> Columbus-Einbaumotoren. Nach dem Krieg - bis 1955 - beschränkte man sich auf Ilo-Zweitakter. Berühmt wurde dabei die 250-ccm-Zweizylinder mit -> Vollschwingen-Fahrwerk, die "Schwarze Josefine". *
Tourenmotorrad Eine besonders gut ausgerüstete Maschine (Lichtanlage, breite Kotflügel, Gepäckträger) bezeichnete man in den zwanziger Jahren meist als Tourenmotorrad.  *
Trial Eine besondere Art des Geländesports mit Motorrädern; ausgehend von einer Zuverlässigkeitsprüfung, wurde später eine Geschicklichkeitsfahrt daraus. Es gilt, unmöglich erscheinende Passagen ohne Stehen bleiben und ohne Abstützen mit dem Fuss zu durchfahren, so etwa Bachbette, Felsstufen oder steile Böschungen. *
Tricar Aus den verschiedenen Fahrzeugformen wie Tricycles oder Motorräder mit Vorsteckwangen entwickelte sich das in England und Frankreich in den zwanziger und dreissiger Jahren sehr beliebte Leicht-Automobil mit drei Rädern, das in der Zulassungs- und Steuerordnung in England noch heute einem Motorrad mit Seitenwagen gleichgestellt wird. Berühmtester Vertreter der " Threewheeler" ist der Morgan. Auch im Sport liefern in England diese Fahrzeuge immer gemeinsam mit den Motorrädern. *
Tricycle Die Dreiräder von Bollée, Clément und De Dion-Bouton waren bei den ersten Motorradrennen zu Beginn des Jahrhunderts startberechtigt und den leichten Zweirädern zuerst noch stark überlegen. *
Triebsatzschwinge Motor, Getriebe und Kettenkasten zu Hinterrad sind bei dieser Konstruktion als feste Einheit ausgebildet und dienen zugleich als Schwinge. Angewendet bei Norbert Riedels -> Imme und dem -> Vespa-Roller. *
Triton Aus der Kombinierung eines Norton-Rahmens (-Federbett) und eines Triumph-Zweizylindermotors entstandenes Motorrad, das in den fünfziger und sechziger Jahren in England weit verbreitet war. *
Triumph (TEC) Der einzige Überlebende der einstmals blühenden englischen Motorradindustrie hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. Die Fahrradfabrik, 1897 von zwei Deutschen in Coventry gegründet, nahm 1903 den Motorradbau auf. Die seitengesteuerten 500- und 550-ccm-Modelle waren bis in die zwanziger Jahre sehr beliebt. 1923 gab es eine ohv-Vierventil-Maschine. 1933 erschien der erste ohv-Paralleltwin. Doch diese Motorenbauart kam erst ab 1937 zu ihrem Durchbruch, nachdem die Automobil- und Motorradherstellung bei Triumph geteilt worden war und Jack Sagster (-> Ariel) die Motorradabteilung übernommen hatte. -> Edward Turner war der Konstrukteur des 500-ccm-"Speed Twin", der vorbild für alle ähnlichen Entwürfe nach 1945 werden sollte. 1944 nahm die berühmte Fabrikanlage in Meriden den Betrieb auf und 1952 wurde Triumph an den -> BSA-Konzern verkauft. Die Veränderung machte sich aber erst 1970/71 bemerkbar, als die Modellprogramme einander angeglichen wurden. Eine Vielzahl von Problemen führte 1973 zum grossen Zusammenschluss der englischen Betriebe. Nachdem das Triumph-Werk geschlossen werden sollte, kam es nach einem 18-monatigen Streik zur Übernahme des Betriebs durch die Arbeiter. GBR
