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Motorrad-Lexikon - D

TitelBeschriebLand
DaimlerDer Automobil-Pionier Gottlieb Daimler gilt zugleich auch als der eigentliche Erfinder des Motorrads. As Versuchsträger für seinen Verbrennungsmotor baute er 1885 ein einfaches Holzfahrgestell mit zwei Rädern, dieses "Reitwagen" genannte Fahrzeug gilt als das erste Motorrad der Welt. Ws blieb bei diesem Einzel-Exemplar, da Daimler seinen Motor in einen Wagen einbauen wollte, das motorisierte Zweirad als eigene Fahrzeuggattung hatte er dabei noch nicht im Sinn.*
DauerleistungBis in die fünfziger Jahre gab es bei vielen Motorrädern zwei Leistungsangaben. Der Begriff Dauerleistung stand dabei für die grösste Nutzleistung, die der Motor über längere Zeiträume abgeben kann, ohne dass die Wärmebeanspruchung die zulässige Grenze überschreitet.*
DaytonaAuf dem ebenen Sandstrand von Daytona, Florida fanden seit den dreissiger Jahren Motorradrennen statt, vorher diente die Sandpiste als Rekordbahn. Erst ab den sechziger Jahren wechselte man auf ein Beton-Oval über, wo heute das schnellste Motorradrennen der Welt, die 200 Meilen von Daytona gefahren wird.*
De Dion-BoutonVor der Jahrhundertwende war die französische Firma De Dion-Bouton der erste Industriebetrieb der Kraftfahrzeug-Branche. De Dion-Erzeugnisse wurden in vielen Länder exportiert, so dass die meisten der Pionierfahr7zeuge mit zwei, drei oder vier Rädern mit französischen Motoren ausgerüstet waren. Die De Dion-Bouton-Dreiräder beherrschten in den Anfangstagen des Motorradsports die Szene.*
DeckeBezeichnung für den tragenden Teil der Bereifung, die sich auf den lufthaltenden Schlauch abstützt.*
DeflektorAufsatz beim -> Nasenkolben.*
Dekompressionshahn-> Zischhahn.*
DekompressorUm einen Motor leichter starten zu können, verringert man den Kompressionsdruck durch ein gesondertes Ventil (beim Zweitakter) oder durch leichtes Anheben des Auslassventils.*
Della FerreraDie Firma wurde 1909 gegründet und galt bis in die dreissiger Jahre in Italien als Nobelmarke. Man beteiligte sich zwar auch an sportlichen Veranstaltungen, doch lag bei Della Ferrera der Schwerpunkt auf den Tourenmaschinen.*
Dell'OrtoItalienische Vergaserfabrik.*
Delta GnomDie bekannte österreichische Firma begann 1925 mit eigenen Zweitaktmotoren, zog aber später englische JAP-Aggregate vor. Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte man zum Zweitakt-verfahren zurück und verwendete Motoren von -> Rotax, -> Puch, -> Ilo und HMW. 1955 wurde die Herstellung beendet.*
DesmodromikAnstelle einer Ventilfeder übernimmt ein nockengesteuerter Hebel das Schliessen des Ventils. Versuche wurden um 1956 bei Norton durchgeführt, 1958 führte Ducati dieses System bei Rennmotoren ein und verwendet es seit den siebziger Jahren auch bei Serienmaschinen.*
DiamantDiese Firma gehört zu den Pionieren in Deutschland. 1903 begann die Motorrad-Produktion mit -> Fafnir-Motoren. von 1908 bis 1926 gab es eine Unterbrechung der Fertigung, dann baute man Maschinen mit Kühne-Motoren, kurz darauf wurden die Elite-Werke übernommen. Ab 1929 stellte Elite-Diamant Opel-Motorräder her, welche wiederum von -> Neander stammten. Nach der Einstellung dieser Fabrikation wurden noch bis 1940 98er Sachs-Mofas gebaut.*
DIN-PSMotorleistungsangabe nach der Deutschen Industrie-Norm. Die Leistung wird hier mit allen im tatsächlichen Betrieb verwendeten Vorrichtungen wie Schalldämpfer, Luftfilter, Lichtmaschine und Kühlventilator am Kurbelwellenausgang gemessen. Die Angaben liegen 10 bis 25% unter der -> SAE-Leistung und etwa 5 bis 10% unter der -> CUNA Angabe.*
DirektantriebBevor man bei Motorrädern variable übersetzungen und Kupplungen einführte, verwendete man einen starren Antrieb vom Motor auf das Hinterrad (z.B. bei der FN-Vierzylinder). Durch die Anwendung von Riemenantrieben wurde hierbei jedoch für eine gewisse Eigenelastizität gesorgt.*
Dirt TrackDie Motorradrennen auf unbefestigtem Untergrund kamen vor dem ersten Weltkrieg in den USA auf, man führ auf 1,6 km (=1 Meile) langen Pferderennbahnen. Später wurden eigene Aschenbahnen für Motorräder geschaffen. In England wurden diese Rennen ab etwa 1927 auf 400-Meterbahnen gefahren, woraus das heutige -> Speedway entstand.*
DKWDie grösste Motorradfabrik in den dreissiger Jahren wurde 1919 von dem Dänen J.S.Rasmussen im sächsischen Zwickau gegründet. "Das Kleine Wunder". Es folgten die ersten Motorroller "Golem" und "Lomos", doch erst mit leichten Zweitaktmaschinen mit 150, 175 und 200 ccm konnte Mitte der zwanziger Jahre der Durchbruch gelingen. Zu dieser Zeit entstand auch die erste der erfolgreichen -> Ladepumpen-Rennmaschinen. Mit der -> Schnürle-Umkehrspülung setzte sich DKW in den dreissiger Jahren an die Spitze der Motorradindustrie, die SB- und NZ-Modelle wurden Verkaufsschlager. Die DKW-Rennmaschinen mit den aufgeladenen Zweitaktmotoren beherrschten die 250-ccm-Klasse im internationalen Renngeschehen. Nach Kriegsende wurden DKW-Konstruktionen (RT 125) von etlichen ausländischen Herstellern kopiert. Die Zwickauer Fabrik baute nun -> IFA und später -> MZ-Motorräder. Die DKW-Modelle wurden ab 1949 in Ingolstadt hergestellt; mit den RT 125, 175, 200, 250 und 350 konnte man erneut grosse Erfolge erzielen. Neben -> NSU wurde DKW wieder zur beliebtesten Marke. Im Niedergang des Motorrads in Deutschland wurde die Marke 1957 verkauft und der -> Zweirad-Union angegliedert.DEU
dohcInternational gebräuchliche Bezeichnung für zwei obenliegende Nockenwellen (engl. double overhead camshaft).*
DoppelkolbenZweitaktmotoren von -> Garelli, -> Puch und -> Triumph-Nürnberg wiesen zwei Arbeitskolben auf, die einen gemeinsamen Verbrennungsraum hatten. Ein Kolben steuerte den Auslass-, der andere den überströmvorgang. Das -> Gabelpleuel hält die Kolben entweder nebeneinander (Triumph) oder hintereinander (Puch).*
DoppelportEin gegabelter Auslasskanal führt in zwei Auspuffkrümmer, eine Anordnung, die in den dreissiger und fünfziger Jahren eigentlich mehr ein Modegag war und weniger eine nutzbringende Einrichtung.*
DoppelrohrrahmenDurch Querrohre verbunden bilden zwei Rohrrahmenkonstruktionen ein stabiles Fahrwerk. Meist wird die Ausführung durch eine einzelne Oberrohrführung vereinfacht.*
DoppelzündungSchon früh experimentierte man mit der heute vor allem im Sport wieder aktuellen Doppelzündung. Zwei Zündkerzen pro Verbrennungsraum werden dabei von zwei voneinander unabhängigen Zündanlagen gezündet.*
DotHeute die zweitälteste englische Motorrad-Marke. Die Firma verwendete stets Aggregate aus dem Einbaumotoren-Angebot fremder Hersteller und baute bis 1932 gute Gebrauchsmaschinen aller Hubraumklassen. 1948 wurde die Fabrikation wieder aufgenommen und bis heute sind Spezialmodelle für -> Moto-Cross und -> Trial im Programm, die nur noch auf Bestellung gefertigt werden.*