Triumph (TWN) Von 1903 bis 1929 bestand zwischen den Nürnberger Triumph-Werken und dem Betrieb in Coventry eine enge Zusammenarbeit. Viele Teile und Aggregate wurden aus England geliefert. Nach dieser Zeit verwendete man in Nürnberg Viertaktmotoren von -> MAG, die zum Teil in Lizenz gefertigt wurden. Bei den Zweitaktern hatte man eine eigene Baureihe vorzuweisen. Von 1939 bis zur Produktionseinstellung 1957 waren dies Doppelkolben-Zweitakter von 125 bis 350 ccm. *
Tropföler -> Tropfschmierung. *
Tropfschmierung Durch eine Handpumpe wurde bei den ersten Motorrädern das Öl zu den Schmierstellen befördert; nach dem ersten Weltkrieg übernahm diese Aufgabe eine mechanische, vom Motor angetriebene Pumpe. Mit der Handpumpe baute man den Saugdruck auf und in einem Schauglas konnte man die Förderung beobachten, dieses Schauglas wurde auch bei der mechanischen Pumpe beibehalten. Das Öl wurde tropfenweise durch die Leitungen an die Nocken und die Hauptlager gebracht, von wo aus es weiter verwirbelt wurde. Die Tropfgeschwindigkeit liess sich je nach Betriebsanforderung des Motors regulieren. *
TT Replica Viele britische Firmen gaben sportlichen Motorrädern ihrer Produktion, die im Vorjahr bei der -> TT erfolgreich eingesetzten Rennmodellen glichen, die Bezeichnung " TT Replica". Bei käuflichen Rennmotorrädern wurden im jeweils neuen Jahrgang die Modifikationen der Werksmaschinen übernommen. (z.B. Scott, Rudge) *
TT, Tourist Trophy Das berühmteste Motorradrennen der Welt wird weit 1907 auf der Isle of Man ausgetragen. Der heute benutzte Mountain Course weist eine Streckenlänge von 60,4 Kilometer auf. *
TT-Steeplechase Eigenwillige amerikanische Motorradrennen, die über einen Rundkurs auf ungefestigtem Grund, angereichert mit künstlichen Hindernissen, ausgetragen werden. *
TT-Vergaser Spezieller Vergasertyp für Rennmaschinen mit zusätzlicher Seiten-Luftdüse, hergestellt von -> Amac, später von -> Amal. *
Tulpenventil Um Ventile besonders leicht zu machen, hat man den Ventilteller oft kegelförmig ausgehöhlt. *
Tupfer Stift auf der Schwimmerkammer des Vergasers, der den Schwimmerkammer des Vergasers, der den Schwimmer niederdrückt und dadurch die Kammer mit Benzin flutet. *
Turner, Edward Englischer Motorradkonstrukteur und 1936 bis 1967 Direktor bei -> Triumph. Er schuf die Ariel -> Square Four und 1937 mit dem Speed Twin Parallel-Zweizylinder den Vorreiter einer neuen Generation von Motorrädern. *
Twin Englische Bezeichnung für einen Zweizylindermotor. Im Deutschen gebräuchlich für einen -> Parallel-Zweizylinder.  *
TWN Triumph Werke Nürnberg -> Triumph. *
Überrestaurierung Eine Wiederherrichtung von Veteranenfahrzeugen über ihren Originalzustand hinaus kann ihren Wert eher vermindern als erhöhen. Hierzu zählen z.B. zusätzliches Verchromen von Teilen, die ursprünglich lackiert waren, zusätzliche Instrumente, zu reichliches Sonderzubehör oder das gerade bei Motorrädern sehr beliebte Abändern der Spezifikation etwa eines Tourenmodels in einen Pseudorenner. *
Umlaufschmierung -> Schmierung. *