DouglasSolange sie Motorräder herstellte, also von 1907 bis 1956 hielt die Firma aus Bristol am Boxermotor fest. Im ersten Weltkrieg lieferte Douglas grosse Stückzahlen des 350-ccm-Modells an die Armee. Douglas war auch von Anfang an im Rennsport engagiert, vor allem auf der -> TT feierten die niedrigen 350-, 500- und 600-ccm-Renner grosse Erfolge. Douglas war die erste Firma, die spezielle Maschinen für -> Bahnrennen herstellte. In Deutschland war der Name untrennbar mit Grasbahnrennen verbunden. 1936 brachte Douglas ein Modell mit quergestelltem Motor und Kardanantrieb heraus. Diese Bauart fand aber erst nach dem Krieg den erhofften Absatz.*
Dowty-OleomaticDie englische Firma Dowty war der erste Hersteller von hydraulisch gedämpften Federbeinen für Motorräder, sie fanden erstmals 1937 bei der -> Velocette KTT Mk 8-Rennmaschine Verwendung. Später baute man bei Velocette auch Telegabeln von Dowty ein.*
D-RadIn einer staatlichen Waffenfabrik in Berlin-Spandau wurden die stabilen, zuverlässigen D-Räder hergestellt. Konstrukteur -> Martin Stolle verband moderne Ideen mit bewährtem Design und die "Spandauer Springbäcke" waren sehr beliebt in Deutschland, auch bei Spoertveranstaltungen. 1933 wurde die Firma -> NSU angegliedert.*
Drag RacingDie in Amerika und England sehr populären Sprintrennen werden als Beschleunigungsprüfungen über eine Viertelmeile abgehalten. Diese spektakuläre Motorsportart wurde in England erstmals 1923 in Brighton durchgeführt, die bekannteste Veranstaltung waren vor 1939 die "Gatwick Speed Trials".*
DrahtreifenAn die Stelle des Reifenwulstes, der diesen in der -> Flachbettfelge hält, tritt beim Drahtreifen ein einvulkanisiertes Drahtseil, das in der Tiefbettfelge den Reifen festhält. Diese Bauart war zwar auch schon in der Anfangszeit des Motorrads bekannt, setzte sich aber erst ab 1928 (zuerst in England) durch.*
DrehgriffDer Drehgriff mit geradliniger Seilführung im Lenkerrohr wurde zuerst bei -> Indian und -> Harley-Davidson in zweifacher Ausfertigung als Gas- und Luftregulierung anstelle von Hebeln angewandt. Der eigentliche Gasdrehgriff entstand erst, als die Vergaserbetätigung mit einem einzigen Zug eingeführt wurde (Einschiebevergaser). Eine weitere Drehgriff-Verwendung neben dem rechtsseitigen Gasgriff war verschiedentlich die eines Zündverstellers am linken Lenkerende. In den fünfziger Jahren löste der heute gebräuchliche Wickelgriff mit senkrechter Seilanlenkung vorhergehende Typen ab.*
DrehgriffschaltungBei Mopeds und vor allem bei Motorrollern wurde ab 1946 die Getriebeschaltung mittels Seilzug und einem mit dem Kupplungshebel kombinierten Schaltdrehgriff eingeführt.*
DrehschieberEs gibt mehrere Arten von Drehschiebersteuerungen, beim Zweitakter wie auch beim Viertaktmotor. Bei dem von Charles Knight 1907 erfundenen Schiebermotor (-> Barr & Stroud) übernehmen senkrecht stehende Walzen die Rolle der Ventile. Eine zentrale, waagrecht im Zylinderkopf angeordnete Walze absolvierten bei Versuchen von -> Rudge und -> NSU die Gaswechselsteuerung des Viertaktmotors. Populär wurde der Plattendrehschieber, der bei Zweitaktmotoren den Gemischeinlass am Kurbelgehäuse steuert.*