Universal Schweizerisches Motorradfabrikat (1928 bis 1964). Die ersten Maschinen wurden unter der Markenbezeichnung "Helvetia" verkauft. Man verwendete Einbaumotoren verschiedener Hersteller, so z.B. von -> JAP (1000 ccm). In den dreissiger Jahren entwickelte man eigene Konstruktionen, wobei besonders die seitengesteuerten V-Twins für Behördenmaschinen bekannt wurden. Man baute bei Universal nach dem Kriege Motorräder mit Boxermotor und Kardanantrieb nach -> BMW-vorbild, wie auch -> Condor, allerdings mit ohv-Motor. Die letzte Universal-Konstruktion war eine 250-ccm-Einzylinder. *
Unterbrecherknopf -> Kurzschlussschalter. *
Ural -> Motorradhersteller *
UT Diese deutsche Motorradfirma (Schwenk & Schnürle, Möhringen) hielt sich vor allem zwischen 1922 und 1939 an englische vorbilder, was die Linienführung betraf. neben vielen anderen Motoren kamen auch solche von JAP- und Blackburne zum Einbau. Nach 1934 verwendete UT Ilo-Zweitakter; 1950 war UT als erster in Deutschland mit einer Hinterradschwinge mit Federbeinen auf dem Markt. *
Velocette Die 1904 entstandene Fabrik Veloce Ltd. in Hall Green, Birmingham, blieb bis zur Einstellung der Produktion 1971 im Besitz der Familie Goodman. Bis 1925 stellte man verschiedene Gebrauchsmotorräder mit eigenen Zweitaktmotoren her. In jenem Jahr begann mit der ersten Königswellen-ohc-Rennmaschine die fast dreissig Jahre andauernde Renngeschichte dieser Motorräder. Durch rege Beteiligung an Strassenrennen wurde die Marke sehr bekannt und verbreitet. Bis 1948 wurden ausschliesslich Einzylindermodelle mit maximal 500 ccm produziert; die bis zum Schluss im Programm verbliebenen ohv-Einzylinder hatten ihren Ursprung schon 1933. Mit der wassergekühlten LE 200 (sv-Boxer) wurde 1948 ein völlig unkonventionelles Design vorgestellt; dieses anspruchslose Fahrzeug wurde in hoher Auflage gefertigt. Besonders beliebt waren indessen nach wie vor die Einzylinder, inzwischen Viper (350 ccm) und Venom (500 ccm) genannt. Eine leistungsgesteigerte Venom, Thruxton genannt, gilt bis heute als eine der leistungsfähigsten ohv-500er überhaupt. Nach der Schliessung der Firma konnte man bis 1977 auf Bestellung noch aus Ersatzteilen aufgebaute 500er erwerben. *
Velosolex -> Motorradhersteller *
Ventilausheber Zur Verringerung des Widerstands beim Antreten wird das Auslassventil leicht angehoben, wodurch die Kompression vermindert wird. Abstellen kann man den Einzylinder ebenfalls durch diese Vorrichtung (Lenkerhebel). *
Verdampfungsvergaser -> Oberflächenvergaser. *
Verlustschmierung -> Schmierung. *
Vespa Der vom Flugzeugkonzern Piaggio in Italien ab 1946 gebaute Vespa-Motorroller löste die Rollerbegeisterung der fünfziger Jahre aus. In Millionenauflage hergestellt, gibt es auch heute noch einen regen Absatz dieses "Motorrads mit selbsttragender Karosserie". Er wird mit verschiedenen Motoren von 50-200 ccm gebaut. *
Veteranen-Motorrad Bezeichnung für Motorräder aus der Zeit vor 1939. Die internationale Bezeichnung "Veteran" bezieht allerdings nur Motorräder bis zum 1.1.1915 ein. *
Veteranen-Rally eine Veranstaltung für Veteranen-Fahrzeuge. neben einer Zuverlässigkeitsprüfung auf einem ausgeschilderten Rundkurs werden oft noch Geschicklichkeitsübungen, Quizfragen und Fahrzeugbeurteilung zur Wertung herangezogen. Veranstaltet werden die Treffen und Fahrten von Veteranenclubs. *