DreiecksrennenIn der Motorsportbegeisterung der zwanziger und dreissiger Jahre wurden zwischen Ortschaften dreiecksförmige Rennkurse auf öffentlichen Strassen ausgeschildert.*
DreikanalmotorBezeichnung für den Zweitaktmotor mit je einem Ein- und Auslasskanal und dem überströmkanal.*
DreschVon 1923 bis 1939 existierte diese französische Firma. Ihre mit Einbaumotoren verschiedener einheimischer Hersteller sowie von -> MAG und -> JAP versehenen Motorräder waren in Frankreich weit verbreitet.*
DrosselnUm einen hochgezüchteten Motor standfester zu machen oder die Verwendung von niederoktanigem Kraftstoff zu ermöglichen, kann man durch Unterlegen von dickeren Dichtungen die Verdichtung verringern. Oder aber man verringert den Einlassquerschnitt und erreicht durch die geringere Gaszufuhr eine Herabsetzung der Drehzahl. Diese Vorkehrungen waren früher beliebt, um einen Sportmotor alltagstauglich zu machen.*
DruckumlaufschmierungEine Pumpe am tiefsten Punkt der ölwanne saugt das öl an und pumpt es über ein verzweigtes System von Schmierleitungen zu den Schmierstellen im Motor. Von dort aus fliesst es zurück zum Pumpenreservoir.*
DruidgabelParallelgabel aus dünnen Stahlrohren, deren Schraubenfedern nur vertikale Stösse aufnehmen.*
DucatiZulieferbetrieb der Flugzeugindustrie, der 1950 zum Motorradbau überging. Markenzeichen dieser italienischen Firma wurden die Einzylinder-Modelle mit -> Königswelle von 125 bis 450 ccm. Bei Rennmaschinen wurde in der Ventilsteuerung -> Desmodromik angewendet, die später auch in Serientypen zu finden war. 1971 kamen die ersten V-Zweizylinder heraus, die heute das Rückgrat des Ducati-Programms bilden.ITA
DuneltEnglische Firma, die 1919 ein eigenes Zweitaktverfahren mit der Verwendung von Stufenkolben mit zwei unterschiedlichen Durchmessern herausbrachte. Ab 1929 gab es dann auch Maschinen mit -> Villiers und -> Python-Motoren. Die Herstellung wurde 1935 aufgegeben.*
DunlopIm Jahre 1888 erhielt der Ire John Boyd Dunlop ein Patent auf den von ihm erfundenen Luftreifen, der bald die Vollgummi-Bereifung im Fahrradbau ablöste und auch bei der Einführung des Motorrades zur Verfügung stand.*
Dunstall Motorcycles-> MotorradherstellerUSA
Duplex-BremseWie auch bei der -> Simplex-Bremse enthält diese Trommelbremse zwei Bremsbacken, jedoch sind dise durch je einen eigenen Bremsnocken gesteuert, so dass beide auflaufend wirken.*
DürkoppSchon im Jahre 1901 baute diese Firma ihre ersten Motorräder und gehörte damit zu den aller ersten dieser Branche in Deutschland. Vier Jahre später hatte Dürkopp bereits eine Vierzylinder-Maschine im Programm, doch noch vor dem ersten Weltkrieg hatte man zugunsten des Automobilbaus die Motorräder aufgegeben. In den dreissiger Jahren gab es einige Moped-Modelle mit Sachs-Motoren, ab 1949 wurde mit Sachs- und Ilo-Motoren ein neuer Anfang im Motorradbau gemacht. Zwei Jahre später standen wieder eigene Zweitakt-Aggregate zur Verfügung. Ab 1959 rentierte sich der Motorradbau nicht mehr und Dürkopp konzentrierte sich ganz auf die Herstellung von Nadellagern.*
DüsenstockBezeichnung für den Teil des Vergasers, der die Hauptdüse trägt.*
DynastartBei dieser bereits 1903 von -> Bosch entwickelten Anlage wirkt die Lichtmaschine zugleich als Anlasser (Lichtmagnetzünder). Vor allem an DKW-Motorrädern verbreitet.*

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