Victoria 1899 baute die Nürnberger Fahrradfabrik Victoria ihr erstes Motorrad mit einem Schweizer -> Zedel-Motor. Bekannt wurden nach 1918 die 500er und 600er Längsboxer mit dem -> Stolle-(BMW-)-Aggregat. 1928 gab es eine sehr elegante 350er mit englischem -> Sturmey-Archer-Motor. In den dreissiger Jahren stellte Victoria erneut verschiedene eigene Viertakt-Aggregate in -> Pressstahlrahmen her. Nach 1945 wurden die leichte Zeitakt-250er "Aero" sowie die 350-ccm-"Bergmeister" gebaut. 1957 bezog man Victoria in die -> Zweirad-Union ein, die Marke blieb mit 50-ccm-Maschinen aus dem Hause Fichtel & Sachs bis 1966 erhalten. *
Victory Motorcycles (Polaris) -> Motorradhersteller USA
Viertaktmotor Man unterscheidet beim Viertaktmotor vier Systeme der Ventilsteuerung:

1. Gemischtgesteuerte Ventile. Bei der Anfangsform der Viertakter gab es das automatische Einlassventil (-> Schnüffelventil) und ein mittels Nocken gesteuertes Auslassventil.

2. Seitengesteuerte Ventile. Die lange Zeit hindurch bewährte Art wies die Ventile seitlich stehend auf, zumeist parallel an einer Seite des Motors.

3. Wechsel- oder gegengesteuerte Ventile. Diese Bauart konnte sich nie allgemein durchsetzen. Das Einlassventil ist oben hängend, das  Auslassventil darunter stehend angeordnet.

4. Obengesteuerte Ventile. Im Zylinderkopf hängende Ein- und Auslassventile gab es schon vor 1900, verschiedene Probleme aber führten zu einer wesentlich späteren Verbreitung. Die Ventile werden entweder von den unten im Motor laufenden Nocken über Stossstangen und Kipphebel betätigt oder es gibt eine obenliegende Nockenwelle, die die Ventile mittels Schlepphebel oder direkt bewegt.

sv = seitengesteuert ; ioe = wechselgesteuert ; ohv = kopfgesteuert ; ohv = high camshaft ; ohc = Königswelle oder Kette.
*
Vierventiler Die heute bei Hochleistungsmotoren übliche Verdoppelung der Ventile ist im Motorenbau schon lange bekannt. Vor dem ersten Weltkrieg baute -> Peugeot solche Motorradrennmotoren (sogar mit zwei obenliegenden Nockenwellen) und auch -> Harley Davidson und -> Indian hatten vierventilige Maschinen für ihre Werksrennteams. -> Rudge-Whitworth errang von 1924 bis 1939 seine Erfolge ausschliesslich mit Verventilern. *
Villiers Englischer Hersteller von Zweitakt-Einbaumotoren. *
Vincent (Vincent-HRD) Der Rennfahrer Howard Rupert Davies gründete 1924 seine eigene Motorradfabrik, er baute Sportmaschinen unter der Verwendung von JAP-Motoren. 1928 übernahm Phil Vincent den Betrieb und stattete die HRD-Motorräder mit einer -> Cantilever-Hinterradschwinge aus. Ab 1930 verwendete er auch Python-Einbaumotoren, bevor man 1935 eine eigene Konstruktion in Gestalt der 500er-Meteor vorstellte. 1936 entstand der 1000 ccm V-Twin "Rapid". Mit überarbeiteten Versionen entstand nach dem Krieg die Vincent-Legende, deren Grundlage die unerreicht schnellen und mit zahlreichen gut durchdachten Details ausgestatteten Motorräder bildeten, sie trugen Namen wie "Black Shadow" oder "Black Lightning". Nach Versuchen mit NSU-Lizenzbauten musste die Produktion 1956 eingestellt werden, da sie zu kostspielig geworden war. *
Vintage Epoche der zwanziger Jahre. Nach der Klassifizierung des -> VMCC gehören alle zwischen 1.1.1915 und 1.1.1931 produzierten Motorräder in diese Kategorie. *
VMCC -> Motorradhersteller *
VMCC (Vintage Motor Cycle Club) Mit derzeit 6000 Mitgliedern grösster Verein für Motorradfreunde. *
Vollschwingen-Fahrwerk In den fünfziger Jahren, als sich die Hinterradschwinge immer mehr durchsetzte, ersann man auch für die sehr aufwendige -> Teleskopgabel eine Alternative in Gestalt der Vorderradschwinge. Vor allem -> BMW hielt von 1955 bis 1969 an der Ausführung mit Langschwinge vorne und hinten fest. *
VOR -> Motorradhersteller ITA
Vorsteck-Wagen Eine der Ursprungsformen des Motorrad-Gespanns. Anstelle des Vorderrads wurden am Lenkkopf ein Karren mit zwei parallelen Rädern "eingesteckt", auf diesem Gestell befestigte man eine Sitzbank für eine oder zwei Personen. Gelenkt wurde am Steuerkopf. Mit der Weiterentwicklung zur Radlenkung entstand das -> Tricar. *
Voxan -> Motorradhersteller FRA
V-Twin -> Motorenbauarten. *
Wanderer Die sächsische Firma Winklhofer baute ab 1902 hochwertige Motorräder mit eigenen Ein- und V-Zweizylindermotoren. Nach 1918 gab es schon ohv-Versionen und sogar Vierventil-Zylinderköpfe auf Basis der hervorragenden Motoren. Der nächste Schritt in den zwanziger Jahren war der erste Blockmotor, doch seit dieser Zeit konzentrierte sich Wanderer verstärkt auf den Automobilbau und mit dem Verkauf des Kardan-Einzylinders von 1928 an -> Jawa gab man den Motorradbau auf. Die Herstellung von Fahrrädern wurde beibehalten und kurz vor sowie nach dem Zweiten Weltkrieg gab es noch einmal Leichtkrafträder von Wanderer mit 98er Sachs-Motor. *
Watsonian Eine der grössten Seitenwagenfirmen der Welt. Der englische Hersteller hatte seine Blütezeit in den fünfziger Jahren. *
Webb-Gabel Englische Parallelogrammgabel in verstärkter Ausführung. Standardausrüstung in den dreissiger Jahren. *
Wechselgesteuert -> Viertaktmotor. *
Wehrmachtsgespann Die deutsche Wehrmacht gab im Zweiten Weltkrieg den Auftrag zu einem Seitenwagen-Gespann mit angetriebenem Seitenwagenrad. Die Firmen -> Zündapp und -> BMW entwickelten nach englischem (Norton Big Four) und französischem (Gnôme & Rhône) vorbild die überscheren Gespanne KS 750 bzw. R 75. *
Werksrennmaschine Motorradwerke, die sich aktiv am Motorradsport beteiligen, stellten ihre Fahrzeuge schon immer besonders talentierten Fahrern (die man dann "Werksfahrer", früher auch "Fabriksfahrer" genannt hat) zur Verfügung. Es handelt sich bei den Maschinen um gut präparierte oder dem Einsatzzweck entsprechend modifizierte Motorräder. *
Werner Die von 1897 bis 1908 in Paris existierende Firma Werner gilt als einer der Pioniere im Motorradbau. Befand sich um jene Zeit das Antriebsaggregat eines Motorrades an noch nicht festgelegten Stellen im Rahmen (den man meist vom Fahrrad übernahm), so hatte man bei Werner schon 1901 den Motor tief im Rahmen anstelle des Tretlagers eingesetzt - diese Bauweise setzte sich als richtungweisend durch. Die Brüder Werner bauten 1904 auch den ersten Parallel-Zweizylinder. *
Wilkinson Von 1909 bis 1916 baute die für ihre Klingen berühmte Firma aus dem englischen Sheffield ein unkonventionelles Motorrad mit vielen Konstuktionselementen aus dem Automobilbau. *
Wimmer Die noch heute als Maschinenfabrik existierende bayerische Firma baute zwischen 1921 und 1939 exquisite ohv-Viertakt-Motorräder von 198 bis 500 ccm. Man sah die sehr leistungsfähigen Maschinen auf vielen Sportveranstaltungen. Die Motorräder waren nicht sehr weit verogreitet und die Produktion daher beschränkt. Ein Projekt mit der Hans Glas GmbH nach dem Krieg schlug fehl. *
Windhoff Die Berliner Firma Windhoff stellte in den zwanziger Jahren eine Reihe von besonderen Motorrädern vor. Das begann mit den Ladepumpen-Zweitaktern von -> Bekamo im speziellen Dreiecksrahmen und führte zu einer 1000er nach BMW-vorbild. Die berühmteste, aber nur in geringen Stückzahlen fabrizierte Maschine war die 750er Vierzylinder. Der stark verrippte ölgekühlte Motor war längs eingebaut und diente als tragendes Element, an Auslegern war das Hinterrad angebracht und vorne der Steuerkopf. *
Wooler Die von 1911 bis 1955 bestehende englische Firma hatte keine grosse Bedeutung auf dem Markt, überraschte aber oft mit unkonventionellen Konstruktionen, deren gemeinsames Merkmal stets der bananenförmige, den Lenkkopf mit einschliessende Tank war. Zumeist wurden Boxermotoren, längs oder quer, eingebaut. *
Wulstreifen In der Flachbettfelge legt sich dieser Reifen durch genau passende Wülste an seinen Enden in das Felgenbett ein. Diese Bauart hielt sich trotz ihrer Unzulänglichkeiten (zu weiche Reifenschultern und dadurch leichtes Abspringen von der Felge) als einzige Art der Motorradbereifung bis etwa 1928. Sie wurde von den -> Drahtreifen abgelöst. *
Wurring Seit 1921 baut August Wurring aus Breitscheid bei Düsseldorf Motorradrahmen, bis in die sechziger Jahre lieferte er auch komplette Maschinen mit -> Ilo oder -> Sachs-Motoren. Früher verwendete er Aggregate von -> JAP, -> Columbus, -> Küchen und anderen. *
X … * *
Yamaguchi Eine der zahlreichen japanischen Motorradfirmen in den fünfziger Jahren. Es wurden Zweitaktmotoren bis 125 ccm gebaut. 1964 stellte man die Produktion ein, doch werden seither exklusiv für die amerikanische Vertreibsfirma Hodaka Motoren für deren Geländemaschinen gefertigt. *
Yamaha Die alte japanische Webstuhl- und Musikinstrumentenfabrik schloss sich 1954 dem japanischen Motorradboom an. Begonnen wurde mit einer exakten Kopie der DKW RT 125, doch bald löste man sich von vorbildern. Während die Rennmaschinen nach wie vor in Zweitaktausführungen auf Strassen- und Moto-Cross-Kursen siegreich sind, gab man den seit 1970 eingeführten Viertaktmodellen im Serienbau Vorrang. Yamaha ist heute der zweitgrösste Motorradhersteller der Welt. JPN
Ydral In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre lieferte diese Firma Zwei- und Viertakt-Einbaumotoren für die Leichtkrafträder vieler französischen Kleinfirmen. *
Zedel Die Schweizer Firma Zürcher & Lüthi stellte vor dem ersten Weltkrieg eine Reihe von Viertakt-Einbaumotoren für Motorradproduzenten in Frankreich, Österreich, Deutschland und England her. In Frankreich gab es auch eine Tochtergesellschaft, die unter dem gleichen Namen komplette Motorräder lieferte. *
Zehnder Das "Zehnderli" war nach dem ersten Weltkrieg eines der beliebtesten Leichtmotorräder der Schweiz. Das Fahrzeug mit dem liegenden 110-ccm-Zweitakter wurde weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Fabrik ging in den dreissiger Jahren an Wilhelm Gutbrod (-> Standard) über. *
Zementbahn In vielen Städten gab es seit den zwanziger Jahren Beton-Ovale als permanente Radrennbahnen. Bald entdeckte man auch deren Verwendbarkeit für Motorradrennen. Diese bis in die frühen fünfziger Jahre durchgeführten Bahnrennen erlangten zumeist nur regionale Popularität, aber immerhin gab es auch eine Meisterschaft. *
Zenith Die ersten englischen Maschinen unter dem Namen Zenith wiesen -> Fafnir-Motoren aus Deutschland auf. Berühmt wurde die Firma durch die Zenith-Gradua, ein Motorrad mit verstellbarer Riemenscheibe des Hinterradantriebs. Nach 1918 trat man vor allem mit den grossen JAP-Zweizylindern in Zenith-Rennmaschinen in Erscheinung, während die Serienmodelle fast ausschliesslich von kleineren -> JAP-Aggregaten angetrieben wurden. *
Zischhahn Durch ein kleines Ventil auf dem Zylinderkopf konnte man Benzin in den Verogrennungsraum hineinlaufen lassen. Dies diente zum Lösen des in der Kälte sehr zähen Ölfilms und zur Startwilligkeit des Motors durch den entstehenden Benzinnebel. Beim Durchdrehen des Motors gab der geöffnete Hahn einen Zischlaut von sich. *
Zündapp Von 1921 bis 1930 baute die Nürnberger "Zünder und Apparatebau GmbH" einfache Zweitaktmotorräder, die sich aufgrund ihres günstigen Preises und der gebotenen Qualität gut verkaufen liessen. Das Viertaktprogramm begann 1930 vorübergehend mit der Verwendung eines verventiligen Pytho0n-Motors aus England, doch ab 1933 stand die komplette K-Modellreihe der Konstrukteure Richard und Xaver -> Küchen zur Verfügung. In die Pressstahlrahmen wurden in der Folgezeit Motoren von 200-ccm-Zweitakter bis zu 800er-Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor eingebaut. Im zweiten Weltkrieg stellte Zündapp ein schweres -> Wehrmachtsgespann auf die Räder und 1950 begann man mit der KS 601 die Tradition der schon vorher beliebten Boxermaschine fortzusetzen. Es wurden bis 1958 auch noch verschiedene Zweitaktmodelle (Norma, Elastic, Trophy) entwickelt, darunter mit der Bella auch ein guter Motorroller. Heute konzentriert man sich in der 1958 vollständig nach München verlagerten Produktion hauptsächlich auf 50-ccm-Maschinen. Grosse Erfolge konnte die Firma im Geländesport sammeln. *
Zwangsgesteuert Bei frühen Motoren, die ein -> automatisches Einlassventil aufwiesen, war das Auslassventil stets mechanisch gesteuert, man sprach dabei von einer Zwangssteuerung. *
Zweirad-Union 1957/58 schlossen sich einige der noch verogliebenen Firmen aus einer stark dezimierten deutschen Motorradindustrie zu dieser Gruppe zusammen. In den -> Victoria-Werken in Nürnberg wurden von nun an auch Express und DKW-Zweiräder gefertigt (die Motorradabteilung mit dem grossen Namen DKW war in Ingolstadt bei der dortigen Auto Union geschlossen worden und so kam auch diese Marke in die Union). Man verwendete ausschliesslich 50-ccm-Sachs-Aggregate, und als 1966 auch -> Hercules angegliedert wurde, ging die Gruppe in den Fichtel & Sachs-Konzern über, wo diese Marken später aufgegeben wurden. *



